21.05.2024
INVESTMENT

Wiener BioTech Ygion Biomedical erhält 15 Millionen Euro Investment

Individualisierte Krebstherapie könnte ein medizinischer Durchbruch sein. Das Wiener BioTech Ygion Biomedical steht mit seiner Entwicklung nach eigenen Angaben kurz davor - und erhielt eine Finanzspritze.
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(c) Ygion Biomedical

Das Wiener BioTech Ygion Biomedical verfolgt die Mission, individualisierte Krebsimmuntherapien zu entwickeln – mit dem Ziel, Krebspatient:innen bessere und effektivere Behandlungen zu bieten. Nun erhält das BioTech, das am Campus des Biocenter Vienna beheimatet ist, ein 15 Millionen Euro-Investment in einer Series-A-Finanzierungsrunde.

Individualisierte Krebstherapie

Mit der Individualisierung der Krebstherapie verfolgt Ygion Biomedical den Ansatz, das Immunsystem von Patient:innen gezielt zu aktivieren. Damit wird eine schnelle, starke und langanhaltende spezifische Immunantwort erwartet, schreibt das BioTech auf seiner Website. Durch „die gezielte Ausrichtung des Immunsystems des Patienten auf den Tumor“ soll ein „Schutz vor Tumorrückfällen und Metastasen“ geboten werden – und das Fortschreiten einer Krebserkrankung ließe sich damit „langfristig kontrollieren“.

Die Krebstherapie-Forschung durch Ygion Biomedical hat auch eine österreichische Privatstiftung überzeugt: Bei Abschluss einer Series-A-Finanzierungsrunde erhielt Ygion Biomedical 15 Millionen Euro. Das frische Kapital soll es dem BioTech ermöglichen, die „Ygnite“-Technologieplattform und das Leitprogramm YG-01 bis in die präklinische und klinische Entwicklung zu bringen.

Die zugrundeliegende Ygnite-Plattform von Ygion kombiniert Next-Generation-Sequencing, Bioinformatik und die proprietäre „Cargonaut“-Impfstofftechnologie, um Neoepitop-Peptid-Impfstoffe zu liefern, die auf jeden Tumor und jeden Patienten zugeschnitten sind. 

„Kurz vor Durchbruch“

Gegründet wurde Ygion Biomedical 2022 von einem Team an „BioTech-Veteranen und Unternehmern“, heißt es in einer Aussendung. Der Fokus des Unternehmens liegt auf der Entwicklung individualisierter „Plug-and-Play“-Krebs-Impfstoffe auf Basis einer proprietären Technologieplattform. Diese ermöglicht die Identifizierung, Produktion und zielgerichtete Verabreichung relevanter Neoantigen-Peptide, was zu einer sicheren, außergewöhnlich wirksamen und präzisen Aktivierung des Immunsystems des Patienten führt.

„Wir stehen kurz vor einem Durchbruch in der individualisierten Krebstherapie“, so Wolfgang Fischl, CEO von Ygion. „Die Finanzierung ist eine eindrucksvolle Bestätigung unseres einzigartigen Ansatzes, und wir freuen uns über das Vertrauen und die Unterstützung unserer Investoren, die uns einen bedeutenden Schritt in Richtung klinischer Validierung unserer Technologie ermöglichen. Wir sind weiterhin offen für zusätzliche Kooperationspartner und Investoren, die an unserem wegweisenden Ansatz interessiert sind.“

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Lebensstimmen
Der Fabertar | © Lebensstimmen/Screenshot

Vor rund einem Monat gab das Grazer Startup Lebensstimmen den Einstieg von Motorsportlegende Helmut Marko als Investor bekannt – brutkasten berichtete. Nun präsentierte man seine KI-basierte Plattform und hat dabei weitere prominente Unterstützung.

Lebensstimmen als Vorsorge

Das von Markus Pinter, Philipp Berkessy und Lukas Stern gegründete Startup versteht sich als ein Vorsorgeprodukt, das zu Lebzeiten abgeschlossen wird und für den Tod und darüber hinaus wirkt. Menschen können zu Lebzeiten ihre eigene Grußbotschaft oder „letzte Rede“ gestalten, in eigener Stimme, mit eigenen Inhalten, Musik und Bildern. Angehörige sollen nach einem Todesfall zudem eine digitale Trauerrede erstellen können.

Insgesamt umfasst das Angebot vier Produkte: die „Grußbotschaft“, „Meine letzte Rede“, einen neutralen „KI-Trauerredner“ sowie das Format „Aus Sicht der Familie“.

Vertrieben werden soll über Bestattungsunternehmen, Vorsorgeversicherer, Institutionen und Medienpartner im Lizenz- und White-Label-Modell. Die rechtliche Architektur der Plattform wurde gemeinsam mit Scherbaum Seebacher Rechtsanwälte entwickelt. Technologiepartner ist BLCKs AI.

Fabertar schenkt Worte her

Neben Marko unterstützt nun auch Dompfarrer von St. Stephan, Toni Faber, Lebensstimmen in Fragen von Trauer und Abschied mit einem neuartigen Angebot. Mit dem „Fabertar“ präsentiert das Startup einen gemeinsam mit ihm entwickelten und klar als KI gekennzeichneten Trauerredner. Dieser soll keine Seelsorge ersetzen, sondern Worte schenken, wo sie gewünscht werden oder wo kein Redner verfügbar ist.

„Ich begleite viele Menschen im Abschied. Oft ist das, was ungesagt bleibt, am schwersten. Wenn Technik hilft, liebevolle Worte zu bewahren, dient sie dem Menschen und dem Trost. Genau das ist der Gedanke hinter dem ‚Fabertar‘. Er soll niemanden ersetzen“, sagt Faber.

Marktstart Anfang 2027

Und Lebensstimmen-Geschäftsführer Berkessy ergänzt: „Jeder Mensch hat Worte, die bleiben sollen. Mit Lebensstimmen machen wir Vorsorge erstmals persönlich, digital und rechtssicher. Heute beginnt eine neue Abschiedskultur, und sie beginnt in Österreich.“

Nach der offiziellen Vorstellung der Plattform, der dazugehörigen Lebensstimmen-Produkte und dem aktuellen Launch der Website erfolgt in einem nächsten Schritt. Der Marktstart ist für Q1 2027 geplant und soll sowohl österreichweit als auch global erfolgen.

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