Wiener Startup Wocodea digitalisiert Mundpropaganda
Ob ein Produkt oder ein Geschäft Erfolg hat oder nicht, hängt oft davon ab, wie es über Mundpropaganda verbreitet wird. Das Wiener Startup Wocodea hat mit seiner Empfehlungsplattform ein Tool ins Leben gerufen, mit dem diese Mundpropaganda nicht mehr mündlich bleibt, sondern messbar – aber trotzdem persönlich - wird.
Das 2020 gegründete Wiener Startup Wocodea setzt auf digitales Marketing – allerdings gezielt auf persönliche Empfehlungen gerichtet und systematisch eingesetzt. Was Booking.com für Hotels ist, soll Wocodea für Vertriebsteams werden und überträgt somit ein bewährtes Plattformprinzip auf den Empfehlungsprozess. „Statt auf Algorithmen oder Paid Ads setzt Wocodea auf echte Nähe. Denn Empfehlungen entstehen dort, wo Menschen einander vertrauen – unter Kolleg:innen, Kund:innen, im Freundes- und Familienkreis“, so Co-Foundern Paula Czezil.
Authenzität wichtiger denn je
Für unterschiedliche Bedürfnisse gibt es unterschiedliche Abomodelle der Software. Ein-Personenunternehmen, also beispielsweise Kreativschaffende oder Personen im Gesundheitssystem würden besonders von der Software profitieren. Für KMUs und für Konzerne gibt es aber genauso ein Abomodell, das dann jeweils mehr Optionen bietet.
Seit kurzem bietet Wocodea zusätzlich ein integriertes Monitoring Tool an, mit dem mehr Transparenz in den gesamten Empfehlungsprozess geboten werden soll. Dadurch könne ein detaillierter Einblick in die Customer Journey gewährt werden.
Expansion nach Deutschland
Laut Studien führe jede dritte persönliche Empfehlung zu einer konkreten Handlung und sei daher bis zu 5.000 mal wirkungsvoller als klassische Werbung, heißt es vom Unternehmen. Deshalb sei Wocodea gerade in Zeiten, in denen automatisierte Kommunikation rasant zunimmt, ein wichtiges Tool für authentisches Feedback. „Dass unsere Lösung so stark angenommen wird, zeigt, wie groß der Bedarf an einem messbaren, persönlichen Vertriebskanal ist“, so Czezil.
Bereits über 1.000 Personen in ganz Österreich nutzen bereits Wocodea – seit 2025 ist die Software jetzt auch in Deutschland verfügbar.
Mehr Laborflächen für Spinoffs: XISTA Science Park eröffnet weiteren Bauteil
Der XISTA Science Park in Klosterneuburg wurde um einen neuen Bauteil erweitert. Auf 3.000 Quadratmetern entstehen neue Labore, in denen das Biotech-Spinoff Solgate als erstes Unternehmen einzieht.
Mehr Laborflächen für Spinoffs: XISTA Science Park eröffnet weiteren Bauteil
Der XISTA Science Park in Klosterneuburg wurde um einen neuen Bauteil erweitert. Auf 3.000 Quadratmetern entstehen neue Labore, in denen das Biotech-Spinoff Solgate als erstes Unternehmen einzieht.
Mit dem extra eingerichteten Shuttlebus kommt man von Wien recht gemütlich bis nach Maria Gugging, dem Teil von Klosterneuburg, in dem der Campus des Institute of Science and Technology Austria (ISTA) zu Hause ist. Wo sich sonst Wohnhäuser und landwirtschaftliche Flächen abwechseln, ist ein moderner Science-Hub gewachsen, der 2024 auch von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen besucht wurde. Nun wurde der dazugehörige XISTA Science Park offiziell um einen neuen Bauteil erweitert.
Der von der Wirtschaftsagentur ecoplus unter der Leitung von Bernadette Schabbauer „on time und in budget“ errichtete Neubau erweitert die vermietbare Fläche um rund 3.000 Quadratmeter für Biotech- und Deep-Tech-Unternehmen. Rund 22 Millionen Euro soll die Errichtung des neuen Bauteils gekostet haben, wie auf Nachfrage von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner erwähnt wird. Damit möchte der Standort auf die steigende Nachfrage nach spezialisierten Chemie-, Zellkultur- und Mikrobiologielabors reagieren. Ein Großteil der neuen Flächen wird vorerst vom ISTA selbst beansprucht, mit dem Ziel, dort künftig bis zu vier Spinoffs unterzubringen.
„Im Kern steht die Entwicklung neuer Unternehmen aus der Forschung heraus“, erklärte Markus Wanko, Geschäftsführer von XISTA. Während das ISTA die naturwissenschaftliche Grundlagenforschung mit rund 90 Forschungsgruppen und 1.400 Mitarbeitenden abdeckt, übersetzt XISTA diese Erkenntnisse über den Science Park und den Venture-Arm XISTA Science Ventures in die Praxis.
Biotech-Startup Solgate zieht ein
Als erstes Unternehmen nutzt das Biotech-Startup Solgate die neu geschaffenen Laborflächen. Die Ausgründung des ISTA und des CeMM (Forschungszentrum für Molekulare Medizin) fokussiert sich auf die Entwicklung neuartiger Therapeutika, die gezielt auf Membran-Transportproteine wirken. Mit der Laborinfrastruktur vor Ort möchte das internationale Team unter der wissenschaftlichen Leitung von Enrico Girardi, der durch die neu bezogenen Räumlichkeiten führte, seine Pharma-Forschung direkt am Standort fortsetzen.
Die Erweiterung fällt mit Fortschritten auf der Finanzierungsseite zusammen. Erst vor wenigen Tagen besiegelte der XISTA-Science-Venture-Fonds sein mittlerweile 30. Investment, wie Geschäftsführer Markus Wanko verrät. Genauere Details über den Deal möchte man aktuell noch nicht verraten.
Was man hingegen deutlich hervorheben möchte, ist der wirtschaftliche Hebel des Standorts. Bisher wurden laut eigenen Angaben über XISTA etwas mehr als 30 Millionen Euro in Startups investiert. „Die Unternehmen selbst haben das genutzt, um 300 Millionen Euro selbst einzuwerben. Also ich glaube, wir haben es geschafft, da ein System aufzubauen. Das funktioniert“, so Wanko über den Hebeleffekt von 1:10.
Die europäische Komponente
Unterstützt wird das Modell auch von europäischer Seite. Uli Grabenwarter vom European Investment Fund (EIF), der als Ankerinvestor bei XISTA Science Ventures Funds II fungiert, betonte: „Das Engagement des EIF spiegelt unser Vertrauen in die enge Anbindung von XISTA an führende Forschungseinrichtungen sowie in seinen langfristigen Ansatz im Deep-Tech-Bereich wider. Genau das, was Europas Innovationsökosystem braucht“.
Für das ISTA ist der Neubau ein zentraler Baustein der eigenen Translation. „Dieses Gebäude ist ein ganz essentieller Teil, dass wir eine Wirkung, die über die Forschung und die Labors hinausgeht, in die Gesellschaft hineinbringen“, hielt ISTA-Präsident Martin Hetzer fest.
Aktuelle Nachrichten zu Startups, den neuesten Innovationen und politischen Entscheidungen zur Digitalisierung direkt in dein Postfach. Wähle aus unserer breiten Palette an Newslettern den passenden für dich.