01.10.2025
INVESTMENT

Wiener DeepTech-Startup Optimuse holt 4 Millionen Euro – Maschmeyer im Lead

Das DeepTech-Startup Optimuse aus Wien-Leopoldstadt holt sich ein Vier-Millionen-Euro-Seed-Investment. Im Lead ist die Investmentgesellschaft von Carsten Maschmeyer. Was man mit dem Kapital nun plant.
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Das Founderteam von Optimuse | Foto: Maximilian Salzer

Das Wiener DeepTech-Startup Optimuse hat eine Seed-Finanzierung in Höhe von vier Millionen Euro abgeschlossen. Optimuse wurde im Oktober 2021 von Dominik Pezzei, Fabian Pitscheider und Felix Hoffer gegründet. Pezzei war bis Oktober 2021 als Bitpanda Product Manager tätig (brutkasten berichtete).

Optimuse holt vier Millionen Euro – u.a. von Maschmeyer

Mit dem nun frischen Vier-Millionen-Euro-Investment will man die Internationalisierung sowie den Vertrieb der Optimuse-KI-Lösung beschleunigen. Aktuell beschäftigt Optimuse ein 20-köpfiges Team.

Die Investmentgesellschaft seed + speed Ventures des deutschen Unternehmers und Investors Carsten Maschmeyer hält den Lead der Runde. Außerdem beteiligt sind der österreichische VC Blum Ventures sowie die Bestandsinvestoren Matterwave Ventures aus München und der aws Gründungsfonds.

Bereits im Oktober 2023 holte sich das DeepTech ein 1,1-Millionen-Euro-Investment – brutkasten berichtete. Damals waren der aws Gründerfonds II sowie der Münchner VC Matterwave Ventures beteiligt.

Digitale Gebäudeanalyse

Die Grundlage der KI-Plattform sind wissenschaftlich fundierte Simulationen und Analysen zur ressourcenoptimierten Auslegung von Gebäudeanlagen. Als B2B-Plattform hat sich Optimuse zum Ziel gesetzt, Bauherren und -frauen, Entwickler:innen und Planer:innen frühzeitig zu informieren, welche technischen Lösungen für das Heizen, Kühlen, Lüften und für die Gebäudehülle die besten Ergebnisse bei Kosten und Emissionen liegen.

Dominik Pezzei, Geschäftsführer und Mitgründer von Optimuse, erklärt: „Gebäude werden technisch und regulatorisch immer komplexer. Unsere KI-Lösung schafft Klarheit: In kürzester Zeit vergleicht sie Varianten und empfiehlt die nachhaltigste und wirtschaftlichste Lösung. So planen, transformieren und betreiben unsere Kunden Gebäude zukunftssicher und kosteneffizient.“

20 Prozent weniger Emissionen

Die Plattform lässt sich im Neubau sowie in der Sanierung von Bestandsgebäuden anwenden. Aus vorhandenen Plänen erstellt Optimuse ein digitales Gebäudemodell, vergleicht Varianten und empfiehlt eine wirtschaftliche und klimafreundliche Lösung.

Daraus leitet das Startup Handlungsempfehlungen ab. Das soll Kosten und Emissionen von Gebäuden über deren Bau- und Lebensdauer reduzieren: Optimuse rechnet mit 20-prozentigen Einsparungen bei Emissionen sowie zehn Prozent geringeren Baukosten. Auch die Vorplanung ließe sich durch der KI-Plattform um 70 Prozent schneller abschließen.

„Ein echter Gamechanger“

Alexander Kölpin, Managing Director bei seed + speed Ventures, äußert sich zu Optimuse: „Mit digitalen Simulationen zeigt das Team schon in der frühen Planungsphase, welche Sanierungsmaßnahmen technisch machbar und zugleich wirtschaftlich sinnvoll sind. In einem Markt mit enormem Sanierungsbedarf und strengen Effizienzvorgaben ist das ein echter Gamechanger.“

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Matteo Rosoli, CEO von eustella © eustella

„In den USA wird gerade die Ära der Superintelligenz ausgerufen. Europa darf dabei nicht zuschauen“, sagt Matteo Rosoli, CEO von eustella. Das Wiener Startup hat am 20. Oktober die Version 1.5 seiner Plattform für KI-Agenten veröffentlicht. Sie läuft nach eigenen Angaben auf rein europäischer Cloud-Infrastruktur.

Nachtraining statt Neuentwicklung

Eustella entwickelt kein Sprachmodell von Grund auf. Stattdessen setzt das Team auf offene Modelle, deren Gewichte frei verfügbar sind, und entwickelt sie mit eigenen Daten und Verfahren weiter. Ausgangspunkt ist laut Aussendung „das chinesische Basismodell Qwen 3.8 27B”. Die leistungsstärksten offenen Modelle stammten demnach „derzeit überwiegend aus China”. Das Nachtraining soll auch deren Voreingenommenheit reduzieren.

Ergebnisse aus eigener Messung

Wie viel das Nachtraining bringt, hat eustella selbst gemessen, mit 14 gängigen Leistungstests für KI-Modelle (Benchmarks). Laut Unternehmen schneidet v1.5 in allen 14 besser ab als das Basismodell, im Schnitt um fünf Punkte. Am deutlichsten fällt der Zuwachs beim Programmieren (LiveCodeBench, plus 17,1 Punkte), beim Befolgen komplexer Anweisungen (IFBench, plus 10,9) und in mehrstufigen Gesprächen (MultiChallenge, plus 10,8) aus.

Im Vergleich mit US-Modellen zieht eustella folgende Bilanz: v1.5 erreicht mit 27 Milliarden Parametern bei LiveCodeBench 89,1 Prozent, fast identisch mit Claude Opus 5 (89,0). GPT-5.6 Sol kommt auf 82,6. Bei GPQA Diamond, einem Test mit naturwissenschaftlichen Expertenfragen, liegt eustella mit 92,6 Prozent hinter Claude Opus 5 (93,9). Beim Verstehen langer Dokumente (AA-LCR) führt v1.5 laut eigenen Angaben mit 87,5 Prozent vor Claude Opus 5 (79,0) und GPT-5.6 Sol (84,0).

Auch gegenüber dem französischen Anbieter Mistral liegt v1.5 laut eustella in allen sieben vergleichbaren Benchmarks vorn, obwohl Mistral Medium 3.5 rund fünfmal so viele Parameter habe.

Die im Sommer verglichenen Modelle sind allerdings nicht mehr die aktuellsten ihrer Anbieter. Anthropic hat mit Fable 5.1 (seit 1. September) und Opus 5.5 (seit 22. September) zwei jüngere Modelle veröffentlicht. Auch OpenAI und Mistral haben mittlerweile neue Modelle vorgestellt.

Vom Launch zur Unternehmensplattform

Vorgestellt hat eustella seine App am 24. Juni. Beim Start im Juni waren es knapp 5.000 Nutzer:innen, jetzt mehr als 22.000. Die KI-Agenten unterstützen mehrstufige Aufgaben wie Recherchen, Präsentationen oder Reiseplanung. Ende August folgte laut eustella eine Optimierung, die das Achtfache an Nutzung zum gleichen Preis ermöglicht. Mit v1.5 kommen Team- und Enterprise-Pläne: „Orbit” kostet 20 Euro pro Nutzer:in und Monat, „Constellation” mit vierfachem Nutzungsvolumen 80 Euro. Die ersten 25 Partner:innen haben bereits API-Zugriff.

Eigene Technologie in Planung

„Wir haben diesen Sommer gezeigt, dass ein europäisches Team mit offenen Modellen und eigener Forschung an die Weltspitze heranrücken kann”, sagt Rosoli. v1.5 sei „erst der Anfang”. Weitere Forschung ist in Vorbereitung, eigene KI-Technologie will eustella Schritt für Schritt entwickeln.

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