03.04.2026
WACHSTUM

Wiener KI-Startup fonio.ai meldet im März mehr als eine Million Euro an zusätzlichem ARR

Das Wiener KI-Startup fonio.ai setzt auf eine starke Wachstumsstrategie. Neben dem ARR erhöht sich auch die Zahl der Angestellten.
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fonio.ai, fonio, KI-Telefon
© fonio.ai/keinrath.com - Daniel Keinrath (l.) und Matthias Gruber von fonio.ai.

Das Wiener KI-Startup fonio.ai legt weiter an Tempo zu. Laut einem LinkedIn-Posting von CEO und Co-Founder Daniel Keinrath hat das Unternehmen im März mehr als eine Million Euro an zusätzlichem ARR (Annual Recurring Revenue) hinzugewonnen. Laut eigenen Angaben ist das mehr als das 20-Fache des Werts aus März 2025.

Im Dezember noch Monatsumsatz von 300.000 Euro

Zum Vergleich: Der im Dezember kommunizierte Monatsumsatz von knapp 300.000 Euro entspricht auf Jahresbasis rund 3,6 Millionen Euro. Die im März gemeldeten zusätzlichen ARR von über einer Million Euro beziehen sich auf neu abgeschlossenen, auf ein Jahr hochgerechneten Umsatz. Umgelegt auf den Monat würde das einem Zuwachs von rund 80.000 Euro entsprechen.

Team soll auf über 50 Personen wachsen

Das Wachstum schlägt sich auch personell nieder. Zum Zeitpunkt des Investments betreute das Startup mit zwölf Mitarbeiter:innen knapp 4.000 Kund:innen im DACH-Raum (brutkasten berichtete). Laut Keinrath zählt das Team heute bereits über 30 Personen. Vor einem Jahr, so schreibt er, bestand das Unternehmen lediglich aus dem Co-Founder Matthias Gruber und zwei weiteren Personen, die in einem 20-Quadratmeter-Büro in Wien arebieteten. Nun sollen mehr als 25 weitere Positionen besetzt werden.

Expansion gestartet

fonio.ai wurde von Daniel Keinrath und Matthias Gruber gegründet und ermöglicht es Unternehmen, KI-gestützte Telefonassistenten zu erstellen, die rund um die Uhr erreichbar sind und Kundenanfragen automatisiert bearbeiten (brutkasten berichtete damals). Seit Jahresbeginn ist das Startup auch im französischsprachigen Raum aktiv – neben Frankreich auch in der Schweiz und Belgien (brutkasten berichtete).

Rückenwind gibt dabei auch das im Dezember abgeschlossene Investment: 13 europäische Business Angels investierten drei Millionen Euro in das Startup. Laut fonio.ai zählt die Runde zu den größten Angel-Investments in Europa. Mit dem frischen Kapital soll aus der reinen Telefon-Lösung eine vollständige Omnichannel-KI-Plattform entstehen, die künftig auch E-Mail, Chat und weitere Kanäle automatisiert.

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Majourny
© Majourny - Severin Bergsmann und Fabian Pischinger.

Es begann mit einer App, die KI zur automatischen Routenerstellung nutzte. Basierend auf ihren Interessen bekamen Nutzer:innen Empfehlungen für Hotels, Restaurants und Aktivitäten in der ausgewählten Stadt. Die Routen konnten dann in einem Feed geteilt werden, um Vertrauen zu schaffen und die App von rein algorithmischen Planern zu unterscheiden. Das Ziel der beiden Gründer Fabian Pischinger und Severin Bergsmann war es, als B2C-Reiseplaner Endkund:innen zu erreichen. Doch dann sprach man mit den Hotels.

Majourny-Founder: „Haben nicht im Office überlegt“

„Je mehr wir mit Hotels gesprochen haben, desto klarer wurde: Die Gäste sind längst digital, die Betriebe dahinter oft noch nicht. Dort geht jeden Tag enorm viel Zeit für Telefonate, Zettel und Nachfragen verloren“, sagt Pischinger. Also pivotierte man und versteht sich jetzt als B2B-Plattform für Hotels. Das Wissen über die Erwartungen digitaler Gäste nahm das Team mit. „Die Gen Z will ihre Anliegen digital erledigen, zu jeder Uhrzeit. Gleichzeitig hat das Personal schlicht keine Kapazität mehr, alles händisch abzufangen.“

Seit Ende 2025 entsteht die Software direkt im Hotelalltag, gemeinsam mit dem Stift Schlägl und dem Boutiquehotel Königswieserhof im Bezirk Freistadt. Als dritter Pilotbetrieb kamen die ARVE Chalets auf der Turracher Höhe dazu.

„Wir haben nicht im Büro überlegt, was Hotels brauchen könnten. Wir waren im Betrieb und haben gesehen, wo jeden Tag Zeit verloren geht“, ergänzt Pischinger. Unterstützt wird die Entwicklung durch ein FFG-Kleinprojekt, das Projektvolumen beläuft sich auf 150.000 €. Das Ziel des Projektes ist es, Hotels autonomer zu gestalten und Abläufe mittels KI-Agenten zu vereinfachen.

Daten automatisch ins System

Majourny wird an das bestehende Property-Management-System (PMS) des Hotels angebunden. Anreisen, Zimmernummern und Aufenthaltsdaten fließen somit automatisch ins System, eine zusätzliche Insellösung entstehe nicht. Der TeamHub bündelt Aufgaben, Übergaben und Kommunikation zwischen Rezeption, Housekeeping, Haustechnik und Küche. Eine KI-Wissensdatenbank soll auch neuen oder saisonalen Mitarbeiter:innen Antworten zum Haus liefern, und über einen digitalen Concierge erreichen Gäste das Hotel rund um die Uhr.

Zielgruppe sind der Aussendung zufolge Boutiquehotels, inhabergeführte Hotels und Chalets, also Betriebe, in denen wenige Menschen viele Rollen übernehmen und für eine eigene IT-Abteilung kein Platz ist.

Mit Version 1.0 startete im September auch der Vertrieb. Langfristig sollen KI-Agenten einen großen Teil der Back-Office-Arbeit in Hotels selbstständig erledigen. Die Verantwortung bleibe dabei beim Menschen: Entscheidungen über Preise, Kulanz oder Beschwerden treffe weiterhin das Hotel. „Die KI soll niemanden ersetzen“, so die Founder. „Sie soll die Arbeit übernehmen, die keiner gerne macht, damit wieder mehr Zeit für die Gäste bleibt.“

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