03.07.2025
FRISCHES KAPITAL

Wiener Startup Cybertrap saniert: Zusammenarbeit mit datAInsights sichert Neustart

Das 2024 in die Insolvenz gerutschte Wiener Startup Cybertrap meldet sich zurück: Es wurde erfolgreich saniert. Möglich machte das ein Investment und der Einstieg des Wiener KI-Startups datAInsights.
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v.l.n.r.: René Heinzl, Markus Nissl und Adi Reschenhofer | © datAInsights, Cybertrap

Cybertrap wurde 2015 gegründet und entwickelte eine sogenannte „Deception-Technologie“, die Unternehmen vor Cyberangriffen schützen soll. Angreifer werden dabei gezielt in eine künstliche IT-Umgebung gelockt, dort überwacht und idealerweise identifiziert, bevor sie Schaden anrichten können.

Mit dieser Strategie konnte das Unternehmen nicht nur Kunden, sondern auch Investor:innen überzeugen. 2021 holte Cybertrap 1,62 Millionen Euro an frischem Kapital, 2023 folgte eine weitere Finanzierungsrunde über 500.000 Euro – brutkasten berichtete. Ein Investor war in beiden Runden der ehemalige Venionaire-Capital-Partner Adi Reschenhofer, der später auch als CEO ins Unternehmen einstieg.

Ein halbes Jahr nach der letzten Finanzierungsrunde folgte jedoch der Rückschlag: Im April 2024 musste Cybertrap Insolvenz anmelden. Damals sagte Reschenhofer auf eine brutkasten-Anfrage: „Das Ziel ist es nun ohne zusätzliche Schulden den Weiterbetrieb der Cybertrap sicherzustellen. Daran arbeiten wir gerade unermüdlich.“

Veränderungen bei Cybertrap

Nun steht fest: Der Plan ist aufgegangen. Bestehende Investor:innen und das Wiener KI-Startup datAInsights investierten einen weiteren Betrag in Höhe von ingesamt 300.000 Euro und retteten so Cybertrap aus der Insolvenz.

Neben datAInsights, das mit 30 Prozent einsteigt, hält CEO Reschenhofer selbst 48,36 Prozent der Anteile. Die restlichen 21,64 Prozent bleiben bei den bisherigen Investor:innen. Außerdem kommt mit René Heinzl, Co-Founder von datAInsights, ein neuer CTO an Bord. Markus Nissl, CEO von datAInsights, übernimmt bei Cybertrap die Leitung für Forschung und Entwicklung.

Die Zusammenarbeit zwischen Cybertrap und datAInsights ermögliche eine Integration “modernster Technologie zur Reduktion von KI-Halluzinationen”, so Heinzl weiter. Sein Startup datAInsights entwickelte nämlich eine spezielle Architektur, die es verspricht, Halluzinationen bei Large Language Models (LLMs) zu reduzieren oder komplett zu eliminieren. Dabei soll das Unternehmen – das behauptet es zumindest – Tech-Giganten wie Microsoft oder Google einen Schritt voraus sein. Für diese Lösung konnte datAInsights damals sogar Ex-Digitalisierungsministerin Margarete Schramböck als Investorin an Bord holen (brutkasten berichtete). 

„Neue Generation von Cyberabwehrsystemen“

Mit dem Einstieg von datAInsights entstehe eine „neue Generation von Cyberabwehrsystemen, die menschliche Entscheidungsprozesse mit vertrauenswürdiger Künstlicher Intelligenz ergänzt, skalierbar, präzise und bereit für den internationalen Markt“, so Heinzl gegenüber brutkasten.

Denn neben seiner Deception-Technologie bietet Cybertrap nun auch automatisierte, transparente Reports, die False Positives reduzieren sollen. So könne man in Echtzeit gezielt auf reale Bedrohungen reagieren, verspricht das Startup.

Ein weiteres Resultat der Zusammenarbeit ist außerdem die KI-Plattform engage AI, die aus „AI Discovery, AI Threat Intelligence und AI Deceptor“ besteht, erklärt Heinzl. Derzeit wird das Produkt bereits von Kunden getestet.

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Das Gründungs-Trio von AYB: Dominik Jöbstl, Robert Haidl und Fabio Steiner (v.l.) © AYB

„Ausgewaschene Baumwollunterhosen fühlen sich mit der Zeit an wie so ein 40er Schleifpapier“, zumindest, wenn es nach Fabio Steiner, Dominik Jöbstl und Robert Haidl geht. Die drei Grazer wollten sich mit diesem Problem nicht länger abfinden und begannen so an der „perfekten Boxershorts“ zu tüfteln. Daraus geworden ist im November 2025 die AYB Underwear GmbH. AYB steht hier für „About Your Balls“. Seit Mitte Juli 2026 kann man sich vom Website-Claim „kein Zwicken. kein Kratzen.“ nun selbst überzeugen.

Zwei Jahre Materialsuche

Rund zwei Jahre arbeiteten die Gründer mit der Grazer Schneiderin Sarah Kohlendorfer zusammen, testeten laut eigenen Angaben mehr als 30 Stoffe und zwölf Prototypen, ehe die Wahl auf Tencel Modal Micro der oberösterreichischen Lenzing AG fiel.

Auch der Schnitt wurde mehrfach überarbeitet: An der Hüfte, „dort ist der Punkt, wo die Unterhose am meisten spannt“, wie Steiner im Interview erklärt, verzichtet AYB auf eine Naht. Stattdessen verlaufen die Nähte vorne und hinten. Daraus ergeben sich zwei zusätzliche Nähte, dafür aber ohne Druckstellen an der empfindlichsten Zone, wie die Gründer ausführen.

Made in China

Produziert wird in einer Partnerfirma im chinesischen Guangdong. Dort würden laut Steiner „90 Prozent aller Unterhosen der Welt produziert“, die Lieferketten seien entsprechend eingespielt. Eine Produktion in Europa hätte man laut Steiner deutlich teurer kalkulieren müssen: „Wir hätten das Dreifache verlangen müssen.“

Preislich positioniert sich AYB zwischen Billiganbietern und Premiummarken, ein Dreierset kostet 44,90 Euro. Über die genaue Marge wollten die Gründer keine Angaben machen, sie sei aber „für das Textilgeschäft üblich“, erwähnt man im Interview.

Verkaufszahlen übertreffen die eigenen Erwartungen

Die ersten Pre-Sale Bestellungen von AYB wurden selbst ausgeliefert. © AYB

Mitte Juli 2026 ging AYB mit einer ersten Bestellung von 1.000 3er-Sets in den regulären Verkauf. Ursprünglich hatten die Gründer mit 50 verkauften Sets pro Monat kalkuliert „und jetzt haben wir halt einfach mehr als das Zehnfache verkauft“, sagt Steiner.

Rund 600 Dreiersets wurden bislang abgesetzt, eine zweite Bestellung über 2.000 weitere Sets ist bereits unterwegs. Finanziert wird sie aus dem laufenden Cashflow: „Es läuft aktuell in einem positiven Cashflow, was uns sehr happy stimmt“, bestätigt Steiner gegenüber brutkasten. Auf Investor:innen verzichten die drei laut eigenen Angaben bewusst. Man wolle es soweit wie möglich bootstrappen.

Vom Marketingbüro zum Boxershort-Business

Steiner und Jöbstl betreiben parallel eine eigene Marketingagentur, aus deren Einnahmen unter anderem die GmbH-Gründung über 12.000 Euro von AYB mitfinanziert wurde. Aktuell laufen beide Geschäfte parallel. „Um auch zu schauen, was funktioniert am Ende des Tages einfach besser“, meint Steiner. Bis man sich bei AYB etwas auszahlen könne „dauert sicher noch zwei, drei Jahre“, fügt er hinzu.

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