03.09.2025
ALKOHOLFREIE GETRÄNKE

Wiener Startup kein & low kuratiert alkoholfreie und alkoholreduzierte Getränke

Proxy Wein, alkoholfreier Spirit, sparkling Teas - das und vieles mehr verkauft der Online- und Bottleshop "kein & low" in Neubau. Lucas Matthies und Friederike Duhme erzählen im Gespräch mit brutkasten, warum es alkoholfreie Getränke in Österreich braucht und, was alles hinter dem Startup steckt.
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Lucas Matthies (Gründer), Friederike Duhme (Co-Inhaberin). © kein&low

„Es geht um Speciality Drinks, um den Aufbau einer modernen Trinkkultur, um ein No-Low-Movement“, sagt Friederike Duhme, Co-Inhaberin, Gastronomin und moderne Sommelière. Gemeinsam mit Gründer Lucas Matthies kuratiert sie die Getränke für kein & low – eine Auswahl, die weit mehr sei als nur alkoholfrei. „Die Getränke sind so besonders, dass wir sie gar nicht darauf reduzieren wollen“, betont Duhme.

Während die Gründerin die Philosophie beschreibt, liegt für Lucas Matthies die Motivation im Persönlichen. Früher arbeitete er als Marketingleiter bei Wein & Co – und griff dort oft selbst zum Glas. Um aus diesem Kreislauf auszubrechen, machte er sich auf die Suche nach spannenden alkoholfreien Alternativen. „Ich suchte nach den gleichen sozialen Austauschmöglichkeiten wie beim Wein und Bier und war dann enttäuscht, was wir in Österreich eigentlich haben“, erzählt er. Händler gab es schon, wonach Matthies suchte, erschuf er sich selbst: „Wir sind tatsächlich die Einzigen, die sich voll und ganz auf Speciality Beverage und -Drinks fokussieren, die Events und Tastings organisieren und eine Community bilden wollen.“

Der erste Schritt auf dem Weg zur Umsetzung? „Urlaub!“, rief Matthies aus. Duhme lacht im Hintergrund. „Ich sicherte als Erstes die Domain. Ich wusste von Anfang an, dass es kein & low heißen soll.“, sagt er weiter. Nach drei Monaten lancierte Matthies den Online-Shop. Das ist jetzt fast genau ein Jahr her.

Proxy Wein, alkoholfreier Spirit, sparkling Teas und mehr

Mittlerweile haben sie ein Sortiment von 120 Produkten. Proxy Wein ist beispielsweise nicht im klassischen Sinne ein entalkoholisierter Wein, sondern nur inspiriert davon. Eine Kreation aus Teeaufgüssen, Fruchtauszügen, Kräutern, Gewürzen, die an einen Wein erinnert. Um sich den unterschiedlichen Geschmäckern bekannt zu machen, bietet kein & low mittlerweile auch regelmäßig „unbeschwipst tastings“ in ihrem im Mai eröffneten Shop in Neubau an. „Für zwei Stunden kleben uns dann wirklich die Leute an den Lippen und genießen jedes Getränk – oder zumindest acht von zehn.“, sagt Duhme.

Finanzierung durch Abo-Modelle, Online-Shop, Tastings

Auf dem Online-Shop von kein & low kann man einzelne Flaschen kaufen, aber auch Bundles, die aus drei Flaschen der persönlichen Empfehlung von Duhme und Matthies kuratiert sind. Ein Bundle beinhaltet drei Flaschen und kostet zwischen 60 und 70 Euro. Auch bieten sie ein Abo-Modell für 75 Euro mit vier bis sechs Flaschen an. Die einzelnen Flaschen liegen preislich nah am Weinmarkt.

Um den Online-Shop zu eröffnen, hat Matthies Eigenkapital hineingesteckt, sowie ein Bankkredit aufgenommen. Immerhin müsste man die Produzent:innen bezahlen und größere Mengen bestellen, sonst lohne es sich kaum. Für den Bottleshop bekamen Duhme und Matthies eine Förderung der Wirtschaftsagentur. Langfristig möchten sie darüber nachdenken, ob sich jemand am Unternehmen beteiligen und unterstützen möchte. „Der hilft, das Ganze größer zu machen.“, sagt Matthies. Die Idee wäre mehrere Geschäfte zu haben. Für Investor:innen seien sie offen.

Was als Nächstes ansteht

Künftig möchte kein & low auch Agenturleistungen für Marken, die in ähnlichen Bereichen agieren, anbieten. Von Social Media über Kommunikation bis hin zu Marketingstrategien, Networking und Unterstützung bei Events. „Wir haben wahnsinnig viele Kontakte in zwei Teilbereichen.“, sagt Duhme. Diese Kombination aus ihren Expertisen aus Getränke- und Marketingbranche sei wertvoll.

Nach einem Jahr wollen sie einiges im Unternehmen umstellen: eine klare Mission, Vision und Ziele definieren und daran folgen, das Unternehmen breiter aufzustellen. Geplant sind auch Aktionen wie Studierendenrabatte. Für physische Stores müssten sie die Zahlen prüfen, geeignete Locations finden und das Konzept dafür weiterentwickeln. Verkostung, Probieren und das Erlebnis sind große Bestandteile des Startups.

Insgesamt will kein & low die Trinkkultur verändern und erweitern, sodass alkoholfreie Getränke nicht als Verzicht wahrgenommen werden, sondern als eigenständige, begehrenswerte Genussoptionen.

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Instahelp, Mental Health
© Instahelp/Leaders 21 - Bernadette Frech, CEO Instahelp und Florian Gschwandtner, Mitgründer von Runtastic und Foxyfitness.

Hoher Druck, lange Arbeitstage, finanzielle Unsicherheit und große Verantwortung: Die psychische Belastung in Startups ist hoch. Gleichzeitig nehmen viele Gründer:innen und Mitarbeitende professionelle Unterstützung gar nicht oder erst sehr spät in Anspruch.

Instahelp adressiert Startups

„Als Gründer redest du nicht über Erschöpfung, du funktionierst. Dabei ist mentale Gesundheit eine der wichtigsten Voraussetzungen für nachhaltigen Erfolg – darüber wird in der Startup-Welt noch immer viel zu wenig offen gesprochen“, mahnt Florian Gschwandtner, Mitgründer von Runtastic und Foxyfitness.

Deshalb richtet sich das Grazer Mental-Health-Unternehmen Instahelp mit einem neuen Konzept konkret an Startups, für die klassische betriebliche Gesundheitsangebote oft zu aufwändig oder zu teuer sind. Als Alternative bietet die Plattform eine psychologische Online-Beratung an, die sich eigenständig buchen lässt und kein traditionelles Onboarding erfordert. Im Jahr 2026 fällt dafür keine Grundgebühr an. Stattdessen funktioniert das Modell über ein Guthabensystem mit einer Mindestabnahme von zehn Beratungseinheiten. Mitarbeitende können die vertraulichen Termine ortsunabhängig wahrnehmen, was auch Randzeiten wie Abende und Wochenenden einschließt.

Enorme Arbeitsdichte als massives Gesundheitsrisiko

Die Belastung in jungen österreichischen Unternehmen ist häufig strukturell bedingt. Was stellvertretend für den gesamten DACH-Raum in einer Studie des deutschen Startup-Bundesverbands und der Techniker Krankenkasse in Zahlen gegossen wurde, lässt sich nahezu eins zu eins auf die heimische Szene umlegen: 68 % der Gründer:innen sehen die enorme Arbeitsdichte als massives Gesundheitsrisiko, 62 % nennen die ständige berufliche Unsicherheit als wesentlichen Stressfaktor.

Auch im heimischen Ökosystem kommen eine Kultur der ständigen Erreichbarkeit, der oftmals zermürbende Finanzierungsdruck und die Tatsache hinzu, dass in den meist kleinen Teams österreichischer Startups der Ausfall einer einzigen Person oft direkte und weitreichende Konsequenzen für das gesamte Unternehmen hat.

Instahelp-CEO: „Gesundheit kein Luxus“

„Mentale Gesundheitsförderung darf kein Luxus sein, den sich nur große, etablierte Unternehmen leisten können. Gerade in der Gründungsphase, wo viel auf dem Spiel steht und Ressourcen knapp sind, brauchen Menschen Unterstützung“, sagt Bernadette Frech, CEO von Instahelp. „Genau hier wollen wir mit einem Angebot ansetzen, das sich an die Realität junger Unternehmen anpasst und nicht umgekehrt.“

Neben Startups richtet sich das Angebot auch an Vereine, NGOs und KMUs. „In der Startup-Welt reden wir viel über Resilienz, aber noch zu wenig darüber, was Menschen wirklich brauchen, um langfristig leistungsfähig zu bleiben“, sagt René Berger, Mercedes AMG Board Member, Investor und Co-Founder von Instahelp. „Niedrigschwellige psychologische Unterstützung ist ein essenzielles Investment in die wichtigste Ressource jedes Unternehmens: die Menschen dahinter.“

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