09.02.2021

Student Innovation Challenge: Wien Energie sucht Ideen für klimaneutrale Stadt

In Sachen Klimaschutz hat die Stadt Wien große Pläne. Bei der Wien Energie Student Innovation Challenge 2021 können Studierende sich 30.000 Euro Projektbudget für ihre Konzepte holen.
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Die Student Innovation Challenge 2021 steht im Zeichen des Klimaschutz
Die Student Innovation Challenge 2021 steht im Zeichen des Klimaschutz (c) Wien Energie
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Bis zum Jahr 2040 will die Stadt Wien klimaneutral werden. Noch sind fast zwei Jahrzehnte Zeit, aber das Ziel ist dennoch ambitioniert. Bei Wien Energie, dem größten Energieanbieter der Stadt, will man einen entscheidenden Beitrag zur Umsetzung des Plans leisten. Und man ist sich sicher: „Innovation ist der Schlüssel, um diese Herausforderung zu meistern“. Diese forciert das Unternehmen über unterschiedlichste Wege, etwa auch mit der Student !!Innovation Challenge, die dieses Jahr ganz im Zeichen des Klimaschutzes steht.

„Wien ist die lebenswerteste Stadt der Welt. Das soll sie auch in Zukunft bleiben. Um das zu erreichen, brauchen wir kreative Ideen und innovative Klimaschutz-Lösungen“, erklärt Michael Strebl, Geschäftsführer von Wien Energie. Mit der Student !!Innovation Challenge schaffe man für junge Menschen die Möglichkeit, smarte Konzepte für die Stadt der Zukunft zu erarbeiten und tatsächlich umsetzen zu können.

30.000 Euro Projektbudget und viel Know-how

Denn bei der Challenge winken 30.000 Euro Projektbudget und viel Know-how. Teams von bis zu fünf Studierenden aller Studienrichtungen können noch bis zum 15. Februar kreative Innovationen und Projekte für ein smartes Wien einreichen. Konkret gesucht werden Konzepte rund um die Themengebiete „Smart Energy Communities“, „Smarte Infrastruktur“ und „Dekarbonisierung“.

Alle teilnehmenden Teams der Student !!Innovation Challenge 2021 werden von Anfang an begleitet und in der Entwicklung ihrer Ideen und Konzepte von Wien Energie-Expertinnen und Experten, aber auch von externen Mentorinnen und Mentoren der internationalen Wissens- und Innovationsgemeinschaft InnoEnergy unterstützt. InnoEnergy ermöglicht zudem einen Zugang zu einem europaweiten Forschungs- und Industrienetzwerk und bietet dem Gewinnerteam Trainings und Unterstützung am Weg in die Selbstständigkeit.

Hard Facts zur Student Innovation Challenge 2021

Die Bewerbungsfrist für die zweite Student !!Innovation Challenge läuft noch bis 15. Februar 2021. Bis dahin können sich alle Interessierten unter diesem Link mit ihrer Idee bewerben. Mitmachen können Studierende in Teams mit bis zu fünf Personen. Nach der Bewerbung folgen Assessment-Gespräche und ein gemeinsamer Kick-Off, bevor teamspezifische Coachings starten. Das Finale findet am 24. Juni statt, ab Juli beginnt das Sieger-Team mit der Projektumsetzung. Aufgrund der aktuellen Corona-Bestimmungen findet die gesamte Challenge vorwiegend digital statt.

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Bild: KI-generiert / Google Gemini

Die europäischen NATO-Länder werden ihre Verteidigungsausgaben in den kommenden zehn Jahren massiv erhöhen. Neben den direkten Verteidigungsausgaben, die auf 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen sollen, sind weitere 1,5 Prozent des BIP für sicherheitsrelevante Investitionen vorgesehen: etwa für die Anpassung der Verkehrsinfrastruktur, für den Bevölkerungsschutz oder für Cyber- und Netzwerksicherheit. Europaweit entspricht das jährlich rund 320 Mrd. Euro.

Auch für Österreich als Nicht-NATO-Staat hat das Folgen. Legt man das 1,5-Prozent-Ziel als Referenzmaßstab zugrunde, ergibt sich ein potenzieller jährlicher Investitionsbedarf von rund 7,5 Mrd. Euro. Das geht aus der Studie „Verteidigungsrelevante Infrastruktur als Rückgrat souveräner Sicherheitsvorsorge“ von EY und der deutschen DekaBank hervor.

Jeder Euro löst 2,45 Euro aus

Die Investitionen stoßen laut Studie in den europäischen NATO-Ländern eine Produktion von insgesamt 822 Mrd. Euro pro Jahr an, 17 Mrd. Euro davon entfallen auf Österreich. Jeder investierte Euro führt demnach zu einem gesamtwirtschaftlichen Impuls von etwa 2,45 Euro. Profitieren dürften vor allem Bauunternehmen, Informations- und Kommunikationsunternehmen, Logistikfirmen sowie die Elektronik- und Elektrotechnikbranche.

Dazu kommen die Beschäftigungseffekte: Sofern die Infrastrukturinvestitionen wie vorgesehen zu ohnehin geplanten Projekten erfolgen, entstehen europaweit 4,4 Millionen Arbeitsplätze. Knapp 1,8 Millionen davon direkt in der Infrastrukturindustrie, ähnlich viele bei Zulieferern. In Österreich wären es rund 75.000 Jobs.

„Investitionen in Infrastruktur, von Mobilität über Energie bis zu Häfen, Flughäfen, Schutzräumen und Cyber-Sicherheit, bilden das Rückgrat militärischer Fähigkeiten“, sagt Axel Preiss, Partner bei EY Österreich und Defence Leader Europe. Die Effekte gingen über den Rüstungssektor hinaus: Solche Investitionen könnten die Konjunktur stärker ankurbeln als Rüstungsinvestitionen im engeren Sinn und bieten zugleich die Chance auf eine Modernisierung von Logistik, Verkehr und Energie.

Investitionsstau und knappe Kassen

Der Bedarf trifft allerdings auf strukturelle Engpässe. In Österreich wie in ganz Europa besteht bereits heute ein hoher Investitionsstau, die zugesagten Mittel müssten zusätzlich und möglichst kurzfristig aufgebracht werden.

Für Matthias Danne, stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der DekaBank, führt daran kein Weg vorbei: „Der Staat wird die hohen Kosten der militärischen Infrastrukturinvestitionen nicht allein schultern können, ohne privates Kapital ist eine ausreichende Resilienz nicht erreichbar.“ Er verweist auf ÖPP-Modelle, die bei deutschen Behörden unbeliebt, international aber etabliert seien. Besonders bei Dual-Use-fähiger Infrastruktur in den Bereichen Energie, Netze, Logistik und Kommunikation ermögliche privates Kapital eine zügigere Skalierung. Auch in Österreich werde verstärkt diskutiert, wie sich privates Kapital für öffentliche Zukunftsprojekte mobilisieren lässt, ergänzt Preiss.

Als weitere Hürden nennt der EY-Partner lange Vorlaufzeiten, komplexe Genehmigungsverfahren und begrenzte kurzfristige Skalierbarkeit. Nötig seien daher beschleunigte Genehmigungen, eine koordinierte zivil-militärische Planung und eine stärkere europäische Abstimmung bei grenzüberschreitender Infrastruktur.

Was das für die heimische Szene bedeutet

Für Österreichs Technologieunternehmen trifft der erwartete Investitionsschub auf ein Feld, das sich gerade erst öffnet. Reine DefenseTech-Startups gibt es hierzulande kaum, die meisten agieren im Dual-Use-Bereich, also mit Produkten, die sich zivil wie militärisch einsetzen lassen. Genau dort setzt auch die Studie an, wenn sie Dual-Use-fähige Infrastruktur in Energie, Netzen, Logistik und Kommunikation als bevorzugtes Feld für privates Kapital nennt. Bewegung kommt zusätzlich von politischer Seite: Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer hat angekündigt, gesetzliche Hürden für die heimische Rüstungs- und DefenseTech-Branche abzubauen, unter der Bedingung, dass die Neutralität gewahrt bleibt.

Erste Finanzierungsrunden zeigen, dass das Thema auch bei Investor:innen ankommt. Das 2025 gegründete Grazer Startup GuardAero, dessen Systeme Drohnenbedrohungen an Militärfahrzeugen autonom erkennen und neutralisieren, holte sich zuletzt ein Seed-Investment im niedrigen Millionenbereich von Angels United und der Beteiligungsgesellschaft von Bernhard Klemen. Zuvor hatte das Team die „Austrian Defence Innovation Garage 2025“ gewonnen und kooperiert bei Entwicklungstests mit dem Bundesheer. Ob die von EY skizzierten Milliarden tatsächlich auch bei heimischen Startups landen, wird weniger von den Zusagen abhängen als von Genehmigungsverfahren, Vergabepraxis und der Frage, wie schnell Österreich seinen eigenen regulatorischen Rahmen nachschärft.

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