13.05.2025
FREUDIO

Wiener Healthtech-Startup joinfloat launcht Software für Psychotherapeut:innen

Freudio startete als internes Tool der Beratungsplattform joinfloat - jetzt ist es in der Beta-Version für die Öffentlichkeit verfügbar. Mit Freudio sollen organisatorische Tasks erleichtert werden – damit mehr Zeit für die Arbeit mit den Klient:innen bleibt.
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Die Co-Founder Claudio Rebernig und Gabriel Sperrer.
Die Co-Founder Claudio Rebernig und Gabriel Sperrer.

Erst seit Mai 2025 ist Freudio als Saas-Lösung verfügbar – und erfreut sich schon großer Beliebtheit, wie Co-Founder Claudio Rebernig erzählt. Im Moment befindet sich die Software noch in der Testphase, wird aber schon aktiv von Psychotherapeut:innen und klinischen Psycholog:innen genutzt. Freudio wurde in enger Zusammenarbeit mit Psychotherapeut:innen entwickelt.

Freudio wurde ursprünglich als internes Programm für joinfloat entwickelt. Joinfloat bietet Online-Psychologische Beratung für junge Erwachsene an. Die Beratungseinheiten werden von Psychologie Student:innen unter Supervision angeboten und sind somit ein niederschwelliges und leistbares Zusatzangebot.

Besonderes Augenmaß liegt darauf, die neue Software Freudio möglichst benutzer:innenfreundlich zu gestalten sowie ein hohes Maß an Datenschutz zu gewährleisten. „Als Entwickler ärgert es mich, wenn Software mehr Arbeit macht, als sie erspart. Gerade im Gesundheitsbereich ist das ein großes Problem“, so Co-Founder Gabriel Sperrer. „Deshalb entwickeln wir Freudio möglichst intuitiv, sodass es im Alltag im Hintergrund bleibt“.

Große Nachfrage

Freudio wurde nach einem Gespräch mit einem befreundeten Therapeuten für eine breitere Nutzer:innen-Gruppe adaptiert, erzählt Claudio Rebernig im Gespräch zu brutkasten. „Er war so unzufrieden mit der Software, die er benutzt hat – woraufhin wir ihm Freudio gezeigt haben. Freudio war zu dem Zeitpunkt erst intern verfügbar. Er hat daraufhin gesagt, er würde Freudio gerne kaufen und würde mindestens fünf weitere Therapeut:innen kennen, die Interesse daran hätten“.

Co-Founder Claudio Rebernig und Gabriel Sperrer, die beide einen technischen Background sowie viel Erfahrung in Marketing und Sales haben, haben daraufhin Interviews mit rund 30 Therapeut:innen geführt und bemerkt: Die Nachfrage nach einer gut funktionierenden Plattform ist groß. Dann wurde intensiv getüftelt – und jetzt befindet sich die Software im Onboarding-Prozess.

Das Tool erleichtert die Terminplanung, außerdem gibt es eine gesamte Klientenverwaltung, in der die Diagnosen sowie auch Notfallkontakte einsehbar sind – das ganze natürlich sicher verschlüsselt, wie Rebernig mehrmals versichert. „Und dann gibt es noch den Teil, der sich um die Buchhaltung dreht – und der sie erheblich erleichtern soll“. In weiterer Zukunft soll auch eine Funktion für Gruppenpraxen eingeführt werden, außerdem eine Schnittstelle für steuerliche Zwecke sowie KI-gestützte Assistenzfunktionen.

Expansion ins Ausland in weiterer Folge geplant

Die Abolösung ist an den Arbeitsalltag der Psychotherapeut:innen angepasst. Weil viele Therapeut:innen neben ihrer Selbstständigkeit noch angestellt sind, gibt es Abomodelle für geringfügig, Teilzeit- und Vollzeit arbeitende Selbstständige. Durch die Abonnements finanziert sich auch die Software, so Rebernig. „Zusätzlich hatten wir aber auch noch eine Förderung von der Wirtschaftsagentur“, sagt der Gründer. Solange die Software in Österreich bleibt, sind die Founder auch nicht auf Fremdfinanzierung angewiesen, meint er. Sobald ins Ausland expandiert wird, „werden wir an Investments denken“, so Rebernig. Das werde aber nicht vor dem vierten Quartal 2025 oder dem ersten Quartal nächstes Jahr passieren, so der Founder von Freudio.

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Gründer von Fiskaly: Patrick Gaubatz, Johannes Ferner, Simon Tragatschnig (v. l.) | (c) Fiskaly

Das Wiener Fintech fiskaly expandiert nach Tschechien. Mit seiner neuen Softwarelösung Sign CZ will das Unternehmen Händler und Kassensystemanbieter bei der Umsetzung der neuen gesetzlichen Vorgaben unterstützen. Ab 1. Jänner 2027 führt Tschechien die verpflichtende elektronische Umsatzerfassung, kurz EET 2.0, wieder ein. Diese betrifft insbesondere Unternehmen im Handel, in der Gastronomie und im Dienstleistungssektor.

Software kann bereits getestet werden

Mit Sign CZ bietet fiskaly eine cloudbasierte Schnittstelle, über die Kassensysteme Umsätze elektronisch an die tschechische Finanzverwaltung übermitteln können. Die Lösung kommt ohne zusätzliche Hardware aus und soll Unternehmen die Einhaltung der neuen gesetzlichen Vorgaben erleichtern. Die Softwarelösung kann bereits vor der Einführung der neuen Registrierkassenpflicht integriert und getestet werden. Diese tritt am 1. Jänner 2027 in Kraft.

Für kleinere Unternehmen bietet die tschechische Finanzverwaltung ab Dezember zudem eine kostenlose Webanwendung namens Moje eet an. Diese ist allerdings auf Betriebe mit maximal zwei Erfassungseinheiten beschränkt. Fiskaly richtet sich mit seiner Lösung hingegen insbesondere an Kassensystemanbieter und Unternehmen, die die elektronische Umsatzerfassung in bestehende Systeme integrieren wollen.

Tschechien führt Registrierkassenpflicht erneut ein

Mit EET 2.0 führt Tschechien die elektronische Registrierkassenpflicht wieder ein. Die ursprüngliche Regelung wurde zunächst während der Corona-Pandemie ausgesetzt und Anfang 2023 schließlich abgeschafft. Die neue Version soll einfacher und weniger bürokratisch sein. So entfällt etwa die Pflicht, gedruckte Kassenbelege auszustellen.

Erfasst werden künftig grundsätzlich Zahlungen vor Ort, unabhängig davon, ob Kunden bar, mit Karte oder per QR-Code bezahlen. Reine Online-Zahlungen sind von der Regelung ausgenommen.

Mit der Wiedereinführung will die tschechische Regierung Steuerhinterziehung und Schattenwirtschaft eindämmen sowie für fairere Wettbewerbsbedingungen sorgen. Das Finanzministerium rechnet durch die Maßnahme mit zusätzlichen Staatseinnahmen von rund 560 Millionen Euro jährlich.

Fiskaly mittlerweile in neun europäischen Märkten aktiv

Mit dem Markteintritt in Tschechien setzt fiskaly seine europäische Expansion fort. Zu den bisherigen Expansionsschritten zählen unter anderem der Markteintritt in Spanien 2023 sowie die Übernahme des schwedischen Anbieters InfraSec im Dezember 2025. „Wir begrüßen Tschechiens Schritt hin zu einer modernen, digitalen Umsatzerfassung und einem faireren steuerlichen Umfeld“, sagt Johannes Ferner, Co-Founder und Co-CEO von fiskaly.

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