25.03.2025
DIGITALER GESUNDHEITS-CHECK

Wiener Healthtech-Scaleup Xund launcht neues Produkt

Xund bietet Software als Medizinprodukt. Der neue digitale Healthcheck soll Gesundheitsrisiken erkennen und bei der Prävention helfen.
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Sophie Pingitzer und Lukas Seper von Xund
Sophie Pingitzer und Lukas Seper von Xund | Foto: Xund

Erst vor Kurzem konnte sich das Wiener Healthtech-Scaleup Xund in einer Pre-Series-A-Runde sechs Millionen Euro Investment sichern – brutkasten berichtete. Nun stellt das Unternehmen ein neues Produkt vor: den digitalen Health Check. Das 2018 gegründete Startup erweitert damit sein Portfolio. Fokussiert auf die Entwicklung von Software als Medizinprodukt, unterstützt das Unternehmen digitale Interaktionen mit Patient:innen.

Health Check von Xund erkennt Gesundheitsrisiken

Der digitale Health Check soll Gesundheitsrisiken wie Herz-Kreislauf-Probleme, psychische Störungen und Tumore frühzeitig erkennen. Das Tool erstellt auf Basis von Lebensstil, Vorerkrankungen und anderen Parametern ein Risikoprofil für Nutzer:innen und gibt ihnen präventive Empfehlungen. Es wird bereits von der deutschen Krankenkasse hkk eingesetzt, wodurch 950.000 Versicherte Zugang erhalten.

Weitere Themen wie Frauengesundheit und Dermatologie werden aktuell entwickelt, der Launch ist bis Jahresende geplant. Langfristig wird das Medizinprodukt laut Unternehmen insgesamt 14 Bereiche abdecken.

Ausbau digitaler Gesundheitsversorgung geplant

Der Health Check ist als Medizinprodukt zertifiziert. „Die klinische Bewertung des Health Checks bestätigt unseren hohen Qualitätsstandard und unser Engagement für eine sichere und zuverlässige digitale Gesundheitsversorgung“, sagt Sophie Pingitzer, Head of QM & Regulatory bei Xund.

Das Produkt soll künftig auf verschiedenen Wegen zum Einsatz kommen. „Wir sehen Potenzial in verschiedenen Verticals – darunter Krankenhäuser, Pharmaunternehmen und Telemedizinanbieter. Alle haben starkes Interesse an der Früherkennung von Gesundheitsrisiken“, heißt es seitens des Unternehmens.

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Das Founder-Team von hello again rund um Franz Tretter (2.v.l.) | (c) hello again
Das Founder-Team von hello again rund um Franz Tretter (2.v.l.) | (c) hello again

Mehr als 1.000 Unternehmenskunden mit insgesamt rund 18 Millionen App-User:innen – da steht hello again mit seinem Loyalty-App-Angebot aktuell. Zu den Kunden des Scaleups mit Sitz in Leonding neben Linz zählen große Ketten wie Müller, Deichmann, Klipp, L’Osteria oder Vamed Vitality World ebenso wie zahlreiche kleinere Ketten und Betriebe, wie etwa Leberkas-Pepi.

Im Mittelstand sei man im DACH-Raum Marktführer, sagt Gründer und CEO Franz Tretter gegenüber brutkasten. In der Region liegt bislang auch der klare geografische Fokus. „Wir haben zwar Kunden in 25 Ländern, aber keine Verkaufsteams vor Ort“, erklärt Tretter. Dazu gekommen sei es hauptsächlich über Weiterempfehlung, über Kunden die in weiteren Märkten aktiv sind oder etwa im Fall Südtirols über die kulturelle Nähe.

„Mont Blanc“, noch nicht „Mount Everest“

Doch nun stehen weitere Expansionsschritte bevor. „Wir wollen die Nummer 1 in Europa werden“, so Tretter selbstbewusst. Dafür nahm hello again nun eine größere Summe Kapital auf. Die Münchner Beteiligungsgesellschaft Emeram steigt mit einem nicht konkret bezifferten achtstelligen Betrag ein. Es sei ein „mittlerer“ achtstelliger Betrag, präzisiert Tretter auf brutkasten-Rückfrage. Das Gründer-Team behalte dabei die Mehrheit und bleibe „im Driver-Seat“.

Dabei habe man mehrere konkrete Angebote gehabt und sich letztlich für die Münchner Gesellschaft entschieden: „Es ist der absolute best case“, so der Gründer. „Das ist schon Oberliga. Es fühlt sich an, als hätten wir den Mount Everest bestiegen“, sagt Tretter, um sich gleich selbst auszubessern: „Oder besser den Mont Blanc. Weil fertig sind wir noch lange nicht, es warten noch viele höhere Gipfel.“ Und schließlich sei ihm in den vergangenen Jahren als Unternehmer auch eines immer mehr bewusst geworden: „Der Weg ist das Ziel.“

Spanien oder Polen als nächster Markt

Und dieser Weg soll nun in weitere europäische Fokusmärkte führen. Konkret teste man aktuell bereits die Märkte Polen und Spanien, um die nächsten großen Schritte auszuloten. Tretter betont aber: „Der DACH-Raum bleibt noch unser größter Wachstumsmarkt. Es gibt noch sehr viel Potenzial.“ Schließlich kommen etwa vier der aktuell rund 18 Millionen App-User:innen aus dem Heimatmarkt Österreich. Entsprechend viel ist im mittlerweile wichtigsten Markt Deutschland noch zu holen.

Die geografische Expansion ist aber nicht die einzige aktuelle Entwicklung. So arbeite man etwa seit Kurzem mit netzwerkübergreifenden Prämien. „Es bekommt also zum Beispiel ein Leberkas-Pepi-Kunde einen Benefit bei Sky angeboten. Das ist ein riesiger Reichweiten-Vorteil“, erklärt Tretter.

Ein weiteres Thema, auf das man stark setze, sei Individualisierung durch KI. „Wir können auf Basis anonymisierter Daten zielgenaue personalisierte Angebote verschicken. Die User bekommen Benefits, die genau gerade relevant für sie sind. Das steigert den Umsatz nachweislich um acht Prozent“, sagt der Gründer. Denn diese Personalisierung sei auch eine „absolute Konsumentenerwartung“.

„Wir waren immer bodenständig“

Der Plan steht also. Das Mindset soll dabei das bewährte bleiben. „Wir waren immer bodenständig. Aber die Dampflok rollt und fährt und fährt“, sagt Tretter. Getreu dem zuvor erwähnten Motto – „der Weg ist das Ziel“ – soll es auch weitergehen. „Wird morgen alles einfacher?“, fragt Tretter in den Raum. „Nein, die nächsten Challenges kommen und wir werden gemeinsam weiter wachsen. Nicht nur das Unternehmen sondern auch die Mitarbeiter.“

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