21.03.2017

Wiener HR-Firma Trenkwalder bringt ersten Recruiting-Chatbot

Der lernfähige Chatbot, der in Deutschland und Österreich gelauncht wurde, ermöglicht es, sich über den Facebook-Messenger für Stellen zu bewerben.
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(c) fotolia.com - Patrick Daxenbichler

Der Wiener HR-Spezialist Trenkwalder präsentierte diese Woche den ersten lernfähigen Recruiting-Chatbot. Jobsuchende aus Deutschland und Österreich können sich damit per Facebook-Messenger für offene Stellen bewerben. Dabei müssen sie Facebook nicht verlassen. „Mit 4 Millionen österreichischen und 40 Millionen deutschen Nutzern ist Facebook die wichtigste Social-Media-Plattform für uns.“, erklärt Michael Pries, Marketing-Chef von Trenkwalder. Weltweit nutzen mehr als eine Milliarde Menschen den Messenger des sozialen Netzwerks. Über zwei Drittel der Facebook-Mitglieder verwenden das Tool sogar täglich.

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Bewerbungsvorgang soll ortsunabhängiger werden

Der Recruiting-Chatbot ist Teil der Digital-Strategie von Trenkwalder, die auf die Vereinfachung der Jobsuche und Bewerbung für Kandidaten abzielt. Durch die Nutzung des Facebook-Messengers soll der Bewerbungsvorgang noch ortsunabhängiger werden. Denn es können damit Bewerbungen sowohl über die Messenger-Apps für iOS und Android als auch im Browser erfolgen. Das Programm kann Eingaben verstehen, interpretieren und beantworten. Damit kann es relevante Empfehlungen in Echtzeit vorschlagen. Die technische Umsetzung erfolgte durch die Münchner Digitalagentur Links der Isar, deren Botomatic-Technologie die Konversationen in Echtzeit ermöglicht.

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© Lara Jameson via Pexels

Aufgrund wachsender geopolitischer Unsicherheiten und steigender Anforderungen durch Künstliche Intelligenz gerät die Abhängigkeit europäischer Unternehmen von außereuropäischen Tech-Konzernen zunehmend in den Fokus. Vor diesem Hintergrund haben der Fachverband Unternehmensberatung, Buchhaltung und Informationstechnologie (UBIT) der Wirtschaftskammer Österreich und der Verband Österreichischer Software Innovationen (VÖSI) den sogenannten „Austrian Cloud Atlas“ veröffentlicht. Die interaktive Plattform soll heimischen Betrieben als Orientierungshilfe bei der Wahl digitaler Lösungen dienen.

Transparenz bei Datenhoheit und Angeboten

Das Tool erfasst Rechenzentren, Cloud-Anbieter:innen sowie Managed Service Provider in Österreich. Damit soll die Übersicht bestehende Branchen-Initiativen wie die Österreichische KI-Landkarte ergänzen. „Unternehmen müssen wissen, wo ihre Daten liegen, von welchen Technologien sie abhängig sind und welche Alternativen ihnen zur Verfügung stehen“, betont Wilfried Drexler, Obmann des Fachverbands UBIT.

Laut den Initiator:innen stehe die Förderung der digitalen Handlungsfähigkeit im Mittelpunkt. Das Angebot solle Firmen dabei unterstützen, bewusste Entscheidungen über ihre IT-Kapazitäten zu treffen und strategische Abhängigkeiten von internationalen Hyperscalern schrittweise zu reduzieren. „Die Daten basieren auf freiwilligen Einreichungen und werden laufend erweitert“, heißt es auf der Website.

Ruf nach abgestimmtem Zielbild

Neben der rein informativen Funktion nutzen die beteiligten Verbände den Launch für politische Forderungen. Während auf EU-Ebene derzeit am „Cloud and AI Development Act“ gearbeitet werde, fehle es in Österreich laut Branchenvertreter:innen an einem einheitlichen Rahmen. Zunehmende länderspezifische Einzelregelungen erschwerten den zielgerichteten Ausbau der Infrastruktur.

Martin Madlo, Präsident der Austrian Datacenter Association, verweist diesbezüglich auf fehlende Standards: „Was fehlt, ist ein abgestimmtes nationales Zielbild.“ Ein solches sei laut der Branchenvertretung jedoch notwendig, um die heimische Daten-Infrastruktur künftig gemeinsam mit der Energieversorgung und dem Netzausbau zukunftsfähig aufzustellen.

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