13.07.2020

Wien Energie macht die Stadt mit Startups und KMU fit fürs IoT-Zeitalter

Wien Energie geht in die fünfte Runde seiner Innovation Challenge. Der Fokus liegt diesmal auf IoT und Smart City. Auch innovative Kundenlösungen und Smart City Mobility-Konzepte werden gesucht.
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Wien Energie: Die Innovation Challenge geht in die nächste Runde
(c) Schedl / Wien Energie: Die Innovation Challenge geht in die nächste Runde
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Nicht trotz, sondern wegen der Coronakrise – diese Message vermittelt Wien Energie Geschäftsführer Michael Strebl, wenn er ankündigt, dass sich das Unternehmen mit der Innovation Challenge #5 wieder auf die Suche nach innovativen Startups und KMU macht. Erst kürzlich hatte er gesagt, man wolle sich „aus der Krise hinausinvestieren“. Jetzt stellt Strebl in Sachen Innovation Challenge klar: „Innovation ist für Wien Energie ein Antriebsmotor. Auch in Zeiten der Coronakrise ist für uns klar, den Kurs weiter zu halten. Innovationen werden daher weitergetrieben und Projekte mit diesem Fokus weitergeführt“.

Ziel sei es, frische Ideen von außen ins Unternehmen zu bringen und dadurch die Weichen für die Zukunft zu stellen. Die Coronakrise habe gezeigt, wie wichtig digitale Technologien in allen möglichen Bereichen des Berufs- und Privatlebens sind. Darum setzt Wien Energie bei der Innovation Challenge #5 einen Schwerpunkt auf das Internet of Things (IoT). Neben Smart City IoT-Lösungen und Services werden aber auch Innovative Kundenlösungen (B2C/B2B) und Smart City Mobility-Konzepte von Startups und KMU aus aller Welt gesucht. Die Unternehmen sollen „neugierig sein, Dinge auszuprobieren und gemeinsam an Ideen zur Entwicklung zukunftsfähiger Energielösungen zu arbeiten“.

Glasfasernetz und LoRa WAN: So schafft Wien Energie IoT-Voraussetzungen

Das Feld IoT ist keineswegs neu für Wien Energie. In den vergangenen Jahren wurde in mehreren Bereichen Voraussetzungen geschaffen, auf die nun neue Innovation Challenge-Projekte aufsetzen können. So verdichtet Wien Energie etwa als Energie- und Telekommunikationsdienstleister das bestehende Glasfasernetz weiter. Neben Wohnungen zieht das High- Speed-Internet auch in Schulen ein – und zwar kabellos: Bis 2022 wird Wien Energie im Rahmen des Projekts „Schule digital“ alle Wiener Mittel- und Berufsschulen mit einer glasfaserbasierten WLAN-Infrastruktur ausrüsten.

Ein Themenfeld, dem sich Wien Energie künftig verstärkt widmen wird, ist das sogenannte LoRa WAN. Dieses „Transmissionsnetzwerk der Zukunft“ ist eine verschlüsselte Funkübertragungstechnologie, die – im Gegensatz zu vielen anderen Funktechnologien – auf einem frei verfügbaren Frequenzband aufbaut. Mit LoRa können „nur“ sehr kleine Informationsinhalte übertragen werden (zB. Statusmeldungen, Werte von Sensoren). „Es eignet sich also bestens für vielzählige IoT Anwendungen“, heißt es von Wien Energie.

Viele Möglichkeiten für Startups und KMU

Dazu skizziert das Unternehmen die Möglichkeiten für TeilnehmerInnen der Innovation Challenge #5: „Sei es nun direkt an Kraftwerksstandorten oder in Müllverbrennungsanlagen, um die Infrastruktur noch smarter zu gestalten. Sei es eine intelligente Vernetzung innerhalb der Stadt mit Sensoren auszustatten, die verschiedenste Umweltdaten erheben und so zu einem noch lebenswerten Wien beitragen. Oder sei es direkt bei unseren EndkundInnen, um eine moderne, digitale und möglichst effiziente Versorgung mit Strom, Wärme und Kälte sicherzustellen“. In diesen Bereichen gelte es nun, verschiedenste Use Cases zu prüfen bzw. Ideen von außen ins Unternehmen zu holen.

Bis 21. August 2020 können sich Startups und KMU für die Innovation Challenge #5 unter innovationchallenge.at bewerben. Die zehn überzeugendsten Bewerberinnen werden im November zum Innovation-Camp eingeladen, bei dem sie mit Expertinnen und Experten von Wien Energie drei Tage lang ihre Ideen konkretisieren und weiterentwickeln können. Die vier erfolgversprechendsten Projekte werden anschließend von einer Jury ausgewählt und die Startups und KMU können bis März 2021 einen Prototyp entwickeln.

Ziel ist es dabei, konkrete Geschäftsmodelle und Services zu erarbeiten, die in weiterer Folge gemeinsam von Wien Energie-Expertinnen und -Experten und dem Unternehmen umgesetzt werden. Wien Energie strebt dabei eine langfristige Partnerschaft an. Für die teilnehmenden Startups und KMU ergibt sich so die Chance auf den Zugang zu einer großen Zielgruppe, Budget für einen Proof of Concept, einen strukturierten Prozess zur Kooperation und die Zusammenarbeit mit führenden ExpertInnen.

⇒ innovationchallenge.at

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Der European Venture Sentiment Index deutet eine positive Entwicklung für das nächste Quartal an (c) Adobe Stock
(c) Adobe Stock

„Für das zweite Quartal könnten die Vorzeichen kaum schlechter stehen“, zitierte brutkasten Venionaire im April zur Veröffentlichung des European Venture Sentiment Index für das erste Quartal. Doch – wie so oft – kam es dann doch anders. Die im ersten Quartal durch den Angriff der USA auf den Iran hervorgerufene Krise schlug sich nämlich – anders als etwa die Krise nach Beginn des Ukraine-Kriegs – nicht auf die Risikokapital-Volumina nieder.

Die Zahlen sahen laut Venionaire-Analyse im zweiten Quartal nämlich gut aus: Die Gesamtinvestitionen am europäischen Risikokapitalmarkt nahmen weiter zu und erreichten mit 29 Milliarden US-Dollar einen neuen Rekord. Weiters konnte auch die reine Deal-Anzahl um rund fünf Prozent auf 965 Deals gesteigert werden.

(c) Venionaire Capital

Knapp negativer Indexwert – abermals pessimistischer Ausblick

Dennoch sind die für den quartalsweisen Index befragten Investor:innen nicht in Jubelstimmung. Der Indexwert liegt mit 4,8 knapp unter der neutralen Marke 5. Er ist damit besser als der Wert im Vorquartal und besser als der für das Quartal erwartete Wert (siehe Grafik), aber immer noch nicht positiv. Auch die Erwartung für das kommende Quartal ist mit 4,4 wieder schlechter. „Die Zahlen zeichnen ein positiveres Bild als die Stimmung. Investor:innen sind weiterhin zurückhaltend und warten mit Investments“, analysiert Berthold Baurek-Karlic, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Venionaire Capital AG.

(c) Venionaire Capital

Man erkenne eine leichte Stabilisierung, so Baurek-Karlic weiter zum Index-Wert. „Zwar erwarten Investor:innen mehr Aktivität und Wettbewerb im dritten Quartal, doch die großen Sorgen rund um geopolitische Spannungen und handelspolitische Unsicherheit sind aber weiterhin da.“ Es verwundere also nicht, dass der erwartete Index-Wert lediglich 4,4 betrage. Investor:innen würden kurzfristig ohne verlässlichen Ausblick auf die kommenden Quartale agieren, meinen die Analysten von Venionaire Capital.

DeepTech im Vorteil

Und langfristig könnte sich eine Veränderung der Investitionskriterien abzeichnen, erwarten die Analysten. Effizienz und Produktdifferenzierung würden zunehmend als Grundvoraussetzungen gelten. In den Mittelpunkt rücke stattdessen die Frage, ob ein Unternehmen über einen dauerhaft verteidigungsfähigen Wettbewerbsvorteil verfüge. „Investoren hinterfragen verstärkt, ob KI-basierte Produkte tief in Infrastruktur und Arbeitsabläufen verankert sind oder lediglich auf bestehenden Basismodellen aufsetzen. Geschäftsmodelle, deren Kernfunktion kurzfristig von einem großen KI-Anbieter in dessen Plattform integriert werden könnte, werden entsprechend kritischer bewertet“, so Baurek-Karlic.

Davon würden insbesondere Bereiche mit höheren technologischen und physischen Eintrittsbarrieren profitieren, darunter DeepTech, Biotechnologie, Hardware, Robotik und fortschrittliche Fertigung. „Vielleicht stehen wir vor einem goldenen Zeitalter der DeepTech-Unternehmen“, mutmaßt der Venionaire-Gründer.

Größte Runden und stärkste Länder

Diese Erwartungen würden sich in den Top-Investments des zweiten Quartals widerspiegeln: Mit Eurowind Energy (2,3 Mrd. US-Dollar, Energie- und Abfallwirtschaft), Isomorphic Laboratories (2,1 Mrd. US-Dollar, KI-Biotechnologie) und Stegra (1,6 Mrd. US-Dollar, erneuerbare Energien) seien die größten Finanzierungsrunden an Unternehmen gegangen, die nicht einfach vom Markt verdrängt werden können. Im europäischen Risikokapital-Länderranking führte einmal mehr das Vereinigte Königreich (12,3 Mrd. US-Dollar) überlegen vor Deutschland (3,6 Mrd. US-Dollar) und – überraschend dank Eurowind Energy – Dänemark (3 Mrd. US-Dollar).

(c) Venionaire Capital

Und wie geht es weiter? Baurek-Karlic analysiert: „Der Risikokapitalmarkt befindet sich momentan im Wandel. Investor:innen sind bereit, mehr Kapital zur Verfügung zu stellen, wollen dafür aber auch ein gewisses Maß an Sicherheit. Auch im dritten Quartal werden es etabliertere Unternehmen mit einem felsenfesten Geschäftsmodell leichter haben.“

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