11.07.2024
PERSONALIE

Wiener wird neuer Geschäftsführer von Frequentis Deutschland

Marcel Haar übernimmt mit 1. August 2024 die Geschäftsführung von Frequentis Deutschland und folgt auf Reinhard Grimm, der nun als Executive Vice President das globale ATM Civil-Business verantwortet.
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Frequentis, Marcel Haar, Frequentis Deutschland
(c) Frequentis - Marcel Haar wird neuer Geschäftsführer von Frequentis Deutschland.

Der gebürtige Wiener Marcel Haar startete 2016 bei Frequentis, wo er anfangs die Marketing-Organisation für alle Regionen weltweit aufgebaut hat. Als Director Group Communications & Marketing hat der heute 39-Jährige die Weichen für die digitale Transformation des Unternhemens gestellt.

15 Jahre Erfahrung

Haar widmete sich vor allem der Entwicklung und Umsetzung von Wachstumsstrategien und bringt nun mehr als 15 Jahre Erfahrung u.a. in den Bereichen Finanzen, Marketing und Vertrieb mit. Von 2009 bis 2014 war er bei einer US-Unternehmensberatung u.a. als Marketingleiter und Key Account-Manager für Österreich und Osteuropa tätig.

Er hat einen Bachelor und Master of Arts (Bank- und Finanzdienstleistungen) der Fachhochschule des BFI Wien.

Frequentis: „Deutschland strategisch wichtig“

„Deutschland ist für Frequentis ein strategisch wichtiger Standort. Es ist unser Ziel, das Geschäft in Deutschland in den kommenden Jahren weiter auszubauen und unseren Bekanntheitsgrad zu erhöhen. Mit Marcel Haar haben wir einen Manager an Bord, der seine fundierten internationalen Erfahrungen in den Bereichen Vertrieb, Marketing und Business Development optimal einsetzen kann“, sagt Norbert Haslacher, CEO Frequentis.

Neben seiner neuen Aufgabe als Geschäftsführer Frequentis Deutschland wird Haar auch weiterhin für den Bereich Group Communications & Marketing verantwortlich sein.

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Elisabeth Zehetner (Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus) | Foto: Martin Pacher
Elisabeth Zehetner (Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus) | Foto: Martin Pacher / brutkasten

Wirklich neu oder gar überraschend ist das jüngste Statement von Startup-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner zum mit „bis zu“ 500 Millionen Euro Volumen geplanten „Start-up & Scale-up Dachfonds“ nicht. Wie mehrere heimische Medien berichten, sagte sie zuletzt gegenüber der APA: „Die Ausschreibung für das Fondsmanagement wird im Herbst stattfinden“ – betraut ist damit die aws. Anders wäre es freilich gar nicht möglich, den bereits zuvor kommunizierten Start der operativen Tätigkeit mit Anfang 2027 zu gewährleisten.

Und auch so könnte es schwer werden. Denn „im Herbst“ ist immer noch eine recht vage Zeitangabe und Ausschreibungsverfahren können bekanntlich auch länger dauern, als erhofft – sofern nicht bereits im Hintergrund Vorentscheidungen getroffen wurden, was hier keineswegs unterstellt werden soll.

Kleiner Pool an erfahrenen Dachfonds-Manager:innen

Der Pool an Personen, die konkrete Erfahrung mit dem Management VC-fokussierter Dachfonds mitbringen, hält sich nämlich europaweit in engen Grenzen. Neben dem European Investment Fund (EIF) als dominierendem Player auf EU-Ebene, gibt es einige nationalstaatliche Fonds, die teilweise auch zum Vorbild für die österreichische Version wurden, und einige private Player, die meist mit deutlich niedrigeren Kapitalvolumina arbeiten. Ein schlagkräftiges Team müsse aktiv mit entsprechenden Incentives abgeworben werden. Die Staatsnähe erschwere die Suche zusätzlich, befürchtet ein Branchenkenner gegenüber brutkasten hinter vorgehaltener Hand.

Keine staatliche Einflussnahme?

Dass es, wie versprochen, tatsächlich keine staatliche Einflussnahme auf den Dachfonds geben werde, glaubt er nämlich nicht. So soll etwa die aws laut einer nicht öffentlichen Präsentation, die dem Insider vorliegt, ins Fundraising eingebunden werden. Und das spreche, kombiniert mit dem geplanten staatlichen Ankerinvestment in Höhe von bis zu 20 Prozent bzw. bis zu 100 Millionen Euro (brutkasten berichtete), gegen völlige Unabhängigkeit.

Und auch die Zielsetzung, den Investmentfokus auf Österreich zu legen, passt nicht ganz mit der Idee zusammen, dass das Fondsmanagement völlig freie Hand haben soll. Zehetner äußerte sich auch hierzu gegenüber der APA: Österreich-Fokus ja, „es gibt aber keine genauen Vorgaben für das Fondsmanagement.“ Hinzu kommt natürlich auch, dass es in Österreich gar nicht so viele VC-Fonds gibt – und noch viel weniger im angestrebten Growth-Stage-Bereich.

Politische Überzeugungsarbeit bei potenziellen LPs

Ist das Management dann einmal aufgestellt, dürfte das Finden geeigneter Limited Partners (LPs), also Kapitalgeber für den Dachfonds, zur nächsten Herausforderung werden. Wirklich attraktiv sei die Beteiligung für die institutionellen Investoren, wie Banken und Versicherungen, die man ansprechen will, nämlich nicht, sagt ein anderer Branchenkenner – ebenfalls off the record. Auch wenn – wie angekündigt – begleitende Gesetze die Situation für die in Sachen Risiko sehr restriktiv geregelten Institutionellen verbessern, gebe es nicht automatisch gute Gründe, die für dieses Investment sprechen.

Die Folge: Es bedürfe auch von politischer Seite Überzeugungsarbeit bei den LPs. Dass man bereits jetzt, bevor das Management überhaupt ausgeschrieben ist, hinter verschlossenen Türen versucht, die großen relevanten heimischen Player zu einem Committment zu bewegen, liegt auf der Hand – schließlich soll das Projekt zum politischen Erfolg werden. Dass darunter die angestrebte Unabhängigkeit abermals leidet, ebenfalls.

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