26.07.2021

Wie du mit VR Häuser besichtigen kannst, die erst gebaut werden

VR-Brille aufsetzen, Haus besichtigen und dann erst kaufen. So könnte der Prozess des Immobilienerwerbs künftig aussehen.
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Mit flinto.homes Wohnungen besichtigen, die es noch gar nicht gibt © Defcon1 Europe
Mit flinto.homes Wohnungen besichtigen, die es noch gar nicht gibt © Defcon1 Europe

Wohnungen per Video zu besichtigen, ist spätestens in der Coronazeit zur Normalität der Immobilienbranche geworden. Das rückt auch eine weitere Technologie ins Zentrum der Aufmerksamkeit: Mit Virtual Reality kann man sich nämlich so realistisch wie möglich virtuell durch Räume bewegen. Und zwar selbst dann, wenn die Räume noch gar nicht existieren, weil das Haus erst gebaut wird.

Bis hin zu individuellen Möbeln

Eine ausgeklügelte Technologie für diesen Zweck bietet die Münchner Firma Defcon1 Europe an. Mit flinto.home können Wohnungen und Häuser bis ins kleinste Detail realistisch virtuell nachgebaut werden. Selbst der Lichteinfall und die Umgebung außerhalb des Hauses werden dabei berücksichtigt. Damit kann man sich sogar einen Eindruck vom Ausblick von Balkon und Terrasse verschaffen. Und auch beim Feinschliff hilft die Lösung der Vorstellungskraft auf die Sprünge – selbst individuelle Möbelstücke kann die Software in den Räumen platzieren.

Für die künftigen Bewohner einer Immobilie soll es einen Online-Shop geben, in dem man sich seine virtuelle Unterkunft vorab zusammenstellen kann. Dazu werden die geplanten Grundrisse hochgeladen und auf dieser Basis ein Modell erstellt, in dem dann nach Lust und Laune zum Beispiel Zwischenwände aufgestellt und niedergerissen werden können. Die dafür notwendige VR-Brille bekommt man laut Defcon1 geschenkt. Zielgruppe der Software sind Bauträger und Makler – erste Wohnungen, die noch gar nicht gebaut wurden, wurden bereits erfolgreich mit der VR-Software verkauft.

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Montage eines Sensors im Bachbett | (c) GMD
Montage eines Sensors im Bachbett | (c) GMD

„Naturgefahren frühzeitig erkennen und fundierte Entscheidungsgrundlagen für Behörden und Infrastrukturbetreiber bereitstellen“ – so definiert das Innsbrucker Startup GMD sein Produkt. Dazu hat es mit der KI-gestützten Plattform GeoSenseAI ein ganzes Technolgoie-Portfolio aufgebaut. Das umfasst etwa IoT-Sensoren zur Erkennung von Hochwasser, Verklausungen, Hangbewegungen und Steinschlag, seismische Sensorik zur Überwachung instabiler Felsbereiche, Wetterstationen für hochalpine Standorte, Monitoring von Wasserressourcen und Quellen und KI-gestützte Analyse von Besucher- und Personenströmen. Über die Cloud-basierte Plattform erfolgen dann Visualisierung, Modellierung und Alarmierung.

„Naturgefahren kennen keine Staatsgrenzen“

Damit war das 2024 gegründete Unternehmen, das als „Verified Social Enterprise“ eingetragen ist und unter anderem mit Infineon kooperiert, schon bislang über die Landesgrenzen hinaus aktiv – etwa über eine Kooperation mit dem Deutschen Alpenverein (brutkasten berichtete). Nun erfolgte mit der Eröffnung eines Standorts im Technopark Graubünden im Schweizer Landquart und der Gründung einer Schweizer Tochtergesellschaft der nächste Expansionsschritt. Dabei startete man bereits ein erstes Pilotprojekt mit dem Schweizer Bahnbetreiber Rhätische Bahn.

Ein Pegelsensor von GMD | (c) GMD

„Naturgefahren kennen keine Staatsgrenzen – unsere Technologien dürfen daher ebenfalls nicht an Landesgrenzen enden. Mit der Gründung der GMD Swiss GmbH schaffen wir die Grundlage für eine enge Zusammenarbeit mit Schweizer Partnern und stärken unsere Präsenz im gesamten Alpenraum“, kommentiert Geschäftsführer Steve Weingarth. Der Standort Landquart sei „weit mehr als ein Vertriebsbüro“. „Er wird zu einem zentralen Innovations- und Entwicklungsstandort für intelligente Lösungen zur Prävention alpiner Naturgefahren und bildet einen wichtigen Baustein unserer internationalen Wachstumsstrategie“, so Weingarth.

Finanzierungsrunde für Expansionsstrategie

Die unmittelbare Nähe zu Forschungsinstitutionen, Infrastrukturbetreibern und öffentlichen Einrichtungen am Standort schaffe ideale Voraussetzungen für die gemeinsame Entwicklung neuer Technologien im Bereich der Klimaresilienz und Naturgefahrenprävention, heißt es von GMD. „Graubünden zählt zu den Regionen Europas, die besonders stark von Naturgefahren betroffen sind und gleichzeitig über eine hochentwickelte Infrastruktur verfügen. Damit bietet der Kanton ideale Bedingungen, um innovative Sensorik und digitale Frühwarnsysteme unter realen Einsatzbedingungen zu entwickeln, zu testen und weiterzuentwickeln.“

Langfristig verfolge man den Aufbau eines grenzüberschreitenden „Alpine Data Hub“, der Umwelt-, Sensor- und Geodaten aus Österreich, der Schweiz, Deutschland und Italien zusammenführt. In den kommenden Jahren sollen weitere Standorte „entlang der Alpenachse“ entstehen. Dazu befinde man sich aktuell auch im Closing einer Seed-Finanzierungsrunde. Schon für Anfang 2027 sei ein weiteres Investment geplant.

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