03.12.2025
THEMENPARTNERSCHAFT

„Wir investieren mehr als nur Kapital“

Die Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien hält ein umfassendes Portfolio von Anteilen an etablierten, bekannten Unternehmen – doch auch Beteiligungen an Startups und VC-Fonds sind seit einiger Zeit Teil der Strategie. Wir sprachen dazu mit Curt Chadha, Head of Strategy & Innovation.
/artikel/wir-investieren-mehr-als-nur-kapital
Curt Chadha ist Head of Strategy & Innovation der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien | (c) Raiffeisen NÖ-Wien
Curt Chadha ist Head of Strategy & Innovation der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien | (c) Raiffeisen NÖ-Wien

Diese Artikel im Rahmen einer Themenpartnerschaft mit der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien ist zuerst im brutkasten-Printmagazin von November 2025 “Verantwortung” erschienen. Eine Download-Möglichkeit des gesamten Magazins findet sich am Ende dieses Artikels.


Der Bauriese Strabag, der Zucker-Marktführer Agrana, die Tageszeitung „Kurier“ und nicht zuletzt die Raiffeisen Bank International – das Portfolio der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien hält viele ganz große Namen bereit. Doch das ist nicht alles: In den vergangenen Jahren sind zu den etablierten Marken auch junge hinzugekommen – das Süßigkeiten-Startup Neoh, der Gesundheitsdienste-Anbieter Mavie Next oder das Energie-Startup Enlion sind nur einige Beispiele. Und auch bei Venture-Capital-Fonds wie Speedinvest, Elevator Ventures, Fund F und xista ist die Holding als Limited Partner dabei.

„Wir investieren in Startups, weil wir in unseren Investment-Feldern sehr nah an Marktentwicklungen bleiben wollen. Wir möchten auch bei der nächsten Generation von Champions in diesen Sparten an Bord sein“, erklärt Curt Chadha, Head of Strategy & Innovation der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien, im Gespräch mit brutkasten. Die Investment-Felder, von denen er spricht, sind durchaus vielseitig und dennoch klar abgesteckt: Bank, Infrastruktur, Nahrungs- und Genussmittel, Medien, Gesundheit und Energie. „Wir investieren hier gezielt in junge Unternehmen, die Nischen besetzen und Innovation in unser Portfolio bringen“, so Chadha. Ein Beispiel sei etwa, dass man neben der Beteiligung am Zucker-Riesen Agrana nun auch auf den jungen Herausforderer Neoh mit seiner Zuckeralternative setze.

Langfristige Unterstützung

Dabei grenzt sich die Holding strategisch klar vom Modell Corporate Venture Capital ab, wie es mittlerweile von einigen großen heimischen Unternehmen betrieben wird. Dort ist etwa, wie auch im klassischen VC-Bereich, eine begrenzte Haltezeit von Anteilen mit dem Ziel eines lukrativen Exits vorgesehen. Nicht so bei der Raiffeisen Holding Niederösterreich-Wien: „Wir denken langfristig und wollen auch langfristig an Bord bleiben. Wir wollen die Portfolio-Unternehmen bei der Skalierung unterstützen. Wir beteiligen uns nicht mit dem Ziel, einen Exit zu machen“, sagt Chadha. Gleichzeitig schließe man einen Anteilsverkauf aber auch nicht aus, wenn es strategisch und finanziell sinnvoll sei, betont er.

Im Vordergrund stehe jedenfalls die Unterstützung der Unternehmen. „Wir investieren mehr als nur Kapital – wir investieren Engagement“, sagt der Innovationschef. Teil davon sei etwa die aktive Anbahnung von Partnerschaften; auch mit den etablierten Portfolio-Unternehmen. „Wir haben beispielsweise Neoh bei der Kooperation mit der NÖM unterstützt“, so Chadha.

Indirekt ist die Holding aber durchaus auch im klassischen VC-Geschäft tätig – nämlich mit den zuvor genannten Fonds-Beteiligungen. Dass man sich auch dahin gehend engagiert, hat mehrere Gründe: Einer davon ist, auf diese Weise auch mit noch jüngeren Startups in Kontakt zu kommen. „Wir investieren erst direkt, wenn ein Product-Market-Fit und entsprechende Umsätze da sind. Early Stage überlassen wir den Fonds“, sagt Chadha. Dadurch lerne man aber Unternehmen kennen, die später auch für ein direktes Investment infrage kämen. Entsprechend arbeite man in Sachen Scouting auch eng mit den Fonds zusammen. „Wir investieren nur in VCs, die in unsere Investment-Felder passen und uns auch in ihr Portfolio hineinsehen lassen“, sagt Chadha. „Und wenn die Unternehmen dann reifer sind, können wir gegebenenfalls gemeinsam mit den Fonds investieren.“

Gemeinsame Produkte

Wenn ein Investment getätigt wird – unabhängig davon, ob zusammen mit einem Fonds oder nicht –, geht es nicht nur um eine Ergänzung des Portfolios: Auch die Kund:innen der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien kommen hier ins Spiel. „Wir arbeiten mit unseren Portfolio-Unternehmen auch an gemeinsamen Produkten, um diese im Bankvertrieb zu skalieren“, sagt Chadha. Im Energie-Bereich passiere das etwa mit dem Portfolio-Startup Enlion, im Gesundheitsbereich mit Mavie Next. „Das ist ein wichtiger Teil unserer Strategie: Wir wollen den Bankkund:innen Produkte und Dienstleistungen anbieten können, die sie wirklich brauchen“, so der Innovationschef. Und diese Produktpalette erweitere man laufend.

Dasselbe gilt für das Startup-Portfolio. Aktuell hält die Holding bereits zehn Startup-Beteiligungen. Aber gibt es für weitere Investments einen genauen Fahrplan, wie es etwa bei VC-Fonds üblich ist? „Ja, wir haben sehr konkrete Ziele und einen klaren Rahmen. Und wir sind dabei sehr streng zu uns selbst“, sagt Chadha. Das betreffe auch die Renditeziele. Und er verrät: „Die Themen Gesundheit und erneuerbare Energien bleiben ein Hauptfokus.“

Deine ungelesenen Artikel:
11.08.2026

Alpike: Wie ein Fünf-Kilo-Roller aus Osttirol den Bergabstieg zum Ziel macht

Der in Osttirol entwickelte Alpike wiegt knapp fünf Kilogramm und soll 3.900 Euro netto kosten. Er richtet sich an Bergbegeisterte, die ihre Knie schonen und den Abstieg vom mühsamen Pflichtprogramm zur eigentlichen Attraktion machen wollen. Der Markteintritt ist für Frühjahr 2027 geplant, aktuell läuft die Investorensuche.
/artikel/alpike-carbon-scooter
11.08.2026

Alpike: Wie ein Fünf-Kilo-Roller aus Osttirol den Bergabstieg zum Ziel macht

Der in Osttirol entwickelte Alpike wiegt knapp fünf Kilogramm und soll 3.900 Euro netto kosten. Er richtet sich an Bergbegeisterte, die ihre Knie schonen und den Abstieg vom mühsamen Pflichtprogramm zur eigentlichen Attraktion machen wollen. Der Markteintritt ist für Frühjahr 2027 geplant, aktuell läuft die Investorensuche.
/artikel/alpike-carbon-scooter
Der Alpike ist aus Carbon gefertigt und wiegt 5,5 Kilogramm © Alpike

Ein Bergaufstieg, wie er im Buche steht: In der Ferne sind noch Kuhglocken zu hören und es sind nur noch wenige Schritte bis zum langersehnten Gipfelkreuz. Doch während die Anstrengung des Aufstiegs langsam vom euphorischen Gipfelgefühl abgelöst wird, schleicht sich ein anderer, weniger angenehmer Gedanke ein: Und jetzt das alles wieder runter. Die Knie schmerzen schon beim bloßen Gedanken, die Motivation lässt nach, und die Vorstellung des langweiligen Forstwegs zieht sich in Gedanken schon in die Länge. Genau damit soll dank Alpike jetzt Schluss sein: Mit dem Scooter am Rücken soll der Spaß am Berg, wenn es nach Lukas Jungmann und seinem Partner Edwin Meindl geht, beim Abstieg erst richtig losgehen.

Vom eigenen Bedürfnis zum Produkt

Lukas Jungmann führt das Designbüro Aberjung, Edwin Meindl das Konstruktionsbüro Micado und beide zieht es fast jedes Wochenende auf einen der unzähligen Berge ihrer Heimatregion Osttirol. „Ich glaube, die schönsten Storys entstehen, wenn du selber eigentlich das für dich baust“, erzählt Jungmann. Die erste Skizze des Alpikes lässt sich auf das Jahr 2021 datieren. Über die Jahre ist ein komplett aus Carbon gefertigtes Gefährt entstanden, das knapp fünf Kilogramm wiegt und sich am Gipfel in wenigen Sekunden aufbauen lässt. Zum Vergleich: Fünf Kilo entsprechen in etwa einer ausgewachsenen Hauskatze oder einem kleinen Hund, etwa einem Mops.

© Alpike

Fahrgefühl jenseits der Forstwege

Der Alpike grenzt sich bewusst von bisherigen, oft sperrigen Konzepten ab. Er kommt ohne Motor und ohne Sattel aus, was den Rider:innen ein besonderes Sicherheitsgefühl geben soll: Man steht dicht über dem Boden und könnte bei Hindernissen jederzeit sicher abspringen. Jungmann beschreibt den technischen Ansatz so: „Wir sind eine Mischung aus Fahrrad und Roller, ohne Motor. Es soll jetzt nicht nur eine Krücke sein, damit man irgendwie den Berg runterkommt, sondern es ist ein Performance-Gerät, was Spaß machen soll.“

Zudem soll das kompakte Design völlig neue Routen abseits breiter Wege eröffnen. „Wenn es steigiger wird, dann wirst du nicht das Mountainbike schultern und tragen“, erklärt Jungmann. Mit dem Alpike ließen sich hingegen auch schmale Steige bewältigen und Felspassagen durch leichtes Tragen überwinden, was mit dem Mountainbike schlichtweg unmöglich wäre.

Der geschulterte Alpike © Alpike

Skitourengeher:innen als potentielle Zielgruppe

Das Geschäftsmodell basiert auf dem Verkauf dieses Premium-Geräts, das für 3.900 Euro netto die Besitzer:in wechseln soll. Die ideale Zielgruppe sieht der Gründer in gut verdienenden Menschen zwischen 30 und 50 Jahren, die im Beruf stehen und bereit sind, nennenswerte Summen in hochwertige Sportausrüstung zu investieren. Von denen gäbe es in Osttirol einige, erklärt der Gründer.

Ein besonderes Potenzial liegt hierbei in einem aktuellen Markttrend: Da die Winter kürzer werden und der klassische Skitourenmarkt droht nach und nach einzubrechen, positioniert sich der Alpike als Sommer-Alternative. „Die Skitourengeher:innen investieren relativ fest in ihren Sport und haben eigentlich keine Alternative im Sommer. Die Leute haben mit dem Alpike dann trotzdem das Gefühl, rauf zu gehen und runter zu fahren, wie sie das vom Skitouren gewohnt sind“, so Jungmann.

© Alpike

Motorisierte, urbane Produktabwandlung

Neben der antriebslosen Sport-Variante bietet Alpike laut Website auch die „Urban“-Edition an – eine elektrische Last-Mile-Lösung für den städtischen Alltag. Sie wiegt zehn Kilogramm, leistet bis zu 1,8 kW und erreicht laut Unternehmen eine Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h sowie eine Reichweite von 25 Kilometern. Der 260-Wh-Akku ist herausnehmbar und soll in 30 Minuten vollständig aufgeladen sein. Wie die Sport-Version lässt sich auch die Urban-Edition werkzeugfrei in 15 Sekunden zusammenfalten.

Launch für nächstes Frühjahr geplant

Bislang haben die Gründer die Entwicklung weitgehend ohne externes Kapital vorangetrieben und rund eine Million Euro, maßgeblich in Form von unbezahlten Arbeitsstunden, investiert. Derzeit laufen Verhandlungen, um einen externen Investor an Bord zu holen, der den finalen Go-to-Market-Schritt finanzieren soll.

Frisches Kapital wird nun für das Marketing, den Bau von großen Werkzeugen für die Serienfertigung sowie den Zusammenbau benötigt. Aktuell will man das Gerät als Mountainbike klassifizieren lassen. Im Frühjahr des nächsten Jahres soll der Alpike offiziell in den Handel kommen.

Toll dass du so interessiert bist!
Hinterlasse uns bitte ein Feedback über den Button am linken Bildschirmrand.
Und klicke hier um die ganze Welt von der brutkasten zu entdecken.

brutkasten Newsletter

Aktuelle Nachrichten zu Startups, den neuesten Innovationen und politischen Entscheidungen zur Digitalisierung direkt in dein Postfach. Wähle aus unserer breiten Palette an Newslettern den passenden für dich.

Montag, Mittwoch und Freitag

AI Summaries

„Wir investieren mehr als nur Kapital“

AI Kontextualisierung

Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

„Wir investieren mehr als nur Kapital“

AI Kontextualisierung

Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

„Wir investieren mehr als nur Kapital“

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

„Wir investieren mehr als nur Kapital“

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Investor:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

„Wir investieren mehr als nur Kapital“

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

„Wir investieren mehr als nur Kapital“

AI Kontextualisierung

Was könnte das Bigger Picture von den Inhalten dieses Artikels sein?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

„Wir investieren mehr als nur Kapital“

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Personen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

„Wir investieren mehr als nur Kapital“

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Organisationen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

„Wir investieren mehr als nur Kapital“