15.04.2025
ÖKOSTROM

Wiener Startup enspired und Wien Energie haben Kooperation gestartet

Wien Energie und enspired verkaufen Ökostrom aus einer privaten PV-Anlage erstmals im Großhandel. Durch das KI-basierte System soll der Besitzer der PV-Anlage besonders profitieren. Der Großbatteriespeicher gehört einem niederösterreichischen Landwirt und wird mit Strom aus seiner Photovoltaik-Anlage gespeist.
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Das Führungsteam von enspired: Jürgen Mayerhofer, Wolfgang Eichberger © enspired
Das Führungsteam von enspired © enspired

Bei dem Projekt wird der Strom von einer Photovoltaik-Anlage in einen lokalen Großbatteriespeicher eingespeist. Wien Energie verkauft den produzierten Ökostrom im Großhandel genau dann, wenn mit steigendem Strom-Bedarf auch die Preise steigen. Dazu kommt die KI-unterstützte Handelstechnologie von dem Wiener Startup enspired zum Einsatz. Enspired hat sich auf den optimierten Betrieb von Batterien spezialisiert, wie brutkasten bereits berichtete.  

Durch die Zusammenarbeit und die Inbetriebnahme dieses Modells soll der lokale Strommarkt revolutioniert werden, sagt Jürgen Mayerhofer, CEO und Mitbegründer von enspired. Durch das Projekt sollen andere Branchenakteure dazu animiert werden, ebenso Batterieprojekte in ihr Portfolio aufzunehmen. Damit soll das Stromnetz insgesamt nachhaltiger werden.

Strom stammt von niederösterreichischem Landwirt

Die Anlage gehört dem niederösterreichischen Landwirt Michael Weninger, der sich bereits seit gut 30 Jahren mit nachhaltiger Stromerzeugung beschäftigt. Seit 1993 nutzt er eine Biogas-Anlage. Sie verarbeitet Biogas aus pflanzlichen und tierischen Reststoffen in einem Blockheizkraftwerk zu Strom und Wärme. 2011 kam eine PV-Anlage dazu, 2024 folgte eine weitere PV-Anlage sowie der besagte Großbatteriespeicher, der jetzt ausschlaggebend für das Pionier-Projekt ist.

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(c) Karin Hackl Wirtschaftsagentur Wien

Die Stadt Wien und die Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien haben die Einreichphase für ihr gemeinsames Finanzierungsinstrument Wiener Wachstum gestartet. Insgesamt stehen dafür sieben Millionen Euro Startkapital zur Verfügung. Ziel ist es, die Eigenkapitalbasis wachstumsorientierter Unternehmen zu stärken und ihnen die nächsten Entwicklungsschritte zu ermöglichen.

Bereits im April dieses Jahres wurde das Finanzierungsmodell angekündigt. Hinter der Initiative steht eine gemeinsame Gesellschaft der Wirtschaftsagentur Wien und der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien. Beide Partner stellen jeweils 3,5 Millionen Euro zur Verfügung.

„Mit Wiener Wachstum wollen wir KMU in kritischen Wachstumsphasen gezielt begleiten und Investitionen in Innovation, Internationalisierung sowie Technologie ermöglichen“, erklärt Martin Hauer, Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien.

Wer kann sich bewerben?

Das Angebot richtet sich an Wiener Startups, Scaleups sowie KMU aus der Gesundheits- und Digitalwirtschaft. Dazu zählen beispielsweise Unternehmen aus den Bereichen Life Sciences, Medizintechnik, Pharma und Diagnostik sowie Software, Künstliche Intelligenz, Quantentechnologien und Cybersecurity.

Voraussetzung ist unter anderem, dass die Unternehmen als Kapitalgesellschaft eingetragen sind, über ein tragfähiges Geschäftsmodell verfügen und seit „mindestens zwei bis drei Jahren“ eine Betriebsstätte in Wien haben. Unterstützt werden sollen insbesondere Vorhaben zur Skalierung, Internationalisierung, technologischen Weiterentwicklung oder Erweiterung von Produktionskapazitäten.

Keine klassische Förderung, sondern eine Beteiligung

Bei Wiener Wachstum handelt es sich nicht um eine klassische Förderung, sondern um eine Finanzierung. Die vereinbarte Summe wird vollständig an die Unternehmen ausbezahlt. Im Gegenzug führen erfolgreiche Unternehmen später einen vertraglich vereinbarten Anteil ihrer Gewinne an Wiener Wachstum zurück. Diese sollen künftig für weitere Unternehmensfinanzierungen eingesetzt werden und damit einen langfristigen Finanzierungskreislauf schaffen.

„Wir beschreiten mit Wiener Wachstum einen ganz neuen Weg abseits unserer bestehenden Fördermöglichkeiten“, erklärt Vizebürgermeisterin und Wirtschaftsstadträtin Barbara Novak. Die Finanzierung stärke die Eigenkapitalbasis der Unternehmen und werde flexibel an deren Anforderungen angepasst.

Pro Unternehmen sind Finanzierungen zwischen 100.000 und 500.000 Euro möglich. Dabei kommen beispielsweise direkte Unternehmensbeteiligungen oder eigenkapitalähnliche Finanzierungen, etwa in Form qualifizierter Nachrangdarlehen, infrage. Bei direkten Beteiligungen liegt die Beteiligungsquote bei maximal 25 Prozent. Der vorgesehene Beteiligungszeit beträgt sieben bis zehn Jahre mit einer klaren Exitstrategie. Die konkreten Konditionen werden individuell vereinbart.

Einreichungen ab sofort möglich

Interessierte Unternehmen können sich ab sofort über die Website der Wirtschaftsagentur Wien für eine Finanzierung bewerben. Eine fixe Einreichfrist gibt es nicht. Nach einer ersten Prüfung der eingereichten Unterlagen folgen Gespräche über ein mögliches Investment sowie eine vertiefte Unternehmensprüfung. Der gesamte Prozess kann laut Wirtschaftsagentur Wien vier bis sechs Monate dauern.

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