26.11.2025
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Wiener Börse verlängert CEO-Vertrag mit Christoph Boschan

Damit bleibt Boschan, seit 2017 an der Spitze der Börsengruppe, weiterhin für die strategische Entwicklung der Wiener Börse und ihrer internationalen Beteiligungen verantwortlich.
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Boschan, Wiener Börse
© Wiener Börse/Alexander Felten - Andrea Herrmann, Christoph Boschan (m.) und Petr Koblic.

Der Aufsichtsrat der Wiener Börse AG hat den Vertrag des Vorstandsvorsitzenden Christoph Boschan um weitere fünf Jahre verlängert. Damit tritt Boschan seine dritte Vorstandsperiode an der Spitze der Börsengruppe an, zu der neben der österreichischen Nationalbörse auch die Börse Prag und Beteiligungen an Energiebörsen zählen.

Boschan seit 2017 Vorstandsvorsitzender

Der gebürtige Deutsche sitzt dem Vorstand der Wiener Börse seit 2017 vor. Das Top-Management der Börse setzt sich somit in den kommenden Jahren weiterhin aus Boschan, Andrea Herrmann, Chief Financial Officer und Petr Koblic, Vorstand Beteiligungen, zusammen.

Wettbewerbsfähigkeit Europas ein Thema

Auch inhaltlich hat der alte und neue Börse-CEO zuletzt klare Akzente gesetzt: Im brutkasten-Talk aus dem Vorjahr betonte Boschan etwa die Bedeutung einer Rückkehr der Behaltefrist, die Einführung eines Vorsorgedepots sowie eine stärkere Verknüpfung des Pensionssystems mit dem Kapitalmarkt. Diese Schritte würden nicht nur Wachstum und Innovationsfinanzierung stärken, sondern auch die europäische Wettbewerbsfähigkeit sichern. Europa brauche – wie hier nachzulesen – große Kapitalsammelstellen, um international konkurrenzfähig zu bleiben und heimischen Unternehmen besseren Zugang zu Kapital zu ermöglichen.

„Beitrag für leistungsfähigen Finanzmarkt“

Mit der aktuellen Vertragsverlängerung setzt der Aufsichtsrat der Wiener Börse auf ein „bewährtes Management-Team, das sowohl die Märkte versteht als auch Zukunft gestaltet“, wie Aufsichtsratsvorsitzender Heimo Scheuch die Entscheidung kommentiert: „Unter dem Vorsitz von Christoph Boschan hat die Wiener Börse in den vergangenen Jahren nicht nur operative Exzellenz bewiesen, sondern den Kurs der Börsengruppe strategisch klug und mit großem wirtschaftlichem Erfolg weiterentwickelt. Zugleich leistet sie einen entscheidenden Beitrag für einen leistungsfähigen und international wettbewerbsfähigen Finanzmarkt – eine zentrale Voraussetzung für Wachstum, Innovation und die langfristige Finanzierung der österreichischen Wirtschaft.“

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Rebel Music Distribution
© Rebel Music Distribution - Marko Celesty, Gründer Rebel Music Distribution.

Bei der italienischen Stadt Triest werden alte österreichische Gefühle wach. Von 1382 bis 1918 war sie der Haupt- und Seehafen der Habsburgermonarchie. Zudem verstärkt der Hafen, der 1719 unter dem österreichischen Kaiser Karl VI. zum Freihafen erhoben wurde, die wirtschaftlichen Verflechtungen mit Österreich durch zahlreiche Logistikverbindungen. Zusammen mit dem Zollkorridor Triest–Villach/Fürnitz gilt er heute als Logistikdrehkreuz zwischen Asien und Mitteleuropa. In dieser geschichtsträchtigen Stadt entstand 2021 Rebel Music Distribution, ein von Marko Celesty gegründetes Musik-Tech-Startup, das bereits über 25.000 Artists als User:innen vorweisen kann.

Rebel Music Distribution als Schnittstelle

Dem Founder nach ist die Musikindustrie längst auch eine Softwareindustrie. Hinter jeder digitalen Veröffentlichung stünden Metadaten, Plattformregeln, Rechteverwaltung, Abrechnungen und technische Prozesse. Genau an dieser Schnittstelle arbeitet Rebel Music Distribution, das unabhängigen Artists und Labels den Zugang zur globalen digitalen Distribution vereinfachen will.

Seine Perspektive als Musiker prägte die Produktidee von Beginn an: „Distribution sollte nicht nur technisch funktionieren, sondern für Artists möglichst verständlich, flexibel und ohne unnötige Einstiegshürden nutzbar sein“, beschreibt Celesty sein Mindset.

Aus diesem Ansatz entstand die Plattform, über die Künstler:innen ihre Releases verwalten, Metadaten organisieren und Musik an große Streaming- und Download-Dienste ausliefern können. Auch Labels und Nutzer mit mehreren Projekten können verschiedene Artists und Releases über einen zentralen Account verwalten.

Mehrere 10-Millionen-Streams im Monat

Der über die Plattform verwaltete Katalog erzielt nach Unternehmensangaben jeden Monat mehrere zehn Millionen Streams. Gleichzeitig bleibt die operative Struktur bewusst schlank: Das Kernteam besteht aus vier Personen.

Möglich wird diese Skalierung vor allem durch Automatisierung und eigene technische Prozesse. Statt jede Veröffentlichung manuell zu bearbeiten, werden große Teile des Workflows softwaregestützt abgewickelt.

Rebel Music Distribution versteht sich in diesem Sinne nicht nur als Vermittler zwischen Artist und Streaming-Plattform. Ein wesentlicher Teil des Unternehmens ist ebenjene eigene Software-Infrastruktur, die laufend weiterentwickelt wird. Sie bildet den technischen Kern für Release-Management, Datenverarbeitung und die Verwaltung wachsender Kataloge.

Gerade im digitalen Musikvertrieb sei diese technische Ebene entscheidend. Unterschiedliche Anforderungen der Plattformen, große Mengen an Metadaten und eine steigende Zahl von Releases würden vor allem skalierbare Systeme zu einem zentralen Wettbewerbsvorteil machen, so der Gründer.

Rebel Music Distribution: Revenue-Share-Modell

Ein weiterer Bestandteil des Modells von Rebel Music Distribution ist der kostenlose Einstieg in die Musikdistribution. Artists können ihre Musik veröffentlichen, ohne für die reine Distribution zunächst eine klassische jährliche Abo-Gebühr zahlen zu müssen. Ergänzt wird das Angebot durch ein kostenloses Online-Mastering-Studio, monatliche Royalty-Auszahlungen und direkten Support.

„Das Angebot richtet sich damit besonders an Independent Artists, Produzenten, Songwriter und kleinere Labels, die professionelle digitale Infrastruktur nutzen möchten, ohne schon vor dem ersten Release hohe Fixkosten einzugehen“, heißt es per Aussendung.

Das Geschäftsmodell von Rebel Music Distribution basiert konkret auf einem Revenue-Share-Modell: Die Musikdistribution ist – wie erwähnt – für Artists grundsätzlich kostenlos, im Gegenzug behält Rebel Music laut eigenen AGB standardmäßig zehn Prozent der über die Plattform generierten Royalties, 90 Prozent bleiben bei den Künstler:innen. Zusätzlich monetarisiert das Unternehmen optionale Services wie YouTube Content ID, für das 25 Euro pro Track sowie 20 Prozent der daraus erzielten Einnahmen verrechnet werden, sowie die „QC Fast Track Validation“ (Fast-Track-Qualitätskontrolle) für 15 Euro pro Release.

Ohne Investoren

Das Startup wurde ohne externe Investoren aufgebaut. Nach Angaben des Unternehmens liegt die heutige Bewertung im Bereich von mehreren Millionen Euro. Die Kombination aus eigener Technologie, internationaler Nutzerbasis und einem stark wachsenden Markt mache das Unternehmen „zu einem Beispiel dafür, wie sich spezialisierte Softwareprodukte auch mit kleinen Teams global skalieren lassen“, so der Claim.

Für Celesty bleibt dabei der Musikerblick zentral, wie er sagt: „Die Technologie soll nicht Selbstzweck sein, sondern Probleme lösen, die unabhängige Künstler:innen im Alltag tatsächlich haben. Genau darin sieht Rebel Music Distribution die Grundlage für weiteres Wachstum.“

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