15.09.2015

Wiener Flashmob für Unternehmertum: „Das letzte Hemd“ der Wirtschaft geben

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Junge Unternehmer zur Teilnahme aufgerufen.

Es ist eine kreative Idee, um den Sinn für Unternehmertun zu schärfen: Mit einem Stadtrekord-Versuch soll auf die Probleme und Anliegen von jungen Wirtschaftstreibenden hingewiesen werden. Dafür wird im November im siebten Wiener Gemeindebezirk eine Wäscheleine gespannt: Junge Gründer, erfolgreiche Unternehmer und jene, die es werden wollen, sind dazu aufgerufen, ein Zeichen für die Selbstständigkeit zu setzen und Hemden oder Blusen symbolisch aufzuhängen.

„Unternehmer ist man aus Überzeugung und mit ganzem Herzen! Gerade die Wiener Jungunternehmer kämpfen jeden Tag, alleine oder im Team mit ihren Mitarbeitern, ums wirtschaftliche Überleben“, so Jürgen Tarbauer, Vorsitzender der Jungen Wirtschaft Wien. Er ist selbst Jungunternehmer aus der Marketingbranche und weiß, dass man als Junggründer nicht nur sprichwörtlich bereit ist, sein „letztes Hemd“ für die Verwirklichung der eigenen Träume zu geben.

Hintergrund der Aktion: Behördendschungel, eine Vielzahl von veralteten Vorschriften und Normen, endlose Verordnungen und immer wieder neue finanzielle Belastungen erschweren den Arbeitsalltag eines Unternehmers. Darauf soll mit dem Stadtrekord-Versuch hingewiesen werden. Unter dem Motto „A echtes Wiener Unternehmen geht ned unter!“, soll dementsprechend die größte Wäscheleine Wiens gespannt werden.

Wann? 4. November 2015, 10 Uhr

Wo? Vor dem Generali Center, Mariahilferstraße 77-79

Hemden und Blusen können übrigens ab sofort abgegeben werden. Die Kleidungsstücke werden danach gespendet. Nähere Informationen

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Hansi Hansmann auf der Main Stage des Female Future Festivals 2026. © brutkasten

Unter dem Motto „The Power of Connection“ versammelten sich am 22. Oktober rund 2.000 Teilnehmende in der Wiener Ottakringer Eventlocation. Das von den Schwestern Verena Eugster und Patricia Zupan-Eugster gegründete Female Future Festival widmete sich Themen wie Leadership, künstlicher Intelligenz und Finanzkompetenz. Neben Fachpanels zu Verhandlungsstrategien oder finanzieller Gesundheit war auch Business Angel Hansi Hansmann als Keynotespeaker auf der Bühne zu sehen.

„…, weil ich glaube, dass es unsere Welt besser macht“

Im Gespräch mit brutkasten nannte Hansmann seine Motivation für den Besuch: „Ich habe zwei kleine Töchter und ich möchte gerne, dass meine Töchter später im Leben irgendwann alles das machen können, was sie machen wollen, ohne dass ihr Geschlecht sie daran hindert.“ „Ich bin ein ganz, ganz großer Fan davon, dass es mehr Unternehmerinnen und mehr Investorinnen gibt. Überhaupt mehr Frauen an der Macht, weil ich glaube, dass es unsere Welt besser macht“, ergänzt er zu seinen Beweggründen.

Was seine Beteiligungen angeht, sieht der Investor und ehemalige Manager in Sachen Geschlechterverteilung ein klares Muster: „Ich habe in alles investiert: in rein männliche Teams natürlich viel mehr, aber auch rein weibliche und gemischte Teams. Am besten performen gemischte Teams aus meiner Erfahrung.“

Der Hebel gemischter Teams

Den Vorteil gemischter Teams sieht Hansmann im Zusammenspiel unterschiedlicher Stärken: Es gebe „unterschiedliche Eigenschaften und Skills zwischen Frauen und Männern, und die Mischung macht’s aus“.

Als Beispiel nennt er den Markteintritt: „Ein reines Männerteam geht mit dem Produkt raus, wenn es fertig ist. Nach dem Motto ’das können wir mal rausschieben in den Markt, probieren wir mal, schauen wir mal, ob es ankommt.’ Beim reinen Frauenteam, da muss das Produkt perfekt sein. Und das dauert natürlich fünf Monate länger, bis die auf den Markt gehen, und damit vergeht Zeit.“ Für ihn gilt: „Das gemischte Team, wo sozusagen alle Stimmen zu Wort kommen, ist das Ideale.“

Deutlicher Finanzierungs-Gap in H1/2026

Doch obwohl die Teamkonstellation am besten zu performen scheint, bestehen nach wie vor große Ungleichheiten in Sachen Startup-Finanzierung. Erst kürzlich zeigte der Female Start-up Funding Index H1/2026 von EY Österreich, Female Founders und Fund F das Ausmaß. Im ersten Halbjahr flossen 472 Mio. Euro Risikokapital in österreichische Startups, ein Plus von 329 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Rein männliche Teams erhielten davon 94,9 Prozent, gemischte Teams 4,8 Prozent und rein weibliche Teams 0,3 Prozent. Der Frauenanteil unter den analysierten Gründer:innen lag bei rund 13 Prozent. „Frauen dürfen gründen. Finanziert werden Männer“, brachte es Lisa-Marie Fassl, Managing Partner von Fund F, in der damaligen Aussendung auf den Punkt.

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