19.05.2025
ACP GRUPPE

Wiener IT-Unternehmen schafft Umsatzmilliarde

Insgesamt 1,05 Milliarden Euro Umsatz verzeichnet die ACP Gruppe im vergangenen Geschäftsjahr. Nun will das Unternehmen seine Position im DACH-Raum weiter ausbauen.
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Rainer Kalkbrener, Österreich-Vorstand der ACP Gruppe
Rainer Kalkbrener, Österreich-Vorstand der ACP Gruppe | Foto: ACP

Die ACP Gruppe mit Sitz in Wien hat im abgelaufenen Geschäftsjahr (April 2024 bis März 2025) einen neuen Umsatzrekord erzielt. In den Kernmärkten Österreich und Deutschland kommt das IT-Unternehmen auf 1,05 Milliarden Euro. Im Vergleich zum vorangegangenen Geschäftsjahr stieg der Umsatz damit um zwölf Prozent.

„Wir sind seit vielen Jahren einer der wichtigsten Digitalisierungspartner der österreichischen Wirtschaft. Unsere erfahrenen Expert:innen unterstützen internationale Unternehmen, Behörden und Organisationen bei ihrer nachhaltigen Transformation“, sagt Rainer Kalkbrener, Österreich-Vorstand der ACP Gruppe. Die Gruppe vermeldet damit einen Erfolg in allen vier strategischen Geschäftsfeldern: Cybersecurity, Data & AI, Cloud & Data Center sowie Modern Workplace.

ACP Gruppe positioniert sich im DACH-Raum

ACP legt seinen Fokus auf IT-Dienstleistungen und nachhaltige Digitalisierungsprozesse. In Österreich und Deutschland betreibt die Gruppe mittlerweile mehr als 50 Geschäftsstellen. „In den nächsten fünf Jahren wollen wir unsere Position und Expertise im DACH-Raum weiter ausbauen, damit wir unseren Kunden auch bei ihren grenzüberschreitenden Digitalisierungsprojekten mit der gewohnten Qualität und Innovationskraft zur Seite stehen können“, sagt Kalkbrener. Aktuell beschäftigt das Unternehmen mehr als 2.600 Mitarbeiter:innen.

Um das Cloud-Angebot zu stärken, hat ACP zuletzt mit dem Schweizer Cloud-Spezialisten 56k.Cloud fusioniert. ACP ist außerdem Partner der neuen Cloudregion Österreich, die Microsoft mit Rechenzentren im Großraum Wien errichtet.

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Michael Waupotitsch, Vice President Textile Recycling bei Andritz © Andritz Group

Allein in Österreich könnten zukünftig rund 220.000 Tonnen davon besser verwertet werden. Bisher scheitert eine echte Kreislaufwirtschaft jedoch an der Praxis: „Wirkliches Faser-zu-Faser-Recycling, also sprich aus Abfällen wirklich wieder ein Kleidungsstück zu machen, das liegt im Bereich von 1% und weniger“, zieht Michael Waupotitsch, Vice President Textile Recycling bei Andritz, im Gespräch ernüchternde Bilanz. Der Großteil der Altkleider wird deponiert oder verbrannt.

Vorhersage statt bloßer Materialbestimmung

Hier setzt die neue Technologie „teXscan“ an, die Andritz gemeinsam mit der französischen Tochtergesellschaft Laroche entwickelt. Während bestehende Nahinfrarot-Systeme lediglich die reine Materialzusammensetzung bestimmen können, soll die neue Lösung erstmals die konkrete Rezyklierfähigkeit zerstörungsfrei vorhersagen.

„Die Innovation dabei ist, dass man erstmals nicht nur Farbe oder Zusammensetzung messen, sondern eine Vorhersage treffen kann, wie gut etwas recycelbar ist.“, so Waupotitsch. Das System ordnet den Textilien einen Score von 0 bis 100 zu, der auf Kriterien wie der Faserlänge und dem Kurzfaseranteil basiert. Waupotitsch betont jedoch im Gespräch, dass es sich hierbei um „keinen industriellen Standard“, sondern primär um eine „Entscheidungshilfe“ für Sortier- und Recyclingbetriebe handelt.

Der teXscan © Andritz

Bislang nur weiße Baumwolle identifizierbar

Bislang beschränkt sich die Analysefähigkeit des Prototyps ausschließlich auf weiße Baumwollfasern. Die größte Herausforderung im Massenmarkt stellen jedoch Mischgewebe und gefärbte Stoffe dar, die den Großteil heutiger Fast Fashion ausmachen. Andritz plant, bis Ende des Jahres verlässliche Aussagen über farbige Baumwolle zu treffen; Mischgewebe sollen als nächstes folgen.

Aktuell existiert das System als Tischgerät. Um industriell relevant zu werden, soll die Technologie zu Handheld-Geräten oder vollautomatisierten Online-Sensoren für Förderbänder weiterentwickelt werden, erklärt der Textil-Recycling-Experte.

teXscan als strategischer „Door Opener“

„Recycling von Textilien steht im Wettbewerb mit extrem günstigen Frischfasern“, merkt Waupotitsch im Gespräch an. Man müsse das gesamte wirtschaftliche System beachten und vorsichtig sein sich in dieser Hinsicht nicht selbst zu belügen, denn „unterm Strich muss es sich auch rechnen“, so der Experte. Zudem fehlen in Europa flächendeckende, genormte Sammelsysteme, wie man sie vom Altpapier kennt.

Für den Technologiekonzern ist der Scanner ohnehin nicht das primäre Endprodukt sondern eine Möglichkeit der Zusammenarbeit. Andritz versteht sich als Maschinen- und Anlagenbauer. Das Messgerät soll vielmehr als „Door-Opener“ fungieren, um letztlich großskalierte mechanische und chemische Recyclinganlagen zu vertreiben.

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