05.06.2025
DEEPTECH

Wien erhält neuen Biotech-Inkubator mit Niki Futter an Bord – 50-Mio.-VC-Fonds geplant

Mit Abundance Gate entsteht in Wien ein neuer Biotech- und Deep-Tech-Inkubator, der Startups mehr als nur Laborflächen bieten möchte.
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Abundance Gate, Biotech. Biotech Inkubator, Wien
© Abundance - (v.l.) Niki Futter, Investor Thomas Holzhuber, Founder und CEO, Timur Topalgökceli, Founder und Startup Lead, Leo Fellinger, Founder und Corporate Lead.

In Wien existiert eine starke akademische Basis, die für viele Ausgründungen im Biotech-Bereich sorge. Das weiß das Abundance-Gate-Gründerduo Thomas Holzhuber und Timur Topalgökceli. Ein Problem dabei: zu wenig Laborfläche.

Abundance Gate mehr als nur Fläche

„Es gibt kleine Ausgründungseinheiten mit 100 bis 500 Quadratmetern Fläche“, erklärt Holzhuber. „Außer in Basel, Zürich oder London gibt es aber keine wirklichen Cluster-Strukturen in Europa in diesem Feld.“

Mit Abundance Gate als Biotech-Inkubator wollen die beiden Gründer das nicht nur ändern und Startups große Laborflächen zur Verfügung stellen, sondern auch „Lab to Market-Advisory“ bieten. Ihr Netzwerk dafür besteht aus rund 2.000 Expert:innen aus dem Bereich. Niki Futter ist als Investor mit an Bord, Co-Founder Leo Fellinger als Corporate Lead.

Fehlende Strategien

„Nach der Ausgründung und der in Wien gut funktionierenden Förderung folgt für Biotech-Startups die nächste Herausforderung“, präzisiert Topalgökceli. Viele junge Biotech-Startups würden nicht bloß an der Forschung scheitern, sondern an fehlenden Strategien für die Kommerzialisierung. „An Skalierung, Kundenanwerbung und der Folgefinanzierung etwa.“

Abundance Gate möchte hier ansetzen. Ein zentraler Baustein dafür ist ein in Gründung befindlicher VC-Fonds mit einem Zielvolumen von bis zu 50 Millionen Euro. Der Fonds soll gezielt in frühe Deep-Tech-Startups investieren – unter anderem in Biotech, Life Science, KI und Cross-Tech. Ein Ticket liege dabei bei einer bis zehn Millionen Euro.

Abundance Gate: 18.000 Quadratmeter

„Es geht beim Kapital jedoch nicht nur um die Frage des Volumens, sondern um das richtige Kapital“, betont Topalgökceli. „Um Personen, die nicht nur das Kapital zur Verfügung stellen, sondern auch technisches Verständnis haben, aus der Pharmaindustrie kommen, CEOs sind, Personen mit Unternehmen an der Börse. Wir wollen die Investoren mit der Science-Community verbinden.“

Aktuell sind die Startups Curie.bio und Resonate Bio eingemietet, Viverita TX und CompreVie werden beraten.

Insgesamt werden bei Abundance Gate 18.000 Quadratmeter an Laborfläche zur Verfügung stehen. Der Spatenstich für die finale Ausbaustufe und das Closing der ersten Funding-Runde des VC-Fonds soll noch dieses Jahr erfolgen.

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CEO und Co-Founder Matthäus Offner | (c) Find my Werkstatt / Canva

So manche Autofahrer:innen hat wohl schon einmal der Schreck eingeholt, als die Rechnung für das letzte Service geschrieben wurde. Neben hohen Preisen ist es oft schwierig nachzuvollziehen, wie teuer die Reparatur sein darf. Das soll sich nun mit Find my Werkstatt ändern, denn das Wiener Unternehmen möchte Kosten sichtbar und transparent machen. Es stellt dafür digitale Fahrzeugberichte aus, die Autofahrer:innen zeigen, welche Arbeiten laut Wartungsplan vorgesehen sind, welche Ersatzteile benötigt werden und mit welchem Arbeitsaufwand zu rechnen ist.

„Wir machen Informationen zugänglich“

„Wer sein Auto zum Service bringt, weiß meistens nicht, was tatsächlich gemacht werden muss und wie sich die Rechnung zusammensetzt. Genau das wollen wir ändern. Wir machen Informationen zugänglich, die bisher vor allem Werkstätten zur Verfügung standen“, erklärt Matthäus Offner, Geschäftsführer von Find my Werkstatt. Ihm gehören 49 Prozent der Firma, Mehrheitseigentümer ist die pubbles FilmgesmbH.

Find my Werkstatt greift bei seinen Analysen auf technische Fahrzeugdaten, Wartungsvorgaben, Arbeitszeitwerte und aktuelle Ersatzteilpreise zurück. Laut dem Wiener Unternehmen würden die Service- und Reparaturkosten nach einem ähnlichen Prinzip berechnet werden, wie es auch in professionellen Werkstätten üblich sei. Find my Werkstatt betont aber, dass die berechneten Kosten als Orientierung dienen.

Ein Ersatzteil, zwei Preise

„Was mich immer wieder überrascht, sind die enormen Preisunterschiede bei Windschutzscheiben. Für ein und dasselbe Fahrzeug kann eine Windschutzscheibe bei einem Anbieter rund 300 Euro und bei einem anderen weit über 1.000 Euro kosten“, sagt Offner und ergänzt bezüglich der Arbeitskosten: „Der Stundensatz kann von Werkstatt zu Werkstatt um bis zum Dreifachen variieren. Viele Autofahrer wissen gar nicht, wie groß diese Unterschiede tatsächlich sein können.“ Durch Find my Werkstatt sollen Autofahrer:innen Angebote besser einschätzen können und informiertere Entscheidungen treffen.

Die Plattform würde auch beim Gebrauchtwagenkauf wichtige Informationen zur Verfügung stellen, wodurch Folgekosten besser berücksichtigt werden können. „Ein vermeintlich günstiges Auto kann schnell teuer werden, wenn kurz nach dem Kauf größere Wartungen oder Reparaturen anstehen. Wir wollen, dass man solche Kosten bereits vor dem Kauf besser einschätzen kann“, erklärt Offner.

Recherche nach der passenden Werkstatt

Grundsätzlich wurde Find my Werkstatt vor zwei Jahren gegründet, um eine passende Kfz-Werkstatt in der Nähe zu finden. Nutzer:innen können Betriebe anhand von Standort, angebotenen Leistungen und Bewertungen entdecken und direkt kontaktieren. Bisher habe die Firma 20.000 User:innen und mache laut eigenen Angaben heuer einen Umsatz von rund 100.000 Euro.

Vollständig gebootstrappt, jetzt beginnt Investorensuche

Werkstätte, die auf der Plattform aufgeführt werden möchten, zahlen eine Gebühr zwischen 109 Euro und 150 Euro. Je nach Preis ist eine einfache Listung bis hin zur Verfügungstellung einer Software, die den Prozess des Ersatzteilebesorgens vereinfacht, möglich. Aktuell seien rund 4.300 Werkstätten verzeichnet. Auf der anderen Seite bezahlen Autofahrer:innen pro Bericht zwischen 5,90 Euro und 19,90 Euro. Je nach Preis erhalten sie unterschiedlich ausführliche Informationen. Find my Werkstatt ist bisher eigenfinanziert, wobei man aktuell nach großen Investoren wie Versicherungen, Automarken etc. suche.

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