Wien Energie: Sascha Zabransky zieht in die Geschäftsführung ein
Interne Beförderung bei der Wien Energie: Der bisherige Geschäftsfeldleiter Sascha Zabransky ist mit sofortiger Wirkung neuer Co-Geschäftsführer. Wiener-Stadtwerke-Generaldirektor Peter Weinelt heißt den neuen Co-Chef in seiner Funktion willkommen.
Seit 2021 leitete Zabransky bei Wien Energie die Bereiche Telekommunikation, E-Mobilität und Neue Geschäftsfelder. In diesen Funktionen verantwortete er unter anderem die Weiterentwicklung der E-Mobilitätsinfrastruktur und den Aufbau innovativer Energiedienstleistungen. Vor seiner Zeit bei Wien Energie war der gelernte Elektro- und Automatisierungstechniker unter anderem bei der A1 Telekom Austria Group tätig.
„Sascha Zabransky bringt umfassende internationale Erfahrung mit und kennt Wien Energie bereits seit fünf Jahren aus zentraler Führungsfunktion. In dieser Zeit war er maßgeblich für den Aufbau der Telekommunikation sowie die Entwicklung neuer Geschäftsfelder verantwortlich“, so Peter Weinelt, Generaldirektor der Wiener Stadtwerke.
Geteilte Geschäftsführung
Gemeinsam mit Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlerin Alma Kahler übernimmt Zabransky die Geschäftsführung der Wien Energie. Er folgt dabei auf Michael Strebl, der in den Vorstand der Regulierungsbehörde E-Control wechselte.
Die Wien Energie ist mit zwei Millionen Kund:innen der größte regionale Energieanbieter in Österreich. Vor allem im Bereich der Energiewende und Flexibilität betreibt das Unternehmen gezieltes Venture Building. Mit der „Smartworks Innovation“ hat die Wien Energie gemeinsam mit den Wiener Stadtwerken im Jahr 2020 ihr eigenes Venture Capital-Unternehmen gegründet (brutkasten berichtete). Dabei wird in Startups aus den Bereichen Energie, Digitalisierung und Smart City Services investiert.
Redaktionstipp: So betreibt Wien Energie Venture Building
CHAMP-ION: Österreich rückt weiter ins Zentrum europaweiter Forschung für Quantencomputer
Mit CHAMP-ION startet Europas erste Pilotinitiative zur industriellen Herstellung von Ionenfallen-Chips. Unter der Leitung von Silicon Austria Labs (SAL) geht das mit 50 Mio. Euro geförderte Projekt nun in die Umsetzungsphase. Österreich rückt damit erneut ins Zentrum der europäischen Quantenforschung.
CHAMP-ION: Österreich rückt weiter ins Zentrum europaweiter Forschung für Quantencomputer
Mit CHAMP-ION startet Europas erste Pilotinitiative zur industriellen Herstellung von Ionenfallen-Chips. Unter der Leitung von Silicon Austria Labs (SAL) geht das mit 50 Mio. Euro geförderte Projekt nun in die Umsetzungsphase. Österreich rückt damit erneut ins Zentrum der europäischen Quantenforschung.
Forschende in der SAL Reinraum Villach. (c) Sarina Dobernig
Der Quantencomputer gilt als die nächste Schlüsseltechnologie, was die Quantenforschung zu einer der gefragtesten unserer Zeit macht. Ein zentraler Punkt sind dabei die Ionenfallen-Chips, die das Funktionieren von Quantencomputern ermöglichen. Die USA und China investieren bereits Milliarden in diese Forschung, nun startet Europas erste Pilotinitiative zur industriellen Herstellung der Chips, und das in Österreich.
Vom raumfüllenden Labor zum winzigen Chip
Sogenannte Ionenfallen gelten als einer der vielversprechendsten Ansätze für zukünftige Quantencomputer. Das Prinzip dahinter: Einzelne geladene Atome werden mithilfe elektromagnetischer Felder „eingesperrt“ und dann durch Laserstrahlen gesteuert.
Aktuell füllt diese komplexe Technik im Labor noch einen kompletten Raum. Für eine praktische Nutzung muss der gesamte Aufbau auf einen winzigen Chip schrumpfen – und zwar so, dass er zuverlässig, reproduzierbar und in großen Stückzahlen industriell gefertigt werden kann. Hier setzt die Pilotinitiative von Silicon Austria Labs an, denn sie hat das Ziel, eine industrielle Herstellung von Ionenfallen-Chips in Österreich zu etablieren.
„Unsere Industriestrategie 2035 hat einen klaren Anspruch. Wir wollen Schlüsseltechnologien nicht anderswo entstehen sehen, sondern hier in Österreich mitgestalten. Dass Silicon Austria Labs bei Europas erster Fertigung von Ionenfallen-Chips die Führung übernimmt, zeigt, dass dieser Kurs greift. So wird aus Spitzenforschung industrielle Wertschöpfung im eigenen Land“, kommentiert Innovationsminister Peter Hanke das Projekt.
Innovationsminister Peter Hanke bei einem Besuch in den Silicon Labs Austria. (c) Tobias Holzer
30 Mio. Euro für Österreich
Insgesamt stehen für das Projekt 50 Millionen Euro zur Verfügung. Diese Fördermittel kommen vom „Chips Joint Undertaking“ der Europäischen Union, das die Entwicklung und Einführung von nanoelektronischen Chip-Technologien vorantreibt, sowie den teilnehmenden Mitgliedstaaten. Der größte Teil von diesem Geld – über 30 Millionen Euro – fließt direkt an die österreichischen Partner.
Das Geld wird laut SAL in erster Linie für den Ausbau der Produktionsanlagen, die Ausbildung neuer Fachkräfte und in offene Servicestrukturen investiert.
Gebündelte österreichische Expertise
An dem Großprojekt sind 21 Organisationen aus sechs verschiedenen Ländern beteiligt. Das Netzwerk besteht aus Forschungseinrichtungen, Universitäten, Startups, KMU und Industrieunternehmen.
Neben Silicon Austria Labs als Projektkoordinator sind weitere heimische Akteure dabei. ParityQC, das mit dem Bau eines Quantencomputers für das deutsche Verteidigungsministerium erst für Schlagzeilen sorgte, liefert die Quantensoftware-Architektur. Infineon Technologies Austria bringt als industrieller Kernpartner das Wissen zur Fertigung der Chips ein. Alpine Quantum Technologies steuert die Systemperspektive bei, und die Universität Innsbruck fungiert als europäisches Ideenlabor für Ionenfallen.
Europas Quanten-Vorreiter
Die Silicon Austria Labs GmbH (SAL) ist ein 2018 gegründetes, österreichweites Forschungszentrum für elektronik- und softwarebasierte Systeme. An den Standorten Graz, Villach und Linz vernetzt SAL Wissenschaft und Industrie, um innovative Ideen in wirtschaftlich nutzbare Technologien zu verwandeln. Der Forschungsfokus liegt auf Mikrosystemen, Sensorik, Leistungselektronik, intelligenten drahtlosen Systemen und Embedded Systems. Neben CHAMP-ION ist SAL an drei weiteren europäischen Quanten-Pilotlinien beteiligt. Diese Breite habe in Europa kaum ein anderes Forschungszentrum, heißt es in einer Aussendung.
„Wir sind stolz darauf, CHAMP-ION als wahrhaft europäische Initiative zu koordinieren, die führende Expertise aus dem gesamten Kontinent zusammenbringt, um Europas technologische Souveränität im Bereich der Quantentechnologien zu stärken. Durch den Aufbau eines offenen und skalierbaren Ionenfallen-Ökosystems schaffen wir das Fundament für Quantenexzellenz auf Weltklasseniveau, made in Europe“, sagt Christina Hirschl, CEO von Silicon Austria Labs.
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