09.04.2026
"CHARGE WITH FRIENDS"

Wiener Startup kW-Solutions bringt mit neuer Plattform Transportunternehmen zusammen

E-Lkw können Transportunternehmen angesichts der volatilen Energiepreise mit den richtigen Voraussetzungen viel Geld sparen. Mit der Plattform „Charge with Friends“ will kW-Solutions helfen, diese Voraussetzungen zu schaffen.
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v.l.n.r. Lukas Skarabela, Klaus Ahamer (beide Schachinger) & Korbinian Kasinger (kW-Solutions) | Foto © Paul Gruber
v.l.n.r. Lukas Skarabela, Klaus Ahamer (beide Schachinger) & Korbinian Kasinger (kW-Solutions) | Foto © Paul Gruber

In einer Welt, in der allein ein Social-Media-Posting des US-Präsidenten den globalen Energiemarkt in eine Richtung schießen lassen kann – ganz zu schweigen von Kriegsentscheidungen desselben Präsidenten, wirkt das Konzept verlockend: Auf E-Fahrzeuge setzen, den Strom mit Photovoltaik selbst herstellen und damit die Abhängigkeit vom Weltmarkt reduzieren. Genau das machen mittlerweile einige namhafte Transportunternehmen. In der Praxis bringt das Modell jedoch immer noch Herausforderungen mit sich.

Eigenes System nicht ausgelastet, teures Laden außerhalb

„Durch isoliertes Agieren entstehen parallel zueinander zahlreiche umfangreiche und nicht öffentliche Ladeinfrastrukturen, die oft unzureichend ausgelastet werden. Zusätzlich zu diesem noch nutzbaren Potenzial steigen die Kosten deutlich, sobald Fahrzeuge außerhalb des eigenen Depots geladen werden müssen“, heißt es vom auf Ladeinfrastruktur spezialisierten Wiener Startup kW-Solutions. Sprich: Wer sich im eigenen Depot ein eigenes Energieökosystem mit Photovoltaik, Speicheranlagen und Ladeinfrastruktur aufbaut, muss die Kosten dafür erst einmal hereinbekommen und zahlt beim noch dazu unpraktischen öffentlichen Laden trotzdem Preise, die nicht die erhofften Kostenvorteile gegenüber Diesel bringen.

„Charge with Friends“ vernetzt Transportunternehmen

Mit der neuen Plattform „Charge with Friends“ will kW-Solutions dieses Problem lösen. Über die Plattform können sich Transportunternehmen gegenseitig finden, kontaktieren und Depot-Ladeinfrastruktur zur Verfügung stellen. Die Preisgestaltung ist dabei flexibel: Anbieter:innen bestimmen selbst, zu welchen Konditionen sie ihren Strom anbieten, Nutzer:innen sehen die Tarife und weitere relevante Informationen zum Laden am Standort vorab und bekommen auch über die Plattform die Abrechnung. „Dies wird das Bottlemeck des Ladens unterwegs überwinden und zur Skalierung der Elektromobilität beitragen“, kommentiert Gründer Korbinian Kasinger.

Zwei Referenzkunden investierten auch in kW-Solutions

Bereits jetzt zum offiziellen Start kann kW-Solutions die Transportunternehmen Schachinger Logistik, Reder Transporte und Schlager Transport Logistik als „Charge with Friends“-Partner vorweisen. Zwei der Transportunternehmer dahinter, Günther Reder und Hubert Schlager, waren zuletzt auch an einer im Februar kommunizierten Finanzierungsrunde für das Startup beteiligt (brutkasten berichtete).

Schlager Transport Logistik war bereits seit 2023 Kunde des Startups und nutzt auch das System „Charly Transportation“, mit dem kW-Solutions bereits bisher im Transport-Bereich aktiv ist. Es soll zur führenden Software für Lade- und Energiemanagement in der Transportwirtschaft ausgebaut werden und letztlich zu einem besseren Energiesystem im Segment führen. Inklusive des Wohnungsmarkts und des (halb-)öffentlichen Bereichs betreibt das 2021 gegründete Startup mittlerweile etwa 2.500 Ladepunkte.

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Elisabeth Zehetner (Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus) | Foto: Martin Pacher
Elisabeth Zehetner (Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus) | Foto: Martin Pacher / brutkasten

Dass sich die aktuell noch laufenden Verhandlungen zur EU Inc. auf Ratsebene nicht so entwickeln, wie es sich die Initiator:innen der gleichnamigen Initiative wünschen würden, ist allgemein bekannt. Übte man nach der Veröffentlichung des Kommissionsentwurfs im März noch deutliche Kritik an diesem, würde man ihn inzwischen wohl gerne so annehmen. Denn der aktuell noch in Ausarbeitung befindliche Vorschlag des Rats der EU-Justizminister:innen dürfte letztlich, wenn man mit den Verhandlungen vertrauten Personen Glauben schenken darf, kaum noch etwas mit dem ursprünglichen Vorschlag der Initiative zu tun haben. Die absoluten Kern-Forderungen seien darin de facto zur Gänze gestrichen, was überbleibe sei „nicht mehr als ein Label und vielleicht etwas schnellere Gründung“, hört man.

Österreich als EU-Inc.-Antagonist

Das offizielle Österreich spielt dabei dem Vernehmen nach eher die Rolle des Antagonisten. Das SPÖ-geführte Justizministerium zähle in den Verhandlungen zu den Verhinderern. Rot-weiß-roter Gegenwind zur EU Inc. komme aber auch von anderer Seite, nicht nur, wie allgemein bekannt, von Notariatskammer und Arbeiterkammer, sondern auch von einflussreichen Personen in der Wirtschaftskammer.

Zehetner: deutliche Positionierung pro EU Inc.

In dieser durchaus komplexen Gemengelage von Interessen aus ganz unterschiedlicher Richtung, mag es fast verwundern, dass sich Startup-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner nun öffentlich durchaus deutlich positionierte. „Ich bin unzufrieden damit, wohin sich die Diskussion zur EU Inc. momentan entwickelt – sowohl auf EU- als auch auf nationaler Ebene“, sagte sie heute bei einer Keynote im Rahmen des Verbund Venture Day 2026 an der WU Wien. Auf diese Weise werde die EU Inc. nicht zur Alternative zur amerikanischen Delaware Inc., die auch sie sich wünsche.

Mitarbeiter:innenbeteiligung via FlexCo „noch nicht attraktiv genug“

Auch sonst gab sich Zehetner in ihrer Rede, die sich auf europäische Souveränität im Startup-Bereich fokussierte, kritisch. Die FlexCo etwa bezeichnete sie in Sachen Mitarbeiter:innen-Beteiligung als „ersten Schritt“, aber „noch nicht attraktiv genug“. Es brauche neue Steuerregeln, die Mitarbeiter:innenbeteiligung praktikabel machen. Auch ihre bereits einmal dezidiert geäußerte Forderung nach Steuererleichterungen bei Startup-Beteiligungen – vulgo Beteiligungsfreibetrag – wiederholte sie bei der Gelegenheit. Auf europäischer Ebene sieht sie Handlungsbedarf u.a. in Sachen Kapitalmarktunion. Lob gab es von Zehetner dafür für den European Scaleup Funds – ergänzt mit Eigenlob für den geplanten österreichischen Dachfonds.

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