18.12.2025
SOFTWARE

Wiener PropTech iDWELL übernimmt Finanzlösung von domonda

Das 2017 gegründete Wiener PropTech-Unternehmen iDWELL sichert sich die Rechte an einer Finanz-Softwarelösung des Wiener Startups domonda. Mit dem Schritt will iDWELL seine KI-basierte Finanzverwaltung weiter ausbauen.
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iDWELL - CEO Alexander Roth & COO Anna-Katahrina Matzenberger | (c) Leonardo Ramirez

Zuletzt hatte iDWELL im November 2024 mit einer Finanzierungsrunde auf sich aufmerksam gemacht. Dabei flossen zehn Millionen Euro in das Wiener PropTech-Unternehmen (brutkasten berichtete). Lead-Investor war Knight Capital, auch bestehende Investoren wie Flashpoint Venture aus London sowie Wecken & Cie aus Basel beteiligten sich an der Runde.

Nach eigenen Angaben verwaltet iDWELL mit seiner Softwareplattform mittlerweile mehr als eine Million Bestandseinheiten in Österreich, Deutschland und der Schweiz. Insgesamt zählt das Unternehmen über 900 Kunden. Die SaaS-Lösung soll Effizienz und Transparenz im Immobilienmanagement durch eine zentrale, digitale Plattform steigern.

Exklusive Rechte

Für das weitere Wachstum setzt iDWELL nun auf einen strategischen Schritt: Das Unternehmen sichert sich die Rechte an der Finanz-Softwarelösung seines langjährigen Entwicklungspartners domonda, einem Anbieter für Finanz- und Buchhaltungssoftware. Konkret geht es um den Ausbau der Finanzverwaltungslösung „iDWELL Finance“, die von domonda entwickelt wurde. Die beiden Unternehmen kooperieren bereits seit knapp zwei Jahren im Bereich der Finanzautomatisierung.

„iDWELL hat sich exklusive Rechte in der Immobilienbranche für die Weiterentwicklung und den Vertrieb dieser innovativen Finanzlösung gesichert“, erklärt Alexander Roth, Gründer und CEO von iDWELL.

„Die Lösung ist auf die komplexen Anforderungen von Immobilienverwaltungen zugeschnitten. Wir integrieren diese und bauen unser Ökosystem zu einer umfassenden Plattform aus. Damit entwickeln wir uns vom PropTech zum AI-Tech“, so Roth weiter.

Erfolgreiche Sanierung

Domonda hatte im Juni 2023 Insolvenz angemeldet (brutkasten berichtete). Die Passiva hätten sich auf „ein bisschen über eine Million Euro” belaufen, hieß es damals gegenüber brutkasten. Zwei Monate später wurde bekanntgegeben, dass das Startup saniert wird. Das Online-Angebot von domonda umfasst klassische Aufgaben der Firmenbuchhaltung und richtet sich insbesondere an KMU und Startups. Das Unternehmen setzt dabei auf weitgehende Automatisierung, eine schnelle Implementierung und hohe Usability.

Branchenspezifische KI

Mit der Lösung will iDWELL die Effizienz seiner Kund:innen steigern. „iDWELL Finance“ automatisiert Prozesse im kaufmännischen Management und soll die Komplexität der Immobilienbuchhaltung abbilden. Die Software wird laut eigenen Angaben bereits von rund 100 Immobilienunternehmen wie MVGM, Kager-Knapp oder der MWW AG eingesetzt.

Der zentrale Unterschied liegt laut iDWELL in der branchenspezifischen KI. „Generische, unstrukturierte Lösungen können bei komplexen Rechnungsstrukturen von Hausverwaltungen oft nur bis zu 60 Prozent der Daten korrekt auslesen. Mit „iDWELL Finance“ erreichen wir eine Erkennungsrate von 95 Prozent. Das spart unseren Verwaltern täglich viele Stunden manuellen Aufwand“, sagt Roth.

Weitere Funktionen geplant

Die Lösung soll laufend weiterentwickelt werden. Geplant sind unter anderem neue Funktionen in den Bereichen Dokumentenmanagementsystem (DMS), weiterführende KI-gestützte Prozessoptimierungen sowie Banking-Module zur vollautomatisierten Zahlungsabwicklung.

Diese Erweiterungen seien darauf ausgelegt, die Verwaltung von Miet- und Eigentumseinheiten effizienter zu gestalten und gleichzeitig die Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form (GoBD-Compliance) zu erfüllen, heißt es in einer Presseaussendung. „Mit diesem Ausbau vereinen wir alle Stakeholder – von der Verwaltung bis zum Dienstleister – auf einer intelligenten Plattform“, so Roth.

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Strom aus Wind und Sonne braucht Speicher. Für sie entwickelt das Projekt Phoenics neue Batteriezellen. Konzeptbild, mit KI erstellt. | (c) Virtual Vehicle
Strom aus Wind und Sonne braucht Speicher. Für sie entwickelt das Projekt Phoenics neue Batteriezellen. Konzeptbild, mit KI erstellt. | (c) Virtual Vehicle

Wind und Sonne liefern Strom, wann sie wollen, nicht wann ihn jemand braucht. Diese Lücke schließen Batteriespeicher. Sie werden damit zur Schlüsseltechnologie der Energiewende. Genau hier setzt Phoenics an: Ein steirisches Konsortium entwickelt die nächste Generation von Lithium-Ionen-Zellen für stationäre Speicher.

Koordiniert wird das Projekt von der Virtual Vehicle Research GmbH in Graz. Partner sind Varta Innovation, die Materials Center Leoben Forschung GmbH (MCL) und AVL List. Phoenics läuft 36 Monate und kostet 2,9 Millionen Euro. Knapp zwei Millionen davon kommen von der FFG, aus der Ausschreibung „Energieforschung 2024″.

Ein Material, zwei Ziele

Im Zentrum steht ein Kathodenmaterial: Lithium-Mangan-Eisenphosphat, kurz LMFP. Es ist eine Weiterentwicklung des etablierten Lithium-Eisenphosphats (LFP). LFP-Zellen gelten als sicher und robust, und sie kommen ohne kritische Rohstoffe wie Kobalt oder Nickel aus. LMFP soll zusätzlich bis zu 20 Prozent mehr spezifische Energiedichte liefern. Auf gleichem Bauraum ließe sich damit mehr Energie speichern.

Diesen Materialvorteil will das Konsortium in die fertige Zelle bringen. Die Zielmarken: 20 Prozent mehr Energiedichte, 40 Prozent längere Lebensdauer.

Was noch offen ist

Bis dahin bleiben Fragen. Wie verhält sich das Material über die Lebensdauer, wie altert es, und lässt es sich industriell verarbeiten und skalieren?

Das Konsortium kombiniert deshalb Experiment und Simulation. Die Partner untersuchen das Kathodenmaterial über den gesamten Lebenszyklus, mit Materialcharakterisierung, hochauflösender Bildgebung und KI-gestützter Auswertung. Parallel entstehen physikbasierte und datengetriebene Modelle. Sie bilden das Verhalten der Zelle von der Mikrostruktur bis zum kompletten Speichermodul ab und sollen Entwicklungszyklen verkürzen.

„Die Mikrostruktur von Elektrodenmaterialien beeinflusst maßgeblich Leistung, Lebensdauer und Zuverlässigkeit von Batteriezellen“, sagt Roland Brunner, Gruppenleiter am MCL.

Ein eigener Schwerpunkt gilt der Sicherheit. Spezielle Testverfahren sollen zeigen, ob LMFP-Zellen den Anforderungen an Betriebssicherheit und Zuverlässigkeit genügen. AVL bringt dafür seine Erfahrung in der elektrochemischen Modellierung ein. Verbinde man physikalische Modelle mit Methoden des maschinellen Lernens, ließen sich kritische Betriebszustände und Sicherheitsaspekte frühzeitig vorhersagen, sagt Roland Wanker, Geschäftsbereichsleiter Advanced Simulation Technologies bei AVL.

Aufbauen statt neu anfangen

Phoenics setzt die Zusammenarbeit aus dem Vorgängerprojekt OpMoSi fort. „Unsere Stärke liegt darin, modernste Simulations- und Analysemethoden mit industrieller Entwicklungskompetenz zu verbinden“, sagt Projektleiter Philip Kargl von Virtual Vehicle.

Varta Innovation steuert die Fertigungsseite bei, von der Materialentwicklung über die Elektrodenfertigung bis zur Zellintegration. Großes Potenzial sehen die Partner vorerst bei stationären Speichern. Langfristig könnten die Ergebnisse auch der Elektromobilität nützen.

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