06.09.2021

So erweitert die Wiener Börse ihr Finanzbildungsangebot

Das Unterrichtsmaterial der Wiener Börse wurde um ein Modul zu nachhaltigem Investieren ergänzt. Außerdem starten neue Lehrgänge und Seminare.
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Wiener Börse
© Wiener Börse

Schon lange ist die Wiener Börse im Bereich der Finanzbildung aktiv – nun erweiterte sie ihr Angebot rechtzeitig zum Schulstart mit neu gestalteten und digitalen Unterrichtsmaterialen, die ab sofort verwendet werden können. Dazu kommen sieben neue Lehrgänge und Seminare der Wiener Börse Akademie mit einem verstärkten Online-Angebot für das kommende Jahr.

„Investieren ist die aktive Form des Mitbestimmens und der Teilhabe in einer modernen sozialen Marktwirtschaft. Dazu ist aber Wissen in diesem Bereich unerlässlich. Mit diesem Wissen kann jeder dazu ermächtigt werden, sich selbstbewusst den unterschiedlichen Anlageformen zuzuwenden und die eigenen Finanzen in die Hand zu nehmen“, sagt Christoph Boschan, CEO der Wiener Börse AG. Das Ziel sei es, Anlegern eine gute Chancen-Risiko-Abwägung zu ermöglichen.

Neues Modul im Bereich nachhaltiges Investieren

Das Unterrichtmaterial der Wiener Börse, das unter dem Namen „börse4me“ läuft, richtet sich an die Schultypen AHS und BMHS. Es ist in Modulen aufgebaut, sodass Lehrinnen und Lehrer das Material zielgerichtet einsetzen können. Die Unterrichtsmaterialen der Wiener Börse sind seit dem Frühjahr auch auf der Lernplattform lms.at als interaktive E-Books abrufbar.

Bisher gab es fünf Module – in diesen wurden die Grundlagen des Kapitalmarkts vermittelt. Nun kommt ein sechstes dazu, das spezifisch das Thema nachhaltiges Investieren behandelt. Das Modul trägt den Namen „Zukunftsorientiert und verantwortungsvoll veranlagen“ und wurde in Kooperation mit der Initiative Green Financial Literacy des Klimaschutzministeriums (BMK) erarbeitet. Inhaltlich werden Kompetenzen zum Nachhaltigkeitsansatz ESG (Environment, Social, Governance) vermittelt. Außerdem lernt man, nach welchen Kriterien nachhaltige Finanzprodukte ausgewählt werden können und wie man Veranlagungsentscheidungen trifft.

Wiener Börse unterstützt Finanzbildungsstrategie des Finanzministeriums

Abseits dessen kündigte die Wiener Börse an, die vom Finanzministerium initiierte „Nationale Finanzbildungsstrategie“ zu unterstützen. Dazu wolle man Expertise einbringen und Materialen zur Verfügung stellen. Noch im September sollen nähere Details dazu bekannt weren.

Die Wiener Börse Akademie wird in Kooperation mit dem WIFI Wien geführt. Sie ist nach eigenen Angaben mit mehr als 1.000 Seminarbersuchern pro Jahr der größte Anbieter von Börsenseminaren in Österreich. Sie bietet Einsteigerseminare ebenso an wie eine Berufsausbildung zum geprüften Börsenhändler. Zuletzt kamen eine Ausbildung zum Value-Investor sowie Seminare zum Thema Börsenpsychologie dazu.

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Majourny
© Majourny - Severin Bergsmann und Fabian Pischinger.

Es begann mit einer App, die KI zur automatischen Routenerstellung nutzte. Basierend auf ihren Interessen bekamen Nutzer:innen Empfehlungen für Hotels, Restaurants und Aktivitäten in der ausgewählten Stadt. Die Routen konnten dann in einem Feed geteilt werden, um Vertrauen zu schaffen und die App von rein algorithmischen Planern zu unterscheiden. Das Ziel der beiden Gründer Fabian Pischinger und Severin Bergsmann war es, als B2C-Reiseplaner Endkund:innen zu erreichen. Doch dann sprach man mit den Hotels.

Majourny-Founder: „Haben nicht im Office überlegt“

„Je mehr wir mit Hotels gesprochen haben, desto klarer wurde: Die Gäste sind längst digital, die Betriebe dahinter oft noch nicht. Dort geht jeden Tag enorm viel Zeit für Telefonate, Zettel und Nachfragen verloren“, sagt Pischinger. Also pivotierte man und versteht sich jetzt als B2B-Plattform für Hotels. Das Wissen über die Erwartungen digitaler Gäste nahm das Team mit. „Die Gen Z will ihre Anliegen digital erledigen, zu jeder Uhrzeit. Gleichzeitig hat das Personal schlicht keine Kapazität mehr, alles händisch abzufangen.“

Seit Ende 2025 entsteht die Software direkt im Hotelalltag, gemeinsam mit dem Stift Schlägl und dem Boutiquehotel Königswieserhof im Bezirk Freistadt. Als dritter Pilotbetrieb kamen die ARVE Chalets auf der Turracher Höhe dazu.

„Wir haben nicht im Büro überlegt, was Hotels brauchen könnten. Wir waren im Betrieb und haben gesehen, wo jeden Tag Zeit verloren geht“, ergänzt Pischinger. Unterstützt wird die Entwicklung durch ein FFG-Kleinprojekt, das Projektvolumen beläuft sich auf 150.000 €. Das Ziel des Projektes ist es, Hotels autonomer zu gestalten und Abläufe mittels KI-Agenten zu vereinfachen.

Daten automatisch ins System

Majourny wird an das bestehende Property-Management-System (PMS) des Hotels angebunden. Anreisen, Zimmernummern und Aufenthaltsdaten fließen somit automatisch ins System, eine zusätzliche Insellösung entstehe nicht. Der TeamHub bündelt Aufgaben, Übergaben und Kommunikation zwischen Rezeption, Housekeeping, Haustechnik und Küche. Eine KI-Wissensdatenbank soll auch neuen oder saisonalen Mitarbeiter:innen Antworten zum Haus liefern, und über einen digitalen Concierge erreichen Gäste das Hotel rund um die Uhr.

Zielgruppe sind der Aussendung zufolge Boutiquehotels, inhabergeführte Hotels und Chalets, also Betriebe, in denen wenige Menschen viele Rollen übernehmen und für eine eigene IT-Abteilung kein Platz ist.

Mit Version 1.0 startete im September auch der Vertrieb. Langfristig sollen KI-Agenten einen großen Teil der Back-Office-Arbeit in Hotels selbstständig erledigen. Die Verantwortung bleibe dabei beim Menschen: Entscheidungen über Preise, Kulanz oder Beschwerden treffe weiterhin das Hotel. „Die KI soll niemanden ersetzen“, so die Founder. „Sie soll die Arbeit übernehmen, die keiner gerne macht, damit wieder mehr Zeit für die Gäste bleibt.“

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