24.11.2020

Wie Pioniere aus Österreich die Klimakrise lösen

Grüne Technologien haben schon lange nichts mehr mit „Idealismus“ und „Weltverbesserung“ zu tun, sondern werden künftig über den wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen entscheiden – angefangen beim Kleinstunternehmen, bis hin zum börsennotierten Konzern. Ein Blick auf den österreichischen Wirtschaftsstandort zeigt, dass sich innovative Startups mit ihren Lösungen für den Weltmarkt in Stellung bringen.
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EcoTech
v.l.n.r. Andreas Tschas (Glacier), Katharina Unger (Livin Farms) und René Schader (ummadum) | (c) Natascha Unkart & Isabelle Köhler/LivinFarms/LinkedIn-Profil-Rene-Schader

Anfang des Jahres sorgte Larry Fink, Vorstandsvorsitzender des weltgrößten Vermögensverwalters Blackrock, mit seinem alljährlichen CEO-Brief an die wichtigsten Konzernchefs der Welt für Aufsehen „Der Klimawandel ist für die langfristigen Aussichten von Unternehmen zu einem entscheidenden Faktor geworden“, formuliert Fink in seinem Schreiben.

Schon im Jahr davor betonte Fink, dass solide Portfoliokonstruktionen künftig das Thema „Nachhaltigkeit“ berücksichtigen müssen – Stichwort Risikomanagement. Demnach würde sich Blackrock künftig aus Investitionen zurückziehen, die mit zu hohen Umweltrisiken verbunden sind. Zudem mahnte Fink in seinem Schreiben, dass er Vorständen und Aufsichtsräten die Zustimmung verweigern wird, wenn ihre Unternehmen beim Thema Nachhaltigkeit keine Fortschritte machen. Kein unerheblicher Aspekt, bedenkt man, dass Blackrock in mehr als 2500 Unternehmen weltweit investiert ist und in vielen Fällen als größter Anteilseigner auftritt. Insgesamt verwaltet Blackrock laut eigenen Angaben ein Vermögen von 7,4 Billionen Dollar.

Im Nachgang seines Schreibens betonte Larry Fink, dass er den Brief nicht als Umweltschützer, sondern als Kapitalist verfasst habe. Das Interessante daran: Blackrock ist kein Umweltschützer, aber Blackrock erkennt die wirtschaftlichen Risiken und zugleich auch die Chancen, die sich durch Investitionen in „grüne Innovationen“ ergeben. Der „Klimawandel“ oder die „Klimakrise“ – die jeweilige Definition ist Teil eines politischen Diskurses – wird mittlerweile von den Big Playern als marktentscheidend erachtet.

Grüne Innovationen

Mit Investitionen in grüne Technologien lässt sich also Geld verdienen. Davon ist auch Andreas Tschas überzeugt, der das Pioneers Festival mitbegründete und als Vorreiter der österreichischen Startup-Szene gilt. Nach einem kurzen Abstecher als Chef der Digitalisierungsagentur gründete Tschas im Herbst dieses Jahres das Impact-Startup Glacier mit Sitz in Wien – genauer gesagt die Glacier Carbon Reduction GmbH. Mit Glacier möchte Tschas Unternehmen bei der CO2-Reduktion unterstützen.

Andreas Tschas | (c) Natascha Unkart & Isabelle Köhler

Konkret soll dies über einen partizipativen Ansatz erfolgen, indem Unternehmen gemeinsam mit ihren Mitarbeitern an Lösungen arbeiten und diese in weiterer Folge auch direkt in der Firma umsetzen – angefangen von der Fahrt in die Arbeit mit dem Rad bis hin zur Photovoltaikanlage am Betriebsgelände. Glacier vermittelt dabei das nötige Know-how, das im Rahmen eines sogenannten „Climate-Impact-Day“ direkt in den Firmen mit Workshops und Onlinekursen an die Mitarbeiter weitergegeben wird. Über ein eigens mit Partnern entwickeltes Dashboard von Glacier sollen Firmen zudem automatisiert sehen können, welche Wirkung die von ihnen umgesetzten Maßnahmen auf ihren CO2-Fußabdruck haben. Zielgruppe von Glacier sind vorwiegend kleine und mittlere Unternehmen, die sich im Gegensatz zu den Big Playern keine eigene Sustainability-Abteilung leisten können – mehr darüber könnt ihr hier lesen.

Klimakrise als neue Herausforderung

Wie wichtig künftig das Know-how in Sachen CO2-Reduktion für Unternehmen sein wird, zeigt sich laut Tschas nicht nur am steigenden Interesse von Aktionären und Shareholdern, sondern auch auf der Ebene der Mitarbeiter: Talente werden sich laut ihm künftig ihre Arbeitgeber danach aussuchen, ob sie sich der Klimaschutz-Thematik auch wirklich annehmen – kein unerheblicher Aspekt, bedenkt man, dass sich im Zuge der Coronakrise der War for Talents in gewissen Branchen noch verschärft hat. Hier bedient sich Tschas einer Analogie und verweist auf die Digitalisierung: Im Zuge der Transformation unseres Wirtschaftssystems müssen laut ihm Unternehmen künftig nicht nur die Herausforderungen der Digitalisierung, sondern auch des Klimaschutzes und der Nachhaltigkeit meistern – vom Kleinstunternehmen bis zum börsennotierten Konzern.

Doch wie soll diese Transformation gelingen? Neben den vielen kleinen Schritten, die laut Tschas von den Mitarbeitern und Endkonsumenten selbst umgesetzt werden können, bedarf es auch der Zuhilfenahme komplexerer Ecotech-Lösungen, die bereits am Markt zur Verfügung stehen. In diesem Zusammenhang verweist er auch auf österreichische Startups, die sich in den vergangenen Jahren im Ecotech-Bereich einen Namen gemacht haben, und sieht für den österreichischen Wirtschaftsstandort eine große Chance.

Ecotech-Nation

Ein Blick auf den österreichischen Ecotech-Standort zeigt, dass sich in den vergangenen Jahren einiges getan hat. Neben Initiativen wie Greenstart, dem Inkubatorprogramm des Klima- und Energiefonds für Startups, oder dem Impact Hub Vienna, der dieses Jahr sein zehnjähriges Jubiläum feierte, haben sich in der Vergangenheit zahlreiche Ecotech-Startups mit Investments und Förderungen im Millionenbereich für die internationale Skalierung ihrer Geschäftsmodelle in Stellung gebracht.

Die ClimateTech Landcaspe von Glacier und dem Green Tech Cluster. | (c) Glacier

Livin Farms

Eines dieser Unternehmen ist das Wiener Startup Livin Farms rund um die österreichische Gründerin Katharina Unger, das Geräte und Verfahren für die Zucht von Proteinen aus Insekten auf den Markt gebracht hat, um globale Alternativen für eine nachhaltige Eiweißversorgung zu bieten. Zur Aufzucht kommen organische Reststoffe wie Altbrot als Futter zum Einsatz. „Insekten bieten die Möglichkeit, auf minimalem Platz einen maximalen Output an Proteinen zu produzieren“, so Unger über den USP der zukunftsträchtigen Proteinquelle Insekt.

Gründerin Katharina Unger | (c) Livin Farms

2,5 Millionen Euro Förderung

Im Sommer dieses Jahres konnte sich Unger gemeinsam mit ihrem Team für das weitere Wachstum eine Förderung in der Höhe von 2,5 Millionen Euro aus dem European Innovation Council (EIC) sichern – der brutkasten berichtete.

Mit den Fördergeldern soll das Züchten von Insekten im industriellen Maßstab ermöglicht werden. Die gewonnenen Proteine sollen laut Unger in erster Linie für die Tierfuttermittelproduktion zum Einsatz kommen – ein Bereich, in dem es in Europa noch großen Aufholbedarf gibt: Derzeit werden in der Europäischen Union laut Unger 74 Prozent der Proteine für Futtermittel aus Drittstaaten importiert. „Die benötigten Proteine können wir in Europa derzeit nicht selbst produzieren. Unsere Anbauflächen für Soja und Co reichen einfach nicht aus, um Nutztiere ausreichend füttern zu können. Alles, was wir importieren müssen, wie beispielsweise Soja aus Südamerika, hat eine extrem schlechte CO2-Bilanz“, so Unger. Neben der Effizienzsteigerung in Sachen Proteingewinnung geht es ihr aber auch um einen pädagogischen Aspekt: Das Startup bietet für Schulen ein eigenes Demonstrationskit namens „Hive Explorer“ an, mit dem Kinder in einem kleinen Miniökosystem ihre eigenen Insekten mit Reststoffen züchten können.

Produktion von Insekten im großen Maßstab | (c) Livin Farms

Derzeit hat das Startup seinen Sitz im 23. Bezirk, wird aber demnächst in den elften Bezirk umziehen, um dort auf 1.300 Quadratmetern die Produktion von Insekten im großen Maßstab voranzutreiben. Neben dem Standort in Wien betreibt Livin Farms ein Büro in Hongkong mit derzeit fünf Personen. Die Verbindung zur Weltmetropole geht auf die Anfänge des Startups zurück, denn ursprünglich gründete Unger das Unternehmen in Hongkong. Dort konnte Livin Farms ein Investment an Land ziehen und nach Abschluss einer erfolgreichen Crowdfundingkampagne mit der Entwicklung eines ersten Prototyps starten.

Zurück ins Gründerland

Der Weg sollte Unger, die als gelernte Industriedesignerin reichlich Auslandserfahrung gesammelt hat, allerdings wieder zurück nach Österreich führen. Der Grund: Österreich hat ihrer Meinung nach für Forschung und Entwicklung – insbesondere in der frühen Gründungsphase – zahlreiche Standortvorteile zu bieten. „In Europa und in Österreich stehen viele öffentliche Fördergelder für R&D zur Verfügung; und zudem ist der Preis für Platz im Gegensatz zu Weltmetropolen wie Hongkong hier noch erschwinglich“, so Unger. Und sie fügt hinzu: „In Asien wäre für uns nur China sinnvoll gewesen – als Markt extrem spannend, für Forschung und Entwicklung aber aufgrund der politischen Situation für uns als junges Startup mit begrenzten Ressourcen am Anfang noch sehr schwierig.“

Katharina Unger im Rahmen eines TED Talks

Europäische Standards

Für ein Ecotech-Startup, das eine globale Skalierungsstrategie verfolgt, hat Europa laut der Gründerin allerdings auch seine Tücken: „Der Markteintritt in Asien geht wesentlich schneller, weil es insbesondere in der Lebensmittelindustrie weniger Standards gibt.“ Dies sollte laut Unger junge Gründer im Ecotech-Bereich jedoch nicht abschrecken: „Wenn man sein Produkt von Anfang an richtig baut und es den europäischen Standards entspricht, dann erfüllt man die besten Voraussetzungen für eine globale Expansion. Insofern ist Europa als Startup-Ökosystem gar nicht mal so schlecht“, sagt sie. Ganz ohne einen Appell an die Politik geht es dann allerdings doch nicht: „Wenn die EU mit Zulassungen schneller wäre, dann würde das auch den grünen Impact von innovativen Unternehmen fördern und ihnen ermöglichen, Weltmarktführer zu werden. Diese Position können uns jetzt die Asiaten wegnehmen – weil sie einfach schneller in den Markt eintreten können als wir.“

VC-Problematik

Neben den regulatorischen Hürden gebe es hierzulande zudem noch das altbekannte Problem der Risikokapitalfinanzierung zu meistern. „In Österreich hat man am Anfang auf jeden Fall einen Startvorteil, da man in der Anfangsphase schneller Dinge erreichen kann; bei Anschlussfinanzierungen sind die Investoren allerdings weniger risikobereit, da sind die Investoren in Asien und Amerika einfach schneller“, sagt Unger. Eine etwaige Lösung sieht die Gründerin in steuerlichen Anreizen für Risikokapitalinvestments, wobei sie auf das Beispiel Großbritannien verweist.

Millioneninvestments für EcoTech

Auch wenn es hierzulande noch Aufholbedarf in Sachen VC-Finanzierung gibt, zeigt ein Blick auf die österreichische Investitionslandschaft, dass Investments in Millionenhöhe für Ecotech-Startups durchaus möglich sind. Erst im Herbst dieses Jahres sorgte das Tiroler Mobility Startup AlphaHapp mit seinem Tochterunternehmen Ummadum mit einem Investment in der Höhe von zwei Millionen Euro für Aufsehen – der brutkasten berichtete. Ummadum ist eine App, die nachhaltige Mobilität belohnt – egal ob mit dem Rad, zu Fuß oder in einer Fahrgemeinschaft. Dabei setzt das Startup rund um die beiden Gründer Rene Schader und Thomas Angerer auf Gamification:

Die AlphaHapp/ummadum-Gründer Rene Schader und Thomas Angerer mit Hund Waka
(c) Andreas Friedle: Die AlphaHapp/ummadum-Gründer Rene Schader und Thomas Angerer mit Hund Waka (laut Unternahmensangaben der eigentliche Chef)

Wer nachhaltig unterwegs ist und somit CO2 einspart, wird pro zurückgelegtem Kilometer mit Punkten belohnt. Jeder Punkt kann bei Partnerbetrieben eingelöst werden. Um den Wandel des Mobilitätsverhaltens zu begünstigen, kooperiert Ummadum mit Gemeinden und Unternehmen, die sich an der Verkehrsreduktion beteiligen wollen. Teilnehmende Unternehmen haben laut Schader den Vorteil, dass sie nicht nur Parkplätze einsparen können, sondern aufgrund einer besseren Erreichbarkeit auch die Attraktivität des Unternehmens für Mitarbeiter steigern – in ländlichen Regionen kein unerheblicher Aspekt. Zudem soll über das gemeinsame Fahren der Teamzusammenhalt erhöht werden.

Ähnlich wie Tschas mit seinem Impact-Startup Glacier sieht auch Schader in den Unternehmen und deren Beziehung zu den Mitarbeitern einen Keyplayer für die CO2-Reduktion. Der Vorteil liegt laut Schader auf der Hand: „Unternehmen haben bereits bestehende Kommunikationskanäle zu ihren Mitarbeitern.

Ecotech Lösungen für den Weltmarkt

Livin Farms und Ummadum sind nur zwei Beispiele von vielen, wie sich österreichische Startups mit skalierbaren Geschäftsmodellen derzeit in Stellung bringen, um am internationalen Markt für Ecotech Lösungen Fuß zu fassen. Trotz des Aufholbedarfs in Sachen Venture Capital zeigt sich hierzulande schon jetzt: Eine neue Generation an Entrepreneuren ist mit dem Anspruch angetreten, Ecotech Lösungen „made in Austria“ global zum Durchbruch zu verhelfen. Die Reduktion auf „Idealismus“ und „Weltverbesserung“ gehört im Wirtschaftszweig Ecotech längst der Vergangenheit an. An deren Stelle sind nun Wirtschaftlichkeit, die Innovationskraft der Gründer und die – teils noch ausbaufähige – „Risikobereitschaft der Investoren getreten. Das Thema Nachhaltigkeit ist wie die Digitalisierung kein einmaliges Trendthema, sondern gekommen, um zu bleiben – eine Herausforderung, die künftig nicht nur börsennotierte Konzerne und Giganten wie Blackrock bewältigen müssen, sondern auch die vielen kleinen und mittleren Unternehmen in diesem Land.


Dieser Beitrag erscheint am 15. November als Cover-Interview in gedruckter Form im brutkasten Magazin #11 „Comeback des Pioniers“ – stay tuned!

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A1 Group CEO Alejandro Plater und A1 Group CTO Alexander Kuchar | (c) A1 Group
A1 Group CEO Alejandro Plater und A1 Group CTO Alexander Kuchar | (c) A1 Group

„Als sich das Internet durchgesetzt hat, gab es ‚Greenfield-Unternehmen‘ wie Google, die keine Legacy hatten und etablierte Unternehmen wie Microsoft, die sich transformieren mussten. Jetzt sind wir in der gleichen Situation. Während OpenAI, Anthropic und Co. etwas komplett Neues aufbauen, müssen die bestehenden Player, wie etwa auch wir, die Transformation schaffen“, sagt Alejandro Plater, CEO der A1 Group, am Rande des A1 ICT Summit. Und er fügt an: „Microsoft ist diese Transformation damals sehr gut gelungen. Wir wollen wie Microsoft sein.“

ICT als entscheidender Wachstumsmarkt

Mehr noch als um die Herausforderungen, die KI innerhalb des Konzerns mit sich bringt, geht es für die Gruppe dabei darum, dem Markt zu liefern, was gebraucht wird. Das große Schlagwort lautet ICT mit umfassenden Cloud- und KI-basierten Angeboten für Unternehmen. Von 2021 auf 2025 wuchs der Gruppenumsatz in dem Bereich von 285 auf 573 Millionen Euro – eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 19 Prozent. Was das mit dem KI-Boom zu tun hat, bringt Plater auf den Punkt: „Wir sind groß und haben die Möglichkeiten, schnell auf alle Entwicklungen zu reagieren. Viele Unternehmen sind klein und haben diese Möglichkeiten nicht. Das ist eine große Chance für uns.“

„Souveränität heißt für uns in erster Linie: Du hast die Wahl.“

Eine Rolle spielt dabei natürlich auch das aktuell große Thema Digitale Souveränität. „Souveränität heißt für uns in erster Linie: Du hast die Wahl. Es gibt mehrere Alternativen und du kannst entscheiden“, erklärt Alexander Kuchar, CTO der A1 Group. Das trifft vor allem auf den Cloud-Bereich zu, wo man mit der Tochter Exoscale ein eigenes Angebot mit Data-Centern an zahlreichen europäischen Standorten hat, gleichzeitig aber auch Angebote der US-Hyperscaler vertreibt. „Es kommt hier immer auf die konkreten Kundenbedürfnisse an, welche Variante die sinnvollste ist“, sagt der CTO.

In Sachen KI setzt A1 dagegen primär auf Open-Source-Modelle, also einen genuin souveränen Ansatz. Dass diese technologisch nicht mit den Frontier-LLMs der US-Giganten mithalten können, sieht Kuchar wenig problematisch. Die Entwicklung verlaufe verschoben, aber parallel. „Was die Frontier-Modelle heute können, werden die Open-Source-Modelle in kurzer Zeit können“, so der CTO. Entscheidend seien die tatsächlichen Bedürfnisse der Unternehmenskunden – und hier spiele etwa auch die Abwägung zwischen Performance und Kosten eine große Rolle. Die Wahl falle daher oft bewusst auf schwächere Modelle, die den spezifischen Zweck aber – günstiger – erfüllen.

Strategie: Leute vor Ort

CEO Plater sieht das Thema aus der Vogelperspektive: „Es geht nicht primär um die Technologie. Es geht um das Leadership in den Unternehmen.“ Entscheidend sei, wie die Technologie operativ ankomme und es gelinge, die ganze Organisation mitzunehmen. A1 setzt dabei auf Präsenz in seinen Märkten. „Es ist überraschend, wie unterschiedlich unsere Märkte sind. Wenn ein US-Player kommt, und den Unternehmen erklären will, wie sie ihr Business zu führen haben, wird das nicht funktionieren“, sagt Alexander Kuchar. Und Plater ergänzt: „Das ist unsere Strategie: Wir haben Leute vor Ort, die die Sprache sprechen. Wir haben Callcenter und Techniker, die zu einem kommen. Bei den Hyperscalern erreichst du niemanden.“

Dass die besagten Callcenter schon in absehbarer Zeit nicht mehr mit Menschen, sondern mit KI-Agenten besetzt sein werden, ist für den CEO gleichzeitig eine Selbstverständlichkeit: „Die KI passt sich sogar an den spezifischen Dialekt der Anrufenden an. Menschen können es damit nicht aufnehmen“, meint er. Und ob aber Kund:innen nicht dennoch mit echten Menschen sprechen wollen? „Man wird nicht erkennen, dass es eine KI ist“, so Plater, „bloß, wenn die Regulatorik vorschreibt, das schon bei Gesprächsbeginn kenntlich zu machen.“

Generell sei die Regulatorik auch etwas, das ihn beschäftige, sagt der CEO, konkret die Unterschiede zwischen den Ländern bzw. den Großregionen: „So viel ist klar: Die weniger regulierten bewegen sich schneller – im Positiven wie im Negativen – und die stärker regulierten bewegen sich langsamer – im Positiven wie im Negativen.“

„Je weniger Systeme, Tools und Prozesse man hat, desto einfacher ist es zu kontrollieren.“

Ein großes damit verbundenes Thema ist die Sicherheit. „Wir arbeiten mit mehreren Strategien daran, die Cyber-Security stetig zu verbessern“, sagt dazu Plater. Erstens versuche man etwa, wo es gehe, zu vereinfachen. „Je weniger Systeme, Tools und Prozesse man hat und je simpler alles ist, desto einfacher ist es zu kontrollieren.“ Zweitens habe man eigene Teams, die ständig die neuesten Entwicklungen im Auge behielten und solche, die konstant Angriffe auf das eigene System simulieren, um Lücken zu finden. Auch hier sieht der CEO eine große Chance für die A1 Group, die CTO Kuchar benennt: „Wir bieten hier maßgeschneiderte Lösungen für KMU.“

Und wie sieht es mit den zuletzt vielfach kolportierten globalen Bedrohungsszenarien durch KI aus, die bis zur befürchteten Auslöschung der Menschheit gehen? „Ich bin nicht sehr fatalistisch bei dem Thema“, sagt Plater. Man müsse solche Szenarien schon in Perspektive setzen. „Was sind die tatsächlichen Möglichkeiten, die so drastisch sein könnten? Das ist für mich eher Science Fiction. Aber wer weiß, vielleicht irre ich mich.“

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AI Summaries

Wie Pioniere aus Österreich die Klimakrise lösen

  • Anfang des Jahres sorgte Larry Fink, Vorstandsvorsitzender des weltgrößten Vermögensverwalters Blackrock, mit seinem alljährlichen CEO-Brief an die wichtigsten Konzernchefs der Welt für Aufsehen „Der Klimawandel ist für die langfristigen Aussichten von Unternehmen zu einem entscheidenden Faktor geworden“, formuliert Fink in seinem Schreiben.
  • Schon im Jahr davor betonte Fink, dass solide Portfoliokonstruktionen künftig das Thema „Nachhaltigkeit“ berücksichtigen müssen – Stichwort Risikomanagement.
  • Mit Glacier möchte Tschas Unternehmen bei der CO2-Reduktion unterstützen.
  • Eines dieser Unternehmen ist das Wiener Startup Livin Farms rund um die österreichische Gründerin Katharina Unger, das Geräte und Verfahren für die Zucht von Proteinen aus Insekten auf den Markt gebracht hat, um globale Alternativen für eine nachhaltige Eiweißversorgung zu bieten.
  • Im Sommer dieses Jahres konnte sich Unger gemeinsam mit ihrem Team für das weitere Wachstum eine Förderung in der Höhe von 2,5 Millionen Euro aus dem European Innovation Council (EIC) sichern – der brutkasten berichtete.
  • Livin Farms und Ummadum sind nur zwei Beispiele von vielen, wie sich österreichische Startups mit skalierbaren Geschäftsmodellen derzeit in Stellung bringen, um am internationalen Markt für Ecotech Lösungen Fuß zu fassen.

AI Kontextualisierung

Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Wie Pioniere aus Österreich die Klimakrise lösen

  • Anfang des Jahres sorgte Larry Fink, Vorstandsvorsitzender des weltgrößten Vermögensverwalters Blackrock, mit seinem alljährlichen CEO-Brief an die wichtigsten Konzernchefs der Welt für Aufsehen „Der Klimawandel ist für die langfristigen Aussichten von Unternehmen zu einem entscheidenden Faktor geworden“, formuliert Fink in seinem Schreiben.
  • Schon im Jahr davor betonte Fink, dass solide Portfoliokonstruktionen künftig das Thema „Nachhaltigkeit“ berücksichtigen müssen – Stichwort Risikomanagement.
  • Mit Glacier möchte Tschas Unternehmen bei der CO2-Reduktion unterstützen.
  • Eines dieser Unternehmen ist das Wiener Startup Livin Farms rund um die österreichische Gründerin Katharina Unger, das Geräte und Verfahren für die Zucht von Proteinen aus Insekten auf den Markt gebracht hat, um globale Alternativen für eine nachhaltige Eiweißversorgung zu bieten.
  • Im Sommer dieses Jahres konnte sich Unger gemeinsam mit ihrem Team für das weitere Wachstum eine Förderung in der Höhe von 2,5 Millionen Euro aus dem European Innovation Council (EIC) sichern – der brutkasten berichtete.
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  • Im Sommer dieses Jahres konnte sich Unger gemeinsam mit ihrem Team für das weitere Wachstum eine Förderung in der Höhe von 2,5 Millionen Euro aus dem European Innovation Council (EIC) sichern – der brutkasten berichtete.
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  • Livin Farms und Ummadum sind nur zwei Beispiele von vielen, wie sich österreichische Startups mit skalierbaren Geschäftsmodellen derzeit in Stellung bringen, um am internationalen Markt für Ecotech Lösungen Fuß zu fassen.