19.02.2026
SERIES-A

Wiener MedTech-Scaleup Flinn holt sich Investment von 20 Mio. US-Dollar – USA-Expansion geplant

Das Wiener MedTech-Startup Flinn verkündet ein Series-A-Investment in Höhe von 20 Millionen US-Dollar (knapp 17 Millionen Euro).
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Das Founder-Team von Flinn | © Flinn
Das Founder-Team von Flinn | © Flinn

Gesundheitssysteme weltweit stehen unter Druck: alternde Bevölkerungen, komplexere Therapien und administrative Ineffizienzen treiben Kosten und Komplexität nach oben. Gleichzeitig gelten MedTech und Pharma als besonders stark regulierte Branchen. Innovationen werden durch strenge Qualitäts- und Zulassungsanforderungen gebremst, Markteinführungen ziehen sich in die Länge. Genau an diesem Punkt positioniert sich das Wiener Scaleup Flinn, das KI-gestützte Automatisierung für regulatorische und qualitative Prozesse entwickelt.

Nun sichert sich das Unternehmen ein Investment von 20 Millionen US-Dollar, um seine Software entlang des gesamten Produktlebenszyklus von Medizin- und Pharmaprodukten auszubauen.

HV Capital als Lead-Investor

Angeführt wird die Series-A-Finanzierungsrunde von HV Capital, beteiligt sind außerdem Bertelsmann Healthcare Investments sowie die bestehenden Investoren Cherry Ventures, Speedinvest und SquareOne.

„Flinn kombiniert außergewöhnliche kommerzielle Dynamik mit erstklassigem Kundenfeedback und einer überzeugenden Produktvision“, sagt Felix Klühr, General Partner bei HV Capital.

„Wir haben in Flinn investiert, weil wir überzeugt sind, dass MedTech-Teams ein echtes ‚User-First‘-System benötigen. Es gibt eine klare Marktlücke in den USA“, ergänzt Tim Schneider, Partner bei Bertelsmann Healthcare Investments.

Expansion in die USA geplant

Mit dem frischen Kapital will Flinn seine Plattform von der Forschung und Entwicklung bis hin zu Post-Market-Prozessen erweitern. Gleichzeitig plant das Unternehmen die Expansion nach Europa und in die USA, unterstützt durch die Netzwerke der neuen Investoren. 

„Unsere Software ist darauf ausgelegt, manuelle Workflows durch automatisierte Systeme zu ersetzen, die über Produkte, Märkte und Regulierungsregime hinweg skalieren“, sagt Bastian Krapinger-Rüther, Co-Founder und Co-CEO von Flinn.

Speedinvest von Anfang an als Investor

Flinn wurde 2022 von Krapinger-Rüther gemeinsam mit Hasib Samad und Markus Müller gegründet. Alle drei arbeiteten zuvor bei der Berliner Neobank N26. Bereits kurz nach dem Start sammelte das Scaleup 1,8 Millionen Euro Pre-Seed-Kapital ein, zwei Jahre später folgte eine weitere Runde über sechs Millionen Euro – jeweils mit Beteiligung von Speedinvest.

„Wir haben das Flinn-Team vom ersten Tag an unterstützt – und sie legen die Messlatte immer höher. Was als kühne Vision begann, ist heute eine geschäftskritische Plattform für führende MedTech-Unternehmen weltweit. Flinn baut ein skalierbares, KI-gestütztes System über den gesamten Produktlebenszyklus auf und expandiert rasant über die Automatisierung von Regulierung und Qualität hinaus. Wir freuen uns, starke Partner für dieses nächste Kapitel begrüßen zu dürfen, um von Wien aus ein globales KI-Powerhouse aufzubauen”, sagt Andrea Zitna, Partnerin im Health-&-Bio-Team von Speedinvest.

MedTech-Konzerne als Kunden

Zu den Kunden zählen laut Unternehmen bereits große MedTech-Konzerne wie Carl Zeiss, Philips oder Paul Hartmann.

„Durch die Automatisierung wiederkehrender Compliance- und Evaluierungsaufgaben können unsere Teams konsistenter über Märkte hinweg agieren und sich auf höherwertige Aktivitäten konzentrieren“, sagt Stefan Fischer, Senior VP Regulatory Affairs bei Hartmann.

Flinn positioniert sich damit als Anbieter einer Softwaregeneration, die stark dokumentationsgetriebene Prozesse automatisieren soll. Die Plattform analysiert Daten, strukturiert regulatorische Workflows und erstellt Berichte automatisiert. Ziel ist es, Entwicklungszyklen zu verkürzen und Prozesse effizienter zu machen. Das soll ohne Abstriche bei regulatorischen Anforderungen oder Patientensicherheit passieren.

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Gründer von Fiskaly: Patrick Gaubatz, Johannes Ferner, Simon Tragatschnig (v. l.) | (c) Fiskaly

Das Wiener Fintech fiskaly expandiert nach Tschechien. Mit seiner neuen Softwarelösung Sign CZ will das Unternehmen Händler und Kassensystemanbieter bei der Umsetzung der neuen gesetzlichen Vorgaben unterstützen. Ab 1. Jänner 2027 führt Tschechien die verpflichtende elektronische Umsatzerfassung, kurz EET 2.0, wieder ein. Diese betrifft insbesondere Unternehmen im Handel, in der Gastronomie und im Dienstleistungssektor.

Software kann bereits getestet werden

Mit Sign CZ bietet fiskaly eine cloudbasierte Schnittstelle, über die Kassensysteme Umsätze elektronisch an die tschechische Finanzverwaltung übermitteln können. Die Lösung kommt ohne zusätzliche Hardware aus und soll Unternehmen die Einhaltung der neuen gesetzlichen Vorgaben erleichtern. Die Softwarelösung kann bereits vor der Einführung der neuen Registrierkassenpflicht integriert und getestet werden. Diese tritt am 1. Jänner 2027 in Kraft.

Für kleinere Unternehmen bietet die tschechische Finanzverwaltung ab Dezember zudem eine kostenlose Webanwendung namens Moje eet an. Diese ist allerdings auf Betriebe mit maximal zwei Erfassungseinheiten beschränkt. Fiskaly richtet sich mit seiner Lösung hingegen insbesondere an Kassensystemanbieter und Unternehmen, die die elektronische Umsatzerfassung in bestehende Systeme integrieren wollen.

Tschechien führt Registrierkassenpflicht erneut ein

Mit EET 2.0 führt Tschechien die elektronische Registrierkassenpflicht wieder ein. Die ursprüngliche Regelung wurde zunächst während der Corona-Pandemie ausgesetzt und Anfang 2023 schließlich abgeschafft. Die neue Version soll einfacher und weniger bürokratisch sein. So entfällt etwa die Pflicht, gedruckte Kassenbelege auszustellen.

Erfasst werden künftig grundsätzlich Zahlungen vor Ort, unabhängig davon, ob Kunden bar, mit Karte oder per QR-Code bezahlen. Reine Online-Zahlungen sind von der Regelung ausgenommen.

Mit der Wiedereinführung will die tschechische Regierung Steuerhinterziehung und Schattenwirtschaft eindämmen sowie für fairere Wettbewerbsbedingungen sorgen. Das Finanzministerium rechnet durch die Maßnahme mit zusätzlichen Staatseinnahmen von rund 560 Millionen Euro jährlich.

Fiskaly mittlerweile in neun europäischen Märkten aktiv

Mit dem Markteintritt in Tschechien setzt fiskaly seine europäische Expansion fort. Zu den bisherigen Expansionsschritten zählen unter anderem der Markteintritt in Spanien 2023 sowie die Übernahme des schwedischen Anbieters InfraSec im Dezember 2025. „Wir begrüßen Tschechiens Schritt hin zu einer modernen, digitalen Umsatzerfassung und einem faireren steuerlichen Umfeld“, sagt Johannes Ferner, Co-Founder und Co-CEO von fiskaly.

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