14.11.2022

wependio: Soziales Reisenetzwerk aus Tirol schließt sechsstellige Finanzierungsrunde ab

wependio ist ein neues soziales Reisenetzwerk, das die Inspiration von Instagram mit den Vorteilen einer Suchmaschine verbinden möchte. Im Zuge der Unternehmensgründung hat das Startup aus Tirol soeben seine erste Finanzierungsrunde abgeschlossen.
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Desiree Schier & Daniel Kopeinik | (c) wependio

Ein altes Sprichwort lautet: „Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen“. Im 21. Jahrhundert erfolgt dies in der Regel natürlich über Social Media & Co. Das Tiroler Startup wependio rund um die beiden Gründer:innen Desiree Schier und Daniel Kopeinik möchte Nutzer:innen mit ihrer Travel Social Media Plattform wependio künftig eine neue Möglichkeit bieten, ihre Erlebnisse & Entdeckungen digital mit einer Community zu teilen.

„Wenn man als Person viel erlebt, reist und viele Ausflüge unternimmt, vergisst man irgendwann, was man alles erlebt hat. Uns fehlte die Möglichkeit all das optisch ansprechend digital aufzuzeichnen, gegebenenfalls Aktivitäten oder Unterkünfte direkt zu buchen, und natürlich auch die Unternehmungen von anderen zu sehen, um sich inspirieren zu lassen“, so Kopeinik über die Gründungsidee der Plattform, die im April 2022 ins Leben gerufen wurde. Und der Gründer fügt hinzu: „Egal ob man sich für den nächsten Urlaub inspirieren lassen möchte, oder für die nächste Unternehmung als Tagesausflug, wir möchten für all das eine übersichtliche Plattform anbieten.“ wependio soll laut den Gründer:innen somit die Inspiration von Instagram mit den Vorteilen einer Suchmaschine verbinden.

Wie sich wependio positioniert

Über die Plattform wependio sollen Nutzer:innen Reisen künftig in einer Karte eintragen, mit Bildern versehen und somit Geheimtipps mit der Community teilen können. „Auf lange Sicht wird wependio alles, was Personen für eine Reise benötigen, in einer einzigen App abbilden. Nicht nur Empfehlungen, sondern auch die gesamte Planung bis hin zur finalen Buchung und die anschließende Reflektion“; so Co-Founderin Desiree Schier. Zudem sollen über „wependio myBusiness“ touristische Unternehmen auf der Plattform kostenlos Profile erstellen können, um für ihre Betriebe zielgruppengerecht Werbung zu schalten. Zudem möchte das Startup Einnahmen erzielen, indem bei jeder Buchung von Aktivitäten oder Unterkünften eine Kommission von den Unternehmen eingehoben wird.

(c) Screenshot wependio Website

Entwicklung & Finanzierungsrunde

Aktuell befindet sich die App noch in Entwicklung und soll aber demnächst für iOS und Android zur Verfügung stehen. „Der Launch ist für Ende des Jahres / Anfang nächsten Jahres geplant. Es haben sich bereits viele Interessenten für die Beta-Testversion gemeldet. Zudem haben wir auch schon früh mit dem Marketing gestartet, um möglichst viel Aufmerksamkeit vor dem Launch zu erwecken“ so Kopeinik. Zudem befindet sich das Startup mitten in der Unternehmensgründung, wobei eine sechsstellige Finanzierungsrunde mit Business Angels abgeschlossen wurde. Im Zuge der GmbH-Gründung sollen auch die Gesellschafterverträge finalisiert werden, wie Schier anmerkt. Und das Startup hat sich ein ambitioniertes Ziel gesetzt. „Wir sind optimistisch und wollen nächstes Jahr Nutzer:innen im sechsstelligen Bereich erreichen“, so Kopeinik abschließend.


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Co-Founder und CEO Holger Plasser | (c) Voidsy

Wer voidsy besuchen will, muss in Wels nicht weit gehen. Nur wenige Schritte vom Bahnhof entfernt, in einem unscheinbaren, ehemaligen Bahngebäude, hat das Startup seit dem Sommer 2025 sein Quartier bezogen. In der angeschlossenen Lagerhalle stapeln sich die Test-Bauteile der Kund:innen, manche mehrere Meter lang. Viele bestehen aus jenem Compositematerial, das in der Luft- und Raumfahrt längst Standard ist: Im Inneren verbirgt sich eine feine Wabenstruktur, leicht und zugleich hochfest. Genau auf die zerstörungsfreie Prüfung solcher Materialien hat sich voidsy spezialisiert.

Im Büro hängt, fast wie ein Gruß an die Geschichte des Gebäudes, eine alte Bahnuhr in Blau an der Wand. Der Blick der Besucher:innen fällt aber zuerst auf etwas anderes: die Auszeichnungen entlang der Wand. 2025 holte voidsy beim Oberösterreichischen Landespreis für Innovation in der Kategorie Kleine und mittlere Unternehmen Platz 1, im März 2026 folgte der Österreichische Gründungspreis Phönix in der Kategorie „Startup“. Sichtbare Belege dafür, dass aus der Ausgründung einer Forschungsgruppe der Fachhochschule Oberösterreich in wenigen Jahren ein ernstzunehmender DeepTech-Player geworden ist.

Eine dritte Dimension für die Materialprüfung

Gegründet wurde voidsy 2022 von CEO Holger Plasser gemeinsam mit den drei Co-Gründern Gernot Mayr, Günther Mayr und Gregor Thummerer, alle zuvor wissenschaftliche Mitarbeiter an der FH Oberösterreich am Campus Wels. Mit dem 3D V-ROX hat das Team ein System entwickelt, das Bauteile berührungslos auf innere Defekte untersucht. Die Besonderheit: Während herkömmliche Thermografiesysteme ein zweidimensionales Bild liefern, extrahiert die Software von voidsy eine dritte Dimension. „Damit weiß man nicht nur, dass ein Defekt da ist, sondern auch, in welcher Tiefe er liegt“, erklärt Plasser. Eine essenzielle Information, denn viele Bauteile werden repariert und nicht ersetzt.

(c) Voidsy

Gesucht werden Subsurface-Defekte, also Unregelmäßigkeiten unter der Oberfläche. Bei Compositematerialien sind das etwa Porosität, die in der Fertigung entsteht, oder Delaminationen, bei denen sich einzelne Materiallagen voneinander lösen, ausgelöst beispielsweise durch Vogelschlag oder Hagel. „Das Tückische ist, dass die Oberfläche nach dem Aufprall zurückfedert und mit freiem Auge nichts zu erkennen ist“, so Plasser. Im Inneren kann die Festigkeit aber kritisch geschwächt sein.

Mobil bis zum 110-Meter-Rotorblatt

Weil das System mobil ist, kann voidsy auch dort prüfen, wo Bauteile nicht ins Labor passen. In Frankreich und Spanien etwa inspiziert das Unternehmen Rotorblätter von Windturbinen, bei Offshore-Anlagen mit einer Länge von bis zu 110 Metern. Fokusmarkt bleibt aber die Luft- und Raumfahrt, wo gesetzliche Vorschriften eine hundertprozentige Prüfung verlangen. 

(c) Voidsy

Seit dem ersten brutkasten-Porträt hat sich einiges getan. Im Juni 2025 erklärte voidsy die CE-Konformität, seither ist das europäische Seriengerät am Markt. Rund 15 Geräte hat das Unternehmen bislang verkauft. Aktuell arbeitet das Team an der UL-Zertifizierung für den US-Markt, wofür eigens Prüfer:innen aus den USA nach Wels anreisen. Patente hält voidsy in Europa, den USA, China, Hongkong und Japan.

Wie die aws-Förderung den Weg geebnet hat

Möglich gemacht hat diesen Weg auch eine durchdachte Förderstrategie. voidsy wurde über die Austria Wirtschaftsservice (aws) gefördert: Den Start machte das Programm aws Preseed DeepTech, mit dem das Startup die Grundlagen für seine Thermografie-Technologie legte. Aktuell befindet sich voidsy im aws Seedfinancing DeepTech. „Das hat uns die Möglichkeit gegeben, das Team so aufzustellen, dass wir den Proof of Concept aus dem Preseed über den Proof of Market hinaus zu den ersten Schritten in Richtung Markt führen konnten“, sagt Plasser.

Das aktuelle Projekt zielt auf die wirtschaftliche Umsetzung des 3D V-ROX-Systems für faserverstärkte Kunststoffe und andere Materialien ab. Aufbauend auf den Erfolgen des aws Preseed DeepTech soll das Seedfinancing die Skalierung und Marktdurchdringung vorantreiben und die industrielle Qualitätskontrolle effizienter und nachhaltiger gestalten. Über die finanzielle Unterstützung hinaus half die aws dem Startup schon früh bei der Ausarbeitung eines Schutzrechtskonzepts und des Geschäftsmodells.

Organisches Wachstum, offen für Gespräche

Den Großteil seines Wachstums finanziert voidsy aus dem Cashflow, organisch und profitabel. „Ich bin ein Freund des organischen Wachstums“, sagt Plasser. Für Investmentgespräche ist man dennoch offen, gerade aus dem US-Verteidigungsumfeld gebe es Interesse. Eine eigene US-Gesellschaft schließt Plasser mittelfristig nicht aus. Die Vision bleibt: einer der führenden Anbieter in der zerstörungsfreien Materialprüfung zu werden.


Der Artikel entstand in Kooperation mit der Austria Wirtschaftsservice (aws).

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