30.09.2025
NACHHALTIGKEIT

Wiener Startup Neworn erhält Investment und expandiert nach Deutschland

Das Wiener Startup Neworn expandiert nach Deutschland - und holte sich dafür sein erstes 50.000-Euro-Investment als "Start-Ticket". Mit dem Schritt in den deutschen Markt will Neworn "Kinder-Secondhand-Kleidung wieder zur Normalität werden" lassen.
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Neworn-Gründerin Caroline Schober | Foto: Laurenz Vavrovsky

Das Wiener Startup Neworn tätigt seinen ersten Expansionsschritt – nach Deutschland. Gegründet wurde Neworn 2023 – mit dem Ziel, den CO2-Fußabdruck in der Kleidungsindustrie zu reduzieren. Dafür fokussiert sich das Startup auf den Sektor der Kindermode. Die Gründerin Caroline Schober und hat es sich zum Ziel gesetzt, mit Neworn einen Secondhand-Marktplatz für Kinderkleidung aufzubauen.

Neworn-Gründerin: „Was früher selbstverständlich war, geht durch Urbanisierung verloren“

Dafür entwickelten die beiden die Neworn-App. Mit dieser soll es Eltern gelingen, die passende und vor allem hochwertige Secondhand-Kinderkleidung auszuwählen und dabei nicht unbedingt neukaufen zu müssen. Bereits 2023 sagt Caroline Schober: „In Österreich werden rund 83 Prozent der Kleidung nicht recycelt und landen auf Mülldeponien.“

„Was früher selbstverständlich war, nämlich Kleidung, Zubehör und Spielsachen weiterzugeben, ist durch kleinere Familien, fehlende Netzwerke und Urbanisierung verloren gegangen“, wird Schober in einer Aussendung zitiert. Mit dieser Intention soll Neworn nun auch im deutschen Markt mitmischen und das Weitergeben von Secondhand-Kinderkleidung vereinfachen.

Investment als Start-Ticket zur Expansion

Der Marketing-Schwerpunkt soll zunächst in Bayern liegen, heißt es. Das Startup setzt auf Influencer-Kampagnen und Kooperationen mit Mama-Cafés und Kliniken. „Deutschland ist für uns der logische nächste Schritt. Die Märkte sind kulturell ähnlich, und durch die gemeinsame Sprache können wir sehr effizient skalieren“, so Schober.

Außerdem soll das Startup durch ein frisches Investment eines Branchenkenners unterstützt werden, der seit Jahren in Gesundheits- und Familien-Startups investiert ist. Seinen Namen wollte das Startup auf brutkasten-Rückfrage nicht nennen. Die Investmentsumme beläuft sich jedoch auf 50.000 Euro.

Schober zufolge handelt es sich bei dem Investment um ein „Start-Ticket“ zur Expansion. Im Folgejahr will man ein größeres Fundraising starten. Bisher war das Startup bootstrapped.

„Eltern sparen rund 80 Prozent“

Mittlerweile zählt die Neworn-App knapp 20.000 Downloads und rund 600 aktive Nutzer:innen pro Monat. Das Marktplatz-Portfolio umfasst Markenprodukte, hochwertige Kleidung und langlebige Kinderausstattung. „Durchschnittlich sparen Eltern bei uns rund 80 Prozent gegenüber dem Neupreis“, so Schober.

Neben Secondhand-Ware wird auf Neworn auch unverkaufte Neuware („B-Ware“) angeboten. Hintergrund ist die Ökodesign-Verordnung (ESPR) der EU, die Marken künftig untersagt, überschüssige Textilien zu vernichten. Neworn arbeitet mit Labels in Österreich, Deutschland, Polen und UK zusammen, um Retouren, Musterstücke oder Restposten aus der letzten Saison oder unverkaufte Neuware wie Kinderwägen, Spielzeug und Zubehör in den Kreislauf zurückzuführen.

„Es sollte wieder zur Normalität werden, Kleidung weiterzugeben“

Langfristig hat das Startup auch Märkte wie Polen, die Niederlande oder Spanien im Blick. Schober meint dazu: „Wir wollen nicht nur ein Marktplatz sein, sondern den gesamten Prozess des Secondhand-Kaufs attraktiver machen. Es sollte wieder zur Normalität werden, Baby- und Kinderkleidung weiterzugeben und weiter zu nutzen.“

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Gerhard Petzl möchte mit seinem Elektrolyt-Cocktail ein unbesetztes Segment erobern. | © Gerhard Petzl

Wenn Gerhard Petzl eine seiner Plash-Dosen aufmacht, fühlt sich das für ihn ein bisschen nach Urlaub an. Genau dieses exklusive Gefühl will der Gründer mit seinem Getränke-Startup in den Alltag seiner Kund:innen bringen. Seine alkoholfreien Mocktails sollen nach Bar schmecken und nebenbei Elektrolyte liefern. Das Konzept würde die Gen Z mit dem Begriff „Spaßgetränk“ auf den Punkt bringen. Etwas, das man sich zu besonderen Anlässen gönnt, wie ein Gläschen Wein, nur gesünder.

Der Geschmack einer Bar, die Mineralien eines Sportgetränks

Der Hybrid-Cocktail in den drei Geschmacksrichtungen Pink Guava, Lemon & Mint und Orange Ginger | © Plash

Am Anfang der Getränke-Reise stand ein Ärgernis: Sportgetränke liefern Elektrolyte, schmecken aber nicht besonders hochwertig, Softdrinks schmecken, sind aber oft voll mit Zucker oder anderen Konservierungsmitteln. Also entwickelte Petzl, laut eigenen Angaben, den ersten trinkfertigen Mocktail mit Elektrolyten in der EU.

Eine 330-Milliliter-Dose enthält laut eigenen Angaben rund 20 Kalorien, drei Gramm Zucker und bis zu zehn Prozent Fruchtsaft. Zudem sind die Getränke vegan und kommen ohne Konservierungsstoffe aus. Auf künstliche Zuckerfreiheit verzichtet das Startup bewusst: „Der Zucker fungiert als Brücke, die das Geschmacksprofil und die Fruchtnoten stabilisiert“, betont Petzl im Gespräch. Ohne die drei Gramm Zucker würde im Mittelbereich des Körpers der Geschmack absacken – selbst bei der Verwendung von Stevia.

Pro Dose enthält der Hybrid-Cocktail zudem 320 Milligramm Kalium, 120 Milligramm Kalzium, 57 Milligramm Magnesium und 14 Milligramm Natrium in einer Menge, die laut Petzl die gesetzlichen Vorgaben für die Auslobung erfüllt. Ein vergleichbares US-Produkt unterschreite sie. Die gelösten Mineralien zählen zu den teuersten Zutaten, wie der Gründer im Gespräch verrät.

Vom Pastry Chef über Nestlé zum Alleingründer

Ursprünglich kommt Petzl aus der Schokoladenwelt: Über 20 Jahre arbeitete er als Pastry Chef, Chocolatier und Berater in Europa, den USA, Asien und Australien, nach eigenen Angaben mit mehr als acht Goldmedaillen. Danach entwickelte er knapp ein Jahrzehnt lang bei Nestlé in der Schweiz Produkte, von Schokolade bis Babynahrung, und stieg im Sommer 2025 aus.

Eigenfinanzierung und schrittweiser Markteintritt

In puncto Kapitalstruktur geht Plash eigenständige Wege. Petzl ist alleiniger Gründer und verzichtete aktiv auf externes Risikokapital, um die volle Kontrolle über Rezepturen und Unternehmensstrategie zu behalten. Die Produktentwicklung erfolgte in der Schweiz, wo der Webshop im August dieses Jahres eröffnete. Ein Karton mit 24 Dosen wird online für 69,95 Schweizer Franken angeboten.

Parallel bereitet das Startup den Markteintritt in Österreich vor. Die Produktion für den EU-Raum soll künftig direkt in Österreich oder der EU erfolgen, um Logistikwege zu optimieren und Zoll- sowie Mehrwertsteuerhürden zu vermeiden. Der Marktstart im österreichischen Handel verzögert sich aktuell jedoch durch bürokratische Prozesse rund um das nationale Einwegpfandsystem, für das gesetzliche Vertretungen und Registrierungen erforderlich sind.

B2B-Personalisierung und Gastronomie

Um sich im hart umkämpften Getränkesektor durchzusetzen, verzichtet Plash vorerst bewusst auf den klassischen Lebensmitteleinzelhandel. „Der Supermarkt ist definitiv der letzte Schritt“, betont Petzl. Stattdessen setzt das Unternehmen auf zwei Säulen: die gehobene Gastronomie, Hotellerie und Event-Szene sowie ein direktes B2B-Modell.

Für Unternehmenskunden bietet Plash personalisierte Drink-Boxen an, die als Mitarbeiter- oder Kundengeschenke positioniert werden. Kleinserien ab 30 Stück können individuell bedruckt und geliefert werden. Nach dem Anlauf im DACH-Raum plant Plash eine schrittweise internationale Skalierung, unter anderem im Mittleren Osten, wo der Lifestyle-Ansatz des alkoholfreien Premiumsortiments greifen soll. Zu Verkaufszahlen äußert er sich noch nicht. Zum Jahreswechsel soll Österreich folgen, mit Vertrieb, Lager und möglichst auch Produktion vor Ort.

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