18.06.2015

„Wir sind überglücklich zu verkünden, dass wir uns mit Twitter zusammentun“

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© Marisa Allegra Williams, Twitter HQ

Der Kurznachrichten-Dienst Twitter lässt zum wiederholten Mal aufhorchen. Nachdem Twitter-CEO Dick Costolo erst letzte Woche angekündigt hatte, den Chefsessel zu räumen (Der Brutkasten hat berichtet), macht es nun Schlagzeilen mit seinem jüngsten Zukauf. Wie das Startup „Whetlab“ auf seiner Website verkündet, wurde es von Twitter übernommen. Das Startup entwickelt Technologie im Bereich künstliche Intelligenz.

Das Startup mit Sitz im US-Bundesstaat Massachusetts gab die Übernahme auf Twitter selbst bekannt, allerdings ohne etwas über den Kaufpreis zu verraten. Auf seiner Website kündigte es überdies an, seine Dienste ab Anfang Juli einzustellen. Der Kurznachrichten-Dienst Twitter hat noch keine Stellungnahme abgegeben.

Whitlab: „In den letzten Jahren haben wir an einer Technologie gearbeitet, um maschinelle Intelligenz für Unternehmen automatisch besser und schneller zu machen.“ Das bedeutet: das System lernt von selbst und mit. Weiters sei man überzeugt, dass man Twitter stark beim maschinellen Lernen unterstützen und weiterbringen könnte. Immerhin: „Twitter ist DIE Plattform für offene Kommunikation im Internet“

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Context64.ai CEO & Founder Marko Lah (r.) mit COO Jan Bernasch (l.)

Das steirische Startup Context64.ai, gegründet von Marko Lah, hat sich auf die Bereitstellung horizontaler und industrieagnostischer KI-Infrastruktur spezialisiert. Erst Anfang des Jahres ging das Unternehmen mit der deutschen 3DSE Management Consultants GmbH eine strategische Allianz ein – brutkasten berichtete. Nun stellen die Grazer die technologische Plattform für die neue „Data2AI“-Produktlinie des deutschen Softwareentwicklers Emposo bereit.

Klare Rollenverteilung

Die Rollenverteilung bei der Kooperation ist klar: Context64 stellt die Plattform, Emposo baut daraus fertige Kundenlösungen. Emposo ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Hays Holding. Während der Mutterkonzern Hays primär als weltweit agierender Personaldienstleister im Recruiting-Bereich bekannt ist, konzentriert sich Emposo als spezialisierter Lösungsanbieter auf IT- und Engineering-Dienstleistungen sowie die Abwicklung von Werk- und Serviceverträgen. Nach einer einjährigen Pilotphase wurde die Zusammenarbeit mit dem Grazer Startup nun fest verankert.

Strukturierte Daten statt KI-Halluzinationen

Der Software-Stack von Context64.ai setzt beim sogenannten Kontextproblem herkömmlicher Sprachmodelle an. Über den „Data Context Hub“ werden verteilte Unternehmensdaten – darunter Anforderungen, Stücklisten und Qualitätsdaten – in einem Knowledge Graph miteinander vernetzt.

Die ergänzende Komponente „M4AI“ (Memory for AI) ermöglicht KI-Agenten den gezielten Zugriff auf dieses strukturierte Wissen. Dadurch navigieren die Agenten entlang der realen Unternehmensstruktur, anstatt isolierte Dokumente zu durchsuchen. Das soll Verarbeitungszeiten verkürzen, Fehlantworten (Halluzinationen) minimieren und den Ressourceneinsatz senken.

Pilotprojekt im Automobil-Sektor

Als ersten produktiven Anwendungsfall nennen die Unternehmen ein Projekt aus dem Automobil-Engineering, bei dem ausführbare Testfälle automatisiert aus Spezifikationen und Signaldaten erzeugt werden. Laut Aussendung führte der Einsatz der Software in dem langjährigen Kundenprogramm zu einer siebenfachen Produktivitätssteigerung gegenüber der zuvor wochenlangen manuellen Erstellung.

Context64.ai-Gründer Marko Lah sieht in dem Projekt ein übergeordnetes Muster für den Markt: „KI selbst wird zur Commodity – entscheidend ist, was darunter liegt: die saubere Vernetzung von Daten über Systemgrenzen hinweg, Präzision, effizienter Token-Einsatz.“, argumentiert er. „Die Domänenexperten sitzen bereits in den Unternehmen. Was fehlt, ist die Infrastruktur, dieses Wissen mit KI zu verbinden – die liefern wir als Plattform.“

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