Wiener Pharma-Startup Complex Pharmaceuticals verkündet vollständiges Management-Team
Das neue Management-Team des Wiener Startups Complex Pharmaceuticals steht fest. Neben dem General Manager Christoph Reinwald sind nun Claudia Turetschek und Pia Fischer-Windsteig Teil der Führung.
Das 2024 gegründete Startup betreibt ein Produktions- und Verpackungszentrum im Bezirk Baden. Dort werden kommerzielle Chargen, Kleinserien und Studienmaterial hergestellt. Mit flexiblen, nachhaltigen Verfahren will Complex Pharmaceuticals zur Versorgungssicherheit beitragen und den Produktionsstandort Europa stärken. Nun hat das Unternehmen das vollständige Management-Team bekannt gegeben: Christoph Reinwald, Claudia Turetschek und Pia Fischer-Windsteig.
Hintergründe des Management-Teams
Seit Jänner 2025 ist Christoph Reinwald General Manager. Reinwald ist Biotechnologe mit Schwerpunkt auf Qualitäts- und Risikomanagement. Er war zuvor unter anderem als Chief Technology Officer beim österreichischen Pharmaunternehmen AOP Health tätig und ist als „Qualified Person“ nach EU-GMP-Richtlinie zugelassen.
Die Leitung der Forschung und Entwicklung sowie des Business Development liegt bei Claudia Turetschek. Die Biotechnologin bringt rund 20 Jahre Branchenerfahrung mit, unter anderem von Baxter. Sie war zudem an einem Forschungsprogramm in Tansania beteiligt.
„Mit ihrer jahrelangen Erfahrung bringt Claudia Turetschek genau die Expertise und Zugkraft ins Unternehmen, die wir für unseren geplanten Wachstumskurs brauchen“, so Christoph Reinwald in der vorliegenden Pressemeldung.
Für die Bereiche Qualitätsmanagement, Pharmakovigilanz und Medical Affairs ist Pia Fischer-Windsteig seit April 2025 verantwortlich. Die Pharmazeutin und Apothekerin verfügt über Erfahrung in Pharmakologie, Toxikologie und regulatorischen Prozessen.
Nach Steilvorlage aus Deutschland: Zehetner fordert offen Beteiligungsfreibetrag
Ins Regierungsprogramm hat er es bekanntlich nicht geschafft, nun fordert Startup-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner den Beteiligungsfreibetrag aber offen ein. Im Hintergrund steht eine wohl unverhoffte Schützenhilfe aus Deutschland.
Nach Steilvorlage aus Deutschland: Zehetner fordert offen Beteiligungsfreibetrag
Ins Regierungsprogramm hat er es bekanntlich nicht geschafft, nun fordert Startup-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner den Beteiligungsfreibetrag aber offen ein. Im Hintergrund steht eine wohl unverhoffte Schützenhilfe aus Deutschland.
Elisabeth Zehetner (Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus) | Foto: Martin Pacher / brutkasten
Er ist seit vielen Jahren einer der obersten Punkte auf der politischen Wunschliste der heimischen Startup-Szene: der Beteiligungsfreibetrag. Das Prinzip ist schnell erklärt: Man kann mit ihm Startup-Investments bis zu einem gewissen jährlichen Betrag von der Steuer absetzen. Das soll einen starken Anreiz schaffen, Risikokapital anderen Veranlagungsformen vorzuziehen und somit mehr privates Kapital für Startups mobilisieren.
Die genaue Ausgestaltung wäre bei einer möglichen Umsetzung Gegenstand politischer Verhandlungen. Die Forderungen aus dem Ökosystem gehen bis zu einem Betrag von 500.000 Euro pro Jahr, wie etwa in der „Vision 2030“ von invest.austria, AustrianStartups, Junge Wirtschaft und StartupNOW aus dem Jahr 2024. Großes internationales Vorbild ist das Vereinigte Königreich, das unter anderem dank eines solchen Modells konstant die mit Abstand höchsten Startup-Investment-Volumina Europas vorweist.
Bei der SPÖ nicht durchzubringen
Doch im Gegensatz zur anderen großen Forderung des heimischen Startup-Ökosystems, dem Dachfonds, der mittlerweile im Entstehen ist, schaffte es der Beteiligungsfreibetrag 2025 nicht ins schwarz-rot-pinke Regierungsprogramm. Hinter vorgehaltener Hand wird der Grund dafür in ÖVP-Kreisen klar benannt: Der Vorschlag sei beim Koalitionspartner SPÖ nicht durchzubringen. Im Frühling 2024, also noch in der Opposition, äußerte sich SPÖ-Chef Andreas Babler, konkret auf das Thema angesprochen, gegenüber brutkasten knapp, aber deutlich: „Steuerbegünstigungen für private Investoren, die in der Regel zu den Top 1 Prozent der Einkommens- und Vermögensverteilung zählen, sind keine Priorität der SPÖ.“
Für Zehetner „nächster logischer Schritt“
On the record ging man dem Thema in der ÖVP seit der Regierungsbildung 2025 dagegen mit Verweis auf die Koalitionsvereinbarung lieber aus dem Weg. Bis jetzt. Denn Startup-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner forderte den Beteiligungsfreibetrag nun via LinkedIn-Posting offen ein. Nach dem Dachfonds wäre dieser, „der nächste logische Schritt“, schreibt sie und führt eine EcoAustria-Studie und internationale Vorbilder ins Treffen.
Unverhoffte Schützenhilfe in der Diskussion
Doch woher kommt der plötzliche Mut zur offenen Forderung entgegen dem koalitionären Konsens? Zehetner bekam Anfang dieser Woche eine Steilvorlage aus Deutschland, über die auch brutkasten berichtete. Dort war es nicht etwa CDU-Wirtschaftsministerin Katherina Reiche, sondern mit Lars Klingbeil der amtierende SPD-Chef, Vizekanzler und Finanzminister, der Steuererleichterungen für Startup-Beteiligungen aufs Tapet brachte.
„Deutschland will mehr privates Kapital für Startups mobilisieren. Österreich sollte das auch tun“, schreibt Zehetner und verweist direkt auf die Ankündigung des SPD-Chefs. Das argumentative Kalkül dahinter liegt auf der Hand: Gegen den Vorstoß des deutschen Parteigenossen, dessen Schützenhilfe für Zehetner wohl unverhofft kam, lässt sich in der österreichischen Sozialdemokratie deutlich schwerer argumentieren, als gegen die Dauerforderung aus der liberalen Ecke. Ob dadurch tatsächlich eine offene Diskussion innerhalb der Koalition angestoßen wird, ist freilich zu bezweifeln.
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