04.08.2025
NATRIUM-IONEN

Wiener Startup Salzstrom und Burgenland Energie starten nachhaltige Speicheroffensive

Das Wiener Startup Salzstrom geht eine Partnerschaft mit der Burgenland Energie ein. Gemeinsam bringen sie nachhaltige Salzstromspeicher auf den österreichischen Markt.
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Vorstandsvorsitzender Burgenland Energie Stephan Sharma, CMO Salzstrom Jürgen Ellensohn, CFO Salzstrom Stefan Nolte, CEO Salzstrom Peter Arnold, Landeshauptmann Hans Peter Doskozil. | © Burgenland Energie AG

Lithium-Ionen-Akkus sind in unserem Alltag gar nicht mehr wegzudenken. Sie stecken in E-Autos, Smartphones oder Heimspeichern. Doch die weit verbreitete Technologie bringt bekannte Herausforderungen mit sich: Sie erfordert seltene Rohstoffe, ist in der Herstellung energieintensiv und stellt auch bei der Entsorgung ein Umweltproblem dar. Eine mögliche Alternative bietet das Wiener Startup Salzstrom mit seiner Natrium-Ionen-Technologie.

Nachdem das junge Unternehmen im April ein Millioneninvestment holen konnte und europaweit als erstes ein CE-zertifiziertes Batteriemodul auf den Markt brachte, folgt nun der nächste Schritt: Gemeinsam mit Burgenland Energie bringt das Startup Salzstromspeicher ins Burgenland.

„Neue Ära nachhaltiger Energiespeicherung“

Das Besondere an der Technologie: Statt Lithium setzt Salzstrom auf Natriumchlorid – einen der am häufigsten vorkommenden Rohstoffe der Erde. Die Batteriezellen gelten als robust, die Lebensdauer als hoch. „Salzbatterien markieren den Beginn einer neuen Ära nachhaltiger Energiespeicherung“, sagt Jürgen Ellensohn, Mitgründer und CMO von Salzstrom.

Gemeinsam mit Peter Arnold (Mitgründer und CEO) und Stefan Nolte (Mitgründer und CFO) hat Ellensohn das Unternehmen erst vor wenigen Monaten gegründet. „Mit der Partnerschaft mit Burgenland Energie wollen wir ganz Burgenland für diese zukunftsweisende Technologie begeistern und den burgenländischen Haushalten bereits heute Zugang zu dieser Zukunftstechnologie ermöglichen“, so Ellensohn weiter.

Energieunabhängigkeit

Für Burgenland Energie ist die Kooperation ein weiterer Baustein im Ausbau regionaler Energieunabhängigkeit. Nach Investitionen in Windkraft und Photovoltaik folgt nun eine Speicheroffensive. „Mit der Kooperation von Salzstrom haben wir nun auch eine nachhaltige, umweltfreundliche Stromspeicherlösung auf Natrium- bzw. Salzbasis für Haushalte und Gewerbe“, erklärt Stephan Sharma, CEO von Burgenland Energie.

Zum Start stehen laut Sharma 100 Salzspeicher zur Verfügung. Der erste wird diesen Monat im Gemeindeamt Apetlon mit einem Speichervolumen von rund 20 kWh installiert. Der Ausbau wird durch eine eigene Förderung des Landes Burgenland unterstützt.

Energiestrategie im Burgenland

Auch politisch wird die neue Speicherlösung unterstützt. Landeshauptmann Hans Peter Doskozil verweist auf die strategische Bedeutung: „Die gesamte Energiepolitik des Burgenlands ist darauf ausgerichtet, das Burgenland unabhängig zu machen und damit die Preisgestaltung langfristig selbst in der Hand zu haben. Photovoltaikanlagen in Kombination mit Speichern sind die Antwort auf die von der Bundesregierung geplanten zusätzlichen Netzkosten für die PV-Einspeisung. Wer in den Speicher investiert, spart Netzkosten und Abgaben und erhöht die Eigennutzung.“

Ziel sei es, das Burgenland bis 2030 klimaneutral und unabhängig aufzustellen. „Dafür bauen wir die Windkraft und die Sonnenkraft intensiv aus. Wir werden Stunden haben, wo wir zu viel Strom haben, und Stunden, wo wir zu wenig Strom haben. Diesen Ausgleich werden wir mit Speichern – im Haushaltsbereich, im Unternehmensbereich und bei den großen Wind- und Photovoltaikparks – schaffen“, so Doskozil.

Derzeit liegt die Energieunabhängigkeit des Bundeslands laut Burgenland Energie bei 72 Prozent. Vor fünf Jahren waren es noch 50 Prozent. Langfristig soll der im Burgenland erzeugte Strom auch dort genutzt werden: „Das ist für mich die sinnvollste und nachhaltigste Form der erneuerbaren Energienutzung“, sagt Doskozil abschließend.

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CEO und Co-Founder Matthäus Offner | (c) Find my Werkstatt / Canva

So manche Autofahrer:innen hat wohl schon einmal der Schreck eingeholt, als die Rechnung für das letzte Service geschrieben wurde. Neben hohen Preisen ist es oft schwierig nachzuvollziehen, wie teuer die Reparatur sein darf. Das soll sich nun mit Find my Werkstatt ändern, denn das Wiener Unternehmen möchte Kosten sichtbar und transparent machen. Es stellt dafür digitale Fahrzeugberichte aus, die Autofahrer:innen zeigen, welche Arbeiten laut Wartungsplan vorgesehen sind, welche Ersatzteile benötigt werden und mit welchem Arbeitsaufwand zu rechnen ist.

„Wir machen Informationen zugänglich“

„Wer sein Auto zum Service bringt, weiß meistens nicht, was tatsächlich gemacht werden muss und wie sich die Rechnung zusammensetzt. Genau das wollen wir ändern. Wir machen Informationen zugänglich, die bisher vor allem Werkstätten zur Verfügung standen“, erklärt Matthäus Offner, Geschäftsführer von Find my Werkstatt. Ihm gehören 49 Prozent der Firma, Mehrheitseigentümer ist die pubbles FilmgesmbH.

Find my Werkstatt greift bei seinen Analysen auf technische Fahrzeugdaten, Wartungsvorgaben, Arbeitszeitwerte und aktuelle Ersatzteilpreise zurück. Laut dem Wiener Unternehmen würden die Service- und Reparaturkosten nach einem ähnlichen Prinzip berechnet werden, wie es auch in professionellen Werkstätten üblich sei. Find my Werkstatt betont aber, dass die berechneten Kosten als Orientierung dienen.

Ein Ersatzteil, zwei Preise

„Was mich immer wieder überrascht, sind die enormen Preisunterschiede bei Windschutzscheiben. Für ein und dasselbe Fahrzeug kann eine Windschutzscheibe bei einem Anbieter rund 300 Euro und bei einem anderen weit über 1.000 Euro kosten“, sagt Offner und ergänzt bezüglich der Arbeitskosten: „Der Stundensatz kann von Werkstatt zu Werkstatt um bis zum Dreifachen variieren. Viele Autofahrer wissen gar nicht, wie groß diese Unterschiede tatsächlich sein können.“ Durch Find my Werkstatt sollen Autofahrer:innen Angebote besser einschätzen können und informiertere Entscheidungen treffen.

Die Plattform würde auch beim Gebrauchtwagenkauf wichtige Informationen zur Verfügung stellen, wodurch Folgekosten besser berücksichtigt werden können. „Ein vermeintlich günstiges Auto kann schnell teuer werden, wenn kurz nach dem Kauf größere Wartungen oder Reparaturen anstehen. Wir wollen, dass man solche Kosten bereits vor dem Kauf besser einschätzen kann“, erklärt Offner.

Recherche nach der passenden Werkstatt

Grundsätzlich wurde Find my Werkstatt vor zwei Jahren gegründet, um eine passende Kfz-Werkstatt in der Nähe zu finden. Nutzer:innen können Betriebe anhand von Standort, angebotenen Leistungen und Bewertungen entdecken und direkt kontaktieren. Bisher habe die Firma 20.000 User:innen und mache laut eigenen Angaben heuer einen Umsatz von rund 100.000 Euro.

Vollständig gebootstrappt, jetzt beginnt Investorensuche

Werkstätte, die auf der Plattform aufgeführt werden möchten, zahlen eine Gebühr zwischen 109 Euro und 150 Euro. Je nach Preis ist eine einfache Listung bis hin zur Verfügungstellung einer Software, die den Prozess des Ersatzteilebesorgens vereinfacht, möglich. Aktuell seien rund 4.300 Werkstätten verzeichnet. Auf der anderen Seite bezahlen Autofahrer:innen pro Bericht zwischen 5,90 Euro und 19,90 Euro. Je nach Preis erhalten sie unterschiedlich ausführliche Informationen. Find my Werkstatt ist bisher eigenfinanziert, wobei man aktuell nach großen Investoren wie Versicherungen, Automarken etc. suche.

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