22.12.2023

Wiener Investorengruppe epoona übernimmt steirischen Kranspezialist Penz Crane

Der steirische Familienunternehmen Penz Crane gilt als Technologieführer für Holz- und Recyclingkräne. Im Zuge einer Nachfolgeregelung übernimmt nun die Wiener Investorengruppe epoona das Unternehmen.
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(c) Penz Crane

Bereits seit 2021 tätigt die Wiener Beteiligungsgesellschaft epoona Investments in heimische Unternehmen – darunter auch in Startups. So beteiligte sich epoona 2022 beispielsweise am österreichischen CleanTech-Scaleup ecop oder dem Spin-off der neoom group Imhotep, das einen atmosphärischen Wassergenerator auf den Markt gebracht hat.

Neben Startup-Beteiligungen ist epoona zudem auf der Suche nach Klein- und Mittelstandsbetrieben, die sich in einer Nachfolgesituation befinden. Eine derartige Unternehmensnachfolge tritt epoona nun beim steirische Familienunternehmen Penz Crane an, wie die Beteiligungsgesellschaft am Freitag bekannt gab.

epoona: „Produktionsstandort bleibt erhalten“

Das bereits 1966 gegründete Unternehmen Penz Crane gilt als Erfinder des Z-Krans – eines zusammenklappbaren mobilen LKW-Krans. Dieser kommt in erster Linie im Forst- und Recyclingsektor zum Einsatz. Mit der Innovation entwickelte sich Penz Crane in Österreich zu einem Technologieführer in diesem Nischensegment.

(c) PenzCrane

Der bisherige Familienbetrieb mit dem Produktionsstandort im steirischen Aichdorf soll als „eigenständiges Unternehmen“ erhalten bleiben, wie es von epoona in einer Aussendung heißt. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. „Wir waren nicht auf der Suche nach einem Finanzinvestor, sondern nach Partnern für unseren Traditionsbetrieb“, kommentiert Rochus Penz die Nachfolgeregelung.

Neuer Geschäftsführer möchte „europäische Präsenz“ ausbauen

Der neue Geschäftsführer und Mitgesellschafter von Penz Crane ist Christian Rauscher. Er hat einen Background als Manager in der Automotive- und Maschinenbauindustrie. Künftig soll er operativ die Geschäfte von Penz Crane leiten. Dazu heißt es, dass die „europäische Präsenz“ von Penz Crane weiter ausgebaut werden soll. Konkrete Ziele wurden vorerst allerdings nicht genannt.

Der gebürtige Zeltweger begann seine Laufbahn als Projektleiter bei Magna Steyr und Produktionsleiter der KTM Sportmotorcycle AG. Erfahrung im Bereich der Internationalisierung sammelte Rauscher zudem als Geschäftsführer von Liebherr Transportation Systems und später als Technischer Vorstand des oberösterreichischen Anlagenbauers Wintersteiger AG.


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Noxtua-Gründer Leif-Nissen Lundbæk und Manz-Geschäftsführerin Susanne Stein-Pressl | © Kidizin Sane
Noxtua-Gründer Leif-Nissen Lundbæk und Manz-Geschäftsführerin Susanne Stein-Pressl | © Kidizin Sane

Das Berliner Legal-Tech-Scaleup Noxtua hat seine Series-C-Finanzierungsrunde mit einem Volumen von mehr als 100 Millionen Euro abgeschlossen. Es ist die bislang größte Geldspritze für ein Rechts-KI-Unternehmen in Deutschland. Im Zuge der Kapitalerhöhung übernimmt der deutsche Fachverlag C.H.Beck die Mehrheit an dem Unternehmen, während die Wiener Manz’sche Verlags- und Universitätsbuchhandlung als neuer Investor einsteigt.

Susanne Stein-Pressl, geschäftsführende Gesellschafterin bei Manz, ordnet den Schritt in die Unternehmensgeschichte ein: „Seit mehr als 40 Jahren nimmt Manz eine Pionierrolle in der Digitalisierung des Rechtswesens ein“. Das Investment sei vor diesem Hintergrund eine konsequente Fortführung der eigenen Digitalisierungsstrategie. „Deshalb ist für uns die Investitionsrunde der nächste logische Schritt“, so Stein-Pressl.

Manz mit langer Digitalisierungs-Geschichte

Für den 1849 in Wien gegründeten Fachverlag fügt sich die Beteiligung in eine Reihe bestehender Innovationen ein. Manz führte bereits 1986 die Rechtsdatenbank (RDB) in Österreich ein und stellte Anfang 2025 mit „Genjus KI“ einen eigenen Rechercheassistenten vor. Seit 2025 kooperiert der Verlag zudem operativ mit Noxtua an der Lösung „Manz-Noxtua“, um Fachinformationen auf einer gemeinsamen Plattform zu bündeln.

Mit dem Einstieg will das Wiener Verlagshaus die Qualitätsstandards juristischer Inhalte auch im KI-Zeitalter sichern. „Vertrauenswürdige Inhalte der Rechtsverlage bilden dabei schon immer das Fundament, auf dem Rechtsexpertinnen und -experten in ganz Europa arbeiten und das es zu schützen gilt“, betont Stein-Pressl. Als Verlag sehe sich Manz als Garant für die Wahrung dieser Qualität.

Gesellschafterkreis von Noxtua formiert sich um

Die Mehrheit der Anteile liegt nach dem Abschluss der Runde bei C.H.Beck. Der Münchner Traditionsverlag war bereits im April 2025 bei der Series B als Hauptinvestor eingestiegen. Klaus Weber aus der Gesamtgeschäftsführung von C.H.Beck begründet die Aufstockung mit den Veränderungen im Markt: „Die Verbindung qualitativ hochwertiger Daten mit innovativer KI-Technologie ist das Erfolgsrezept in einem sich rasch wandelnden Markt“. Zudem betont er die strategische Ausrichtung der Partner: „Für uns als Traditionsverlag ist dieses Engagement gemeinsam mit Manz auch eine Investition in die Zukunft des Rechts“.

Parallel zum Wechsel der Mehrheitsbeteiligung wird die Gesellschafterstruktur neu geordnet. Bisherige Wagniskapitalgeber wie die Global Brain Corporation, der KDDI Open Innovation Fund sowie Einzelinvestor Dominik Schiener scheiden als Eigner aus. Auch die Wirtschaftskanzleien CMS und Dentons geben ihre Anteile ab, verbleiben aber laut Unternehmensangaben als Ankerkunden. CMS hatte die Entwicklung der Software 2024 mitinitiiert.

Internationale Expansion

Noxtua wurde 2017 auf Basis von Forschung an der Universität Oxford und dem Imperial College London von Leif-Nissen Lundbæk und Michael Huth gegründet. Nach Unternehmensangaben beschäftigt das Scaleup derzeit rund 100 Mitarbeiter:innen an sechs europäischen Standorten – darunter Berlin, Paris, Stockholm, Zagreb, München und Fribourg – und kommt auf mehr als 30.000 Nutzerinnen und Nutzer.

Das frische Kapital soll laut Aussendung vor allem in die Weiterentwicklung der spezialisierten Arbeitsbereiche sowie in die Expansion in weitere europäische Märkte fließen. Die Software deckt typische juristische Arbeitsabläufe wie Recherche, Analyse und Dokumentenerstellung ab und greift dabei auf Daten lizenzierter Fachverlage zurück.

Leif-Nissen Lundbæk, CEO und Gründer von Noxtua, kommentiert den Abschluss der Runde: „Wir entwickeln Noxtua basierend auf den exklusiven Inhalten führender Fachverlage vom ganzen Kontinent und haben so u.a. bereits Europas größte Rechtsdatenbank und Europas größtes Netzwerk unabhängiger Rechtsverlage aufgebaut“. Die Vertiefung der Partnerschaft ordnet er als Signal ein: „Die gemeinsame Investition von C.H. Beck und Manz in Noxtua ist deshalb auch ein starkes Zeichen an den Markt“.

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