02.09.2025
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Wie sieht der Tourismus der Zukunft aus – und wer gestaltet ihn aktiv mit?

Die österreichische Tourismusbranche steht vor großen Veränderungen: Künstliche Intelligenz, steigende Nachhaltigkeitsanforderungen und sich wandelnde Gästebedürfnisse verlangen nach einem mutigen Umdenken. Doch wie gelingt dieser Schritt und wer treibt ihn aktiv voran?
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l.n.r.: Tobias Hann (CEO von MOSTLY AI), Susanne Kraus-Winkler (Bundesspartenobfrau der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der WKÖ), Ásta Kristín Sigurjónsdóttir (CEO des Iceland Tourism Cluster). | © Nadine Studeny, WKÖ

Dieser Text ist zuerst im brutkasten-Printmagazin von August 2025 “Schubkraft” erschienen. Eine Download-Möglichkeit des gesamten Magazins findet sich am Ende dieses Artikels.


Die BOLD Community, eine internationale Innovationsinitiative der Wirtschaftskammer Österreich, bringt Vordenker:innen zusammen, um gemeinsam Lösungen für die Zukunft zu entwickeln – branchenübergreifend, global vernetzt und mit Blick auf die Wirtschaft von morgen. Im Zentrum stehen die sogenannten BOLD Minds – Visionär:innen, die mit neuen Ideen unsere Gegenwart gestalten und aktiv an der Zukunft arbeiten. Sie zeigen auch, wie KI und Innovation den Wandel im Tourismus vorantreiben.

Die richtige Balance im Tourismus

Für Susanne Kraus-Winkler, Bundesspartenobfrau der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der WKÖ, ist klar: „Der Tourismus der Zukunft wird digitaler, nachhaltiger und vor allem individueller. Er ist geprägt von bewussterem Reisen und dem Wunsch nach echten Erlebnissen, steht aber auch vor der Herausforderung, die Balance zwischen Wachstum, Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Klimaanpassung zu meistern. In der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft setzen wir uns aktiv dafür ein, dass mit gezielten Maßnahmen in diesen Bereichen Österreich seine starke Position im internationalen Tourismus behauptet und zukunftsfähig gestaltet.“

BOLD bringt Expert:innen zusammen, die mit ihren Lösungen genau dort ansetzen. Wie dieser Wandel aussehen kann, zeigen zwei Stimmen aus der BOLD Community: Ásta Kristín Sigurjónsdóttir, CEO des Iceland Tourism Cluster und BOLD Mind, sieht die Rolle von KI im Tourismus folgendermaßen: „Wir erleben einen grundlegenden Wandel darin, wie Reisende Inhalte entdecken. KI-Tools wie ChatGPT sind nicht mehr nur Assistenten – sie werden zum Einstiegspunkt für Entdeckungen. Für die Reisebranche bedeutet das, alles neu zu denken – von Sichtbarkeit bis zu Wertschöpfung. Die große Frage ist nicht, ob wir uns anpassen müssen, sondern wie schnell wir es schaffen.“

Tobias Hann, CEO des KI-Unternehmens MOSTLY AI, ergänzt: „Der Einfluss von KI beschränkt sich nicht auf eine bestimmte Branche – und der Tourismus bildet da keine Ausnahme. Von personalisierten Reiseplänen über Echtzeitübersetzungen bis hin zur Prognose von Nachfragetrends – KI verändert grundlegend, wie wir Reisen planen, buchen und erleben.“

Der Tourismus der Zukunft braucht neue Perspektiven und Innovation. Die BOLD Community gibt Raum dafür – in Form von branchenübergreifendem und globalem Austausch.

The BOLD Experience

The BOLD Experience feiert Premiere und bringt erstmals mutige Innovator:innen, führende Unternehmen und visionäre Köpfe für einen Tag voller Inspiration, Interaktion und zukunftsweisender Ideen zusammen. Save the date: 5. November 2025, Palais Auersperg, 1080 Wien

Anmerkung: Im Rahmen der The BOLD Experience wird brutkasten in einer Award Ceremony den „Innovator of the Year“ übergeben.


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Hansi Hansmann auf der Main Stage des Female Future Festivals 2026. © brutkasten

Unter dem Motto „The Power of Connection“ versammelten sich am 22. Oktober rund 2.000 Teilnehmende in der Wiener Ottakringer Eventlocation. Das von den Schwestern Verena Eugster und Patricia Zupan-Eugster gegründete Female Future Festival widmete sich Themen wie Leadership, künstlicher Intelligenz und Finanzkompetenz. Neben Fachpanels zu Verhandlungsstrategien oder finanzieller Gesundheit war auch Business Angel Hansi Hansmann als Keynotespeaker auf der Bühne zu sehen.

„…, weil ich glaube, dass es unsere Welt besser macht“

Im Gespräch mit brutkasten nannte Hansmann seine Motivation für den Besuch: „Ich habe zwei kleine Töchter und ich möchte gerne, dass meine Töchter später im Leben irgendwann alles das machen können, was sie machen wollen, ohne dass ihr Geschlecht sie daran hindert.“ „Ich bin ein ganz, ganz großer Fan davon, dass es mehr Unternehmerinnen und mehr Investorinnen gibt. Überhaupt mehr Frauen an der Macht, weil ich glaube, dass es unsere Welt besser macht“, ergänzt er zu seinen Beweggründen.

Was seine Beteiligungen angeht, sieht der Investor und ehemalige Manager in Sachen Geschlechterverteilung ein klares Muster: „Ich habe in alles investiert: in rein männliche Teams natürlich viel mehr, aber auch rein weibliche und gemischte Teams. Am besten performen gemischte Teams aus meiner Erfahrung.“

Der Hebel gemischter Teams

Den Vorteil gemischter Teams sieht Hansmann im Zusammenspiel unterschiedlicher Stärken: Es gebe „unterschiedliche Eigenschaften und Skills zwischen Frauen und Männern, und die Mischung macht’s aus“.

Als Beispiel nennt er den Markteintritt: „Ein reines Männerteam geht mit dem Produkt raus, wenn es fertig ist. Nach dem Motto ’das können wir mal rausschieben in den Markt, probieren wir mal, schauen wir mal, ob es ankommt.’ Beim reinen Frauenteam, da muss das Produkt perfekt sein. Und das dauert natürlich fünf Monate länger, bis die auf den Markt gehen, und damit vergeht Zeit.“ Für ihn gilt: „Das gemischte Team, wo sozusagen alle Stimmen zu Wort kommen, ist das Ideale.“

Deutlicher Finanzierungs-Gap in H1/2026

Doch obwohl die Teamkonstellation am besten zu performen scheint, bestehen nach wie vor große Ungleichheiten in Sachen Startup-Finanzierung. Erst kürzlich zeigte der Female Start-up Funding Index H1/2026 von EY Österreich, Female Founders und Fund F das Ausmaß. Im ersten Halbjahr flossen 472 Mio. Euro Risikokapital in österreichische Startups, ein Plus von 329 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Rein männliche Teams erhielten davon 94,9 Prozent, gemischte Teams 4,8 Prozent und rein weibliche Teams 0,3 Prozent. Der Frauenanteil unter den analysierten Gründer:innen lag bei rund 13 Prozent. „Frauen dürfen gründen. Finanziert werden Männer“, brachte es Lisa-Marie Fassl, Managing Partner von Fund F, in der damaligen Aussendung auf den Punkt.

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