22.10.2025
JOBSUCHPLATTFORM

Wiener Startup Nejo launcht KI-gestützte Jobplattform für den DACH-Raum

Die Suchplattform Nejo möchte mit KI-Chat, Lebenslauf-Upload oder klassischer Suchleiste die Jobsuche erleichtern. Sie greift dabei auch direkt auf Jobangebote auf Unternehmens-Seiten zurück. Nach erfolgreicher Beta-Phase launcht heute die Website im DACH-Raum.
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Nejo Team. Foto: nejo

Ende August 2025 waren in Österreich, exklusive Schulungsteilnehmer:innen, 301.421 Menschen arbeitslos gemeldet, aber nur 80.838 offene Stellen sofort verfügbar. Arbeitssuchende müssen oft einfach das richtige Timing erwischen, Glück haben, viel Geduld oder reichlich Vitamin B mitbringen.

Das Durchforsten verschiedener Plattformen und das Finden der passenden Stelle ist meist sehr mühsam – hier spricht man noch nicht von den teils sehr aufwendigen Bewerbungen bis hin zu fehlenden Rückmeldungen. Das Gründerteam, bestehend aus Simona Hübl, Nikolas Wageneder und Agry Zarza, möchte mit der Suchplattform Nejo einen Aspekt für Betroffene einfacher machen: die Jobsuche. Die Mission sei, den Arbeitsmarkt transparenter zu machen und Karrierewege aufzuzeigen, die sonst verborgen wären. Anstatt nur bezahlte Stellenanzeigen zu listen, durchforstet Nejo als Suchmaschine mehrmals täglich tausende Arbeitgeber-Webseiten.

KI-Chat, Lebenslauf-Upload, klassische Suchleiste

250.000 Nutzer:innen hätten die Plattform in der Beta-Phase getestet, mehr als 30.000 Bewerbungen seien generiert worden, heißt es vom Startup. Besonders beliebt sei die KI-Chat-Funktion gewesen. Mit der KI kann man Basics wie die Anzahl an Jahren Berufserfahrung, die gewünschte Branche oder den Wohnort angeben – oder auch spezifische Wünsche äußern. Diese Nutzungsmöglichkeiten seien in der Beta-Phase unterschiedlich ausgefallen. Während manche offener seien, seien andere sehr spezifisch. Dabei beobachtet CEO und Co-Gründerin Simona Hübl, die bisher in der Startup-Branche eher als Investorin und Beraterin bekannt ist: „Das Bedürfnis nach einer Jobsuche, die weit über den Abgleich von Jobtiteln hinausgeht, ist groß.“

Neben dem KI-Chatbot kann man auch seinen Lebenslauf hochladen oder die klassische Suchleiste verwenden. Für Jobsuchende ist die Plattform kostenlos.

Auch Arbeitgeber:innen müssen nichts für die Listung der Jobausschreibungen zahlen. Wer jedoch gezielt bestimmte Kandidat:innen ansprechen möchte, hat die Möglichkeit, ein Premium-Modell ab 15 Euro pro qualifizierter Bewerbung zu nutzen oder seine Arbeitgebermarke durch ein individuelles Unternehmensprofil hervorzuheben.

Alleinstellungsmerkmal

Laut dem Startup würden auf Nejo aktuell über 40.000 Jobs in Österreich abgedeckt sein, das entspreche einer Marktabdeckung von 27 Prozent. Bis Jahresende möchte die Plattform diese auf über 50 Prozent steigern. Deswegen unterscheide sie sich von klassischen Jobplattformen, die ausschließlich bezahlte Stellenanzeigen listen würden.

Ganz allein ist Nejo damit aber doch nicht: Genau dieses Alleinstellungsmerkmal nannte etwa auch das Wiener Startup Grizzly, als es seine Jobsuchplattform letztes Jahr launchte. Ebenso verfügt das Startup über einen KI-gestützten Chatbot namens Bärnhard, der passende Jobs findet (brutkasten berichtete).

Finanzierung

Was Nejo vielleicht besser als die bereits bestehenden Mitbewerber:innen kann: die Finanzierung. Das Startup ist Teil des Programms „Entrepreneurship in Technology“ der FH Technikum Wien und wird von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) sowie von Google for Startups und Microsoft for Startups gefördert.

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Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer und Innovationsminister Peter Hanke (Archivbild) | (c) BKA/Paul Gruber
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Sie wird regelmäßig als möglicher Hebel genannt, um Startups abseits von klassischen Förderungen staatlich zu unterstützen: die öffentliche Beschaffung. Gleichzeitig wird kritisiert, dass diese oft nicht die kommunizierten Zielsetzungen, etwa in der Stärkung der heimischen Innovationslandschaft, widerspiegelt. Das will die österreichische Bundesregierung nun mit einem „nationalen Aktionsplan Strategische Öffentliche Beschaffung“ ändern, der bis Jahresende unter Federführung von Wirtschafts- und Innovationsministerium ausgearbeitet werden soll.

Öffentliche Auftraggeber stärker als Erst- und Referenzkunden für Startups etablieren

Der Aktionsplan soll „als Handlungsleitfaden für den Bund, seine Beteiligungen sowie weitere öffentliche Auftraggeber dienen“. Ziel sei es, Innovation, Wettbewerbsfähigkeit, Nachhaltigkeit und europäische Wertschöpfung stärker in Beschaffungsprozessen zu verankern. Ein besonderer Schwerpunkt liege darauf, öffentliche Auftraggeber stärker als Erst- und Referenzkunden für innovative Unternehmen und Startups zu etablieren. Damit sollen „neue Technologien schneller zur Marktreife gelangen und zusätzliche Impulse für Wachstum und privates Kapital entstehen“.

Hanke: „Das Billigstbieterprinzip ist in dieser Form nicht mehr zeitgemäß“

Innovationsminister Peter Hanke führt aus: „Mit rund 70 Milliarden Euro jährlich verfügt der Staat über enorme Gestaltungskraft. Diese wollen wir künftig gezielt einsetzen, um Innovationen schneller in die Anwendung zu bringen, die Wettbewerbsfähigkeit unseres Standorts zu stärken und europäische Souveränität auszubauen.“

Hier gelte es neue Wege zu gehen: „Das Billigstbieterprinzip ist in dieser Form nicht mehr zeitgemäß. Wir brauchen eine Beschaffung, die europäische Souveränität und Innovationskraft in den Vordergrund stellt“, so Hanke. Der Staat soll dabei „als Ankerkunde vorangehen“ und innovativen Unternehmen die Möglichkeit geben, ihre Lösungen erstmals im Markt einzusetzen. „Das stärkt unsere Startups, schafft heimische Wertschöpfung und macht Österreich technologisch unabhängiger“, meint der Minister. Bundesbeteiligungen wie die ÖBB und ASFINAG seien dabei bereits Vorreiter. Ziel sei es, dass die Republik ihre Rolle als Eigentümer konsequenter ausbaue.

Und Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer ergänzt: „Der Staat soll nicht nur einkaufen, sondern Innovationen den Weg in den Markt ebnen. Wenn die öffentliche Hand als Erst- und Referenzkunde vorangeht, schaffen wir Marktchancen für heimische Unternehmen, stärken europäische Wertschöpfung und machen aus Innovation schneller wirtschaftlichen Erfolg. Genau diesen Paradigmenwechsel treiben wir jetzt voran.“

Spinoff-Gründungen als konkrete KPI für „Austrian Quantum Cluster“

Zeitgleich geben die beiden Minister per Aussendung auch ein Update zu weiteren Maßnahmen im Bereich der in der Industriestrategie 2035 (brutkasten berichtete) definierten Schlüsseltechnologien. In der AI Factory Austria seien demnach 53 von insgesamt 80 Millionen Euro Projektkosten als Investition in einen Supercomputer vorgesehen, der kommendes Jahr in Wien in Betrieb gehen soll.

Zudem nennen die Ministerien einige KPIs für den „Austrian Quantum Cluster“, in den heuer 30 Millionen Euro aus dem Fonds Zukunft Österreich fließen (brutkasten berichtete). Demnach soll der „erste Megacluster Österreichs“ unter der Ägide von aws (Austria Wirtschaftsservice), FFG (Forschungsförderungsgesellschaft), CDG (Christian Doppler Forschungsgesellschaft) und FWF (Wissenschaftsfonds) etwa mindestens fünf Spinoffs hervorbringen und mindestens acht Millionen Euro Folgeinvestitionen für Startups bzw. Scaleups hebeln. „Wir wollen Quantentechnologie nicht nur erforschen, sondern in Österreich entwickeln, produzieren und vermarkten. Unser Ziel ist klar: Aus Spitzenforschung soll Spitzenindustrie werden“, kommentiert Hattmannsdorfer. Dabei setze man auf „Fokus statt Gießkanne“.

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