21.02.2025
EXPANSION

Wiener Social Startup Hobby Lobby expandiert nach Rumänien

Es ist das dritte Land, in dem das Wiener Social Startup Hobby Lobby nun seine Türen öffnet: Nach elf Standorten in Österreich und Deutschland geht man nun den Schritt nach Südosteuropa.
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Geschäftsführung der Hobby Lobby: Rosa Bergmann und Raphaela Friedl | Foto: Simon Groihofer

Erst im April des Vorjahres verkündete das in Wien gegründete Social Startup Hobby Lobby seine Expansion nach Deutschland. Damals zählte man bereits zehn Standorte, der elfte und erste Standort außerhalb Österreichs startete schließlich im ostdeutschen Rostock – brutkasten berichtete.

2019 startete die Hobby Lobby mit kostenlosen Freizeitkursen für Kinder aus sozioökonomisch benachteiligten Familien in Wien-Favoriten. Seither konnten mehr als 10.000 Kursplätze für Kinder und Jugendliche aus sozioökonomisch benachteiligten Familien bereitgestellt werden.

Das Wiener Social Startup bietet kostenlose Kurse wie Coding, Fotografie, Volleyball oder Englisch und ermöglicht damit Kindern sowie Jugendlichen aus sozioökonomisch benachteiligten Familien dennoch von derartigen Freizeitaktivitäten zu profitieren. Das Ziel: Kinder und Jugendliche sollen so ihre Stärken entdecken und ihre Potenziale entfalten können. Mit dem Angebot wagt man nun die weitere Expansion.

Hobby Lobby expandiert nach Rumänien

Wie in einer Pressemeldung am heutigen Freitag kommuniziert wird, expandiert Hobby Lobby nach Rumänien – konkret in die Stadt Timișoara. Damit ist die Bildungsinitiative neben Österreich und Deutschland nun im dritten Land Europas tätig. Bislang zählte man Standorte in Wien (Favoriten, Brigittenau, Landstraße, Ottakring und Floridsdorf), in Niederösterreich (Mödling und Wiener Neustadt), in Linz, Salzburg-Stadt, Innsbruck, Graz und im deutschen Rostock.

Dies sei ein Zeichen von „Bedarf und Nachfrage nach niederschwelligen und kostenlosen Freizeitangeboten für Kinder und Jugendliche“, heißt es. „Wir freuen uns, dass unsere Arbeit so großen Zuspruch findet. Denn eine sinnvolle Freizeitgestaltung sollte in unserer Gesellschaft kein Privileg sein.“ sagt Rosa Bergmann, Co-Gründerin und Geschäftsführerin der Hobby Lobby.

„Jedes Kind verdient die Chance, seine Potenziale und Stärken zu entdecken – unabhängig von finanziellen Möglichkeiten. Dafür setzen wir uns an unseren mittlerweile dreizehn Standorten mit voller Kraft ein“, so Bergmann.

Die Idee entstand in Wien-Favoriten

Die Idee zum mehrfach ausgezeichneten Hobby-Lobby-Konzept entstand in Wien. Zusammen mit vier anderen Gründer:innen beobachtete die ehemalige Lehrerin Bergmann, dass viele ihrer Schüler:innen außerhalb der Schule kaum Zugang zu sinnvollen Freizeitangeboten hatten – sei es aus finanziellen Gründen oder weil es an geeigneten Angeboten fehlte. Um diese Lücke zu schließen, startete Hobby Lobby 2019 mit rund 100 Kindern und Jugendlichen am ersten Standort in Wien-Favoriten.

„Aufgrund der positiven Resonanz und der großen Nachfrage haben wir das Konzept international skaliert. Nach dem erfolgreichen Aufbau von elf Standorten in Österreich nun auch in Rostock (Deutschland) und Timișoara (Rumänien) Kindern und Jugendlichen mit unserem Kursangebot den Zugang zu der – für die Entwicklung von Sozialkompetenzen so wichtigen – außerschulischen Bildung ermöglichen“, wird Bergmann in einer Aussendung zitiert.

Aus einem Euro werden 21,17

Laut Raphaela Friedl, Co-Geschäftsführerin, die für die Wirkungsmessung von Hobby Lobby zuständig ist, konnten mit insgesamt 133.229 geleisteten Kinderbetreuungsstunden seit Gründung und mit den damit 10.993 geschaffenen Kursplätzen in sechs Jahren 6.187 Kinder erreicht werden.

Im Zuge der Wirkungsmessung wurde indes eine Social Return on Investment (SROI)-Studie in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsuniversität Wien durchgeführt. Das Ergebnis: Jeder investierte Euro erzielte „über das 21-Fache an gesellschaftlichem Mehrwert“. Ein investierter Euro soll damit einen Wert von 21,27 Euro bringen.

Das Social Startup hat weitere Expansionspläne, möchte das Angebot ausbauen und auch für jüngere Zielgruppen anpassen. „So können wir noch mehr Kindern und Jugendlichen den Zugang zu wertvoller Freizeitbildung ermöglichen“, sagt Rosa Bergmann.

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(v. l.) AT-Styria-Vorsitzender Herbert Ritter, BrightFlare-CEO Markus Seme, GMAR-Präsidentin Ulrike Haslauer, DCCS-Geschäftsführer Thomas Edlinger, Joanneum Research-Geschäftsführer Heinz Mayer und AT Styria-Geschäftsführer Helmut Röck © Lukas Elsneg

Der Cluster AT Styria (Plattform Automatisierungstechnik Steiermark), ein branchenübergreifendes Netzwerk von 120 Unternehmen, die in der Automatisierungstechnik tätig sind, hat bei den „European Robotics and Automation Talks“ in Graz seinen Plan für eine Robotik-Testregion vorgestellt. Dort soll die nächste Robotergeneration unter realen Produktionsbedingungen bis zur industriellen Einsatzreife entwickelt werden.

Ziel: Industrielle Einsatzreife

Mit an Bord sind unter anderem Joanneum Research, TU Graz, FH Campus 02, Magna Steyr, der KI-Softwareanbieter DCCS und der Security-Spezialist BrightFlare. Über die „Area Süd“ werden Kärntner Partner eingebunden. Dazu kommen das slowenische Netzwerk SRIP Factories of the Future, das italienische DITEDI, mit dem im Juli 2026 ein Memorandum of Understanding unterzeichnet wurde, sowie Bayern Innovativ.

Aus Sicht von AT-Styria-Vorsitzendem Herbert Ritter, der auch Vizepräsident der WKO Steiermark ist, wird KI-gestützte Robotik zur zentralen Standortfrage. „Wir wollen Kooperationen erzeugen, als Enabler wirken und dafür sorgen, dass neue Technologien schneller in den Betrieben ankommen“, sagt er.

18 Millionen Euro aus Horizon Europe

Das Konsortium bewirbt sich um das einzige europaweite Leitprojekt, das Horizon Europe für die industrielle Integration KI-gestützter Robotik vorsieht. Horizon Europe ist das Forschungs- und Innovationsprogramm der Europäischen Union und läuft von 2021 bis 2027. Mit einem Budget von rund 95 Milliarden Euro ist es eines der größten Förderprogramme dieser Art weltweit. Gefördert werden Projekte, in denen Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen aus mehreren Ländern zusammenarbeiten.

Die Ausschreibung öffnet im November 2026, dafür stehen rund 18 Millionen Euro bereit. Der Antrag soll im Frühjahr 2027 eingereicht werden, die Förderentscheidung fällt im Sommer. Bei einer Zusage könnte das Projekt 2028 starten.

Drei Pilotprojekte als Rückgrat

Geplant sind drei industrielle Pilotprojekte. Im ersten arbeiten humanoide Roboter an mehreren Arbeitsplätzen einer Fertigung, bedienen Maschinen und wechseln Werkstücke. Der zweite Pilot widmet sich der innerbetrieblichen Logistik mit autonomen mobilen Robotern. Im dritten übernehmen KI-Systeme Aufgaben in Qualitätskontrolle, Inspektion und Instandhaltung.

Heinz Mayer, Geschäftsführer von Joanneum Research, erklärt das Ziel: „Jeder Pilot setzt bei einem konkreten Engpass im Betrieb an. Am Ende steht eine klare wirtschaftliche und technische Bilanz: Welche Taktzeit erreicht das System, wie zuverlässig arbeitet es, welchen Integrationsaufwand verursacht es und wann rechnet sich die Investition? Genau diese Antworten brauchen Unternehmen, bevor sie eine neue Technologie in größerem Maßstab einsetzen.“

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