22.01.2015

Wenn Perfektion nicht ausreicht: Falscher Ehrgeiz hemmt Erfolg

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Perfektionisten verbauen sich oft Chancen persönlicher und beruflicher Natur.

Vom Kleinkindalter an wird von einem immer nur das Beste abverlangt. Und die Konkurrenz ist groß! Im Kindergarten gibt es andere, die besser mit Bausteinen umgehen können, in der Volksschule begreift der Nachbar die Matherechnungen zuerst- vom Gymnasium ganz zu schweigen. Im Berufsleben ist überhaupt jeder Tag ein Wettbewerb. Kein Wunder also, dass sich viele zu Perfektionisten entwickeln, um aus der Menge zu stechen.

Selbstverständlich möchte man auch gerne glauben, dass Perfektion der Schlüssel zum Erfolg ist. Einige aufstrebende Menschen, auch Businessfrau Martha Stewart, haben sich in der Vergangenheit als solche geoutet. Ihr Argument: Erst das Streben nach dem Besten, hat zu ihrem Erfolg geführt.

In einem Interview mit Talkmasterin Oprah Winfrey, sagt Stewart: „Ich bin eine wahnsinnige Perfektionistin. Und wäre ich dies nicht, hätte ich auch nicht die Firma aufgebaut“

Man sollte vorsichtig sein, denn es mag zwar sein, dass ein wenig Perfektion an der ein oder anderen Stelle nicht schaden kann, doch oft kann gerade diese Eigenschaft dem Erfolg im Weg stehen! Vor allem, wenn sie zur Besessenheit wird. Autor Martin Antony („When Perfect isn’t good enough“) warnt etwa vor den Schattenseiten, die sogar die persönliche und berufliche Entwicklung verhindern können.

Aber, was genau ist so schlecht an dieser Eigenschaft?

  1. Perfektionisten meiden Risiko

Menschen, die immer alles in Perfektion machen müssen, neigen dazu, sich hohe (gar unrealistische) Ziele zu stecken, um sich dann im Arbeitsprozess zu verlieren. Es kann soweit gehen, dass sie nicht und nicht fertig werden, immer eine neue Kleinigkeit zum Korrigieren und Nacharbeiten finden, sowie extremen Versagensängsten ausgesetzt sind.

„Viele Menschen setzen sich hohe Ziele und wenn Dinge nicht funktionieren, sind sie enttäuscht – ein paar Stunden, einen Tag lang vielleicht, aber sie machen weiter“, meint Antony. „Perfektionisten hingegen schaffen es nicht, loszulassen und definieren sich darüber, ob sie die unglaublich hoch gesteckten Ziele erreichen.“

Das geht soweit, dass sie vor lauter Angst paralysiert sind und immer risikoscheuer werden. Sie probieren auch nichts aus, weil sie sich ungern auf neues Terrain begeben und können sich daher gar nicht weiter entwickeln.

  1. Sie sind unflexibel

Wer heute erfolgreich sein will, muss sich spontanen Veränderungen flexibel anpassen. Etwas, worauf sich penible Menschen nicht einlassen können. Klar, glaubt dieser doch, dass es nur den einen richtigen oder falschen Weg geben kann. Darunter leider wiederum die Kreativität – vom Innovationsgrad der Arbeit mal abgesehen! Entrepreneur-Spirit sieht anders aus.

  1. Perfektionisten verlieren sich im Erstellungsprozess

“Wenn du immer wieder und wieder nachkontrollieren must, ob alles perfek ist, bist du weniger produktiv”, so Antony. Ein Report kann absolut super aussehen: ohne dem kleinsten Tippfehler und mit den schönsten Grafiken. Aber wenn er nicht in der Zeit fertig gestellt wurde, oder der Prozess seiner Erstellung, der Grund ist, weshalb andere wichtige Sachen liegen geblieben sind, ist dies für das Unternehmen nicht förderlich.

  1. Perfektion ist ein Beziehungs-Killer

Oft gehen Perfektionisten davon aus, dass ihre Kollegen und Mitmenschen gleich hohe Anforderungen an sich stellen. Dies kann zu Spannungen innerhalb des Büros führen, wenn sich Mitarbeiter überfordert fühlen – oder einfach nicht gebraucht. Und wieso diese Eigenschaft obendrauf noch ein Beziehungskiller sein kann, muss an dieser Stelle nicht näher beleuchtet werden.

Darum: Lieber einen kühlen Kopf bewahren. Es muss nicht immer alles perfekt sein.

 

Quelle: Entrepreneur

 

 

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V.l.n.r.: Peter Llewellyn-Davies (Präsident BIOTECH AUSTRIA), Lejla Pock (CEO Human.technology Styria), Marcus Hofer (CEO Standortagentur Tirol) © BIOTECH AUSTRIA

Rund 250 Teilnehmer:innen aus zwölf Ländern, zwei Tage in Innsbruck, ein Motto: „Start up, Scale up, Step up!“ Mit vielen neuen Kontakten und einem guten Gefühl bin ich nach Hause gefahren und mit einer offenen Frage: Die österreichische Biotech-Branche ist so gut vernetzt wie nie, aber woher kommt  künftig das Geld, damit aus exzellenter Forschung Unternehmen werden, die in Europa groß werden?

Am Wissen fehlt es nicht. Ob Europa in der Biotechnologie mitspielt, entscheidet sich an der Finanzierung der Wachstumsphase.

Europa zwischen den USA, Golfstaaten und China

Der Schwerpunkt des Summits lag auf dem Scaleup, also auf dem Schritt vom Startup zum international wachsenden Unternehmen.

Ein Bild für die Zukunft der Pharmatrends zeichnete Claudio Albrecht, ehemaliger CEO der Stada AG. Er sprach darüber, wie Geopolitik, neue Technologien und sich wandelnde Gesundheitssysteme die Pharmaindustrie bis 2035 prägen könnten. Besonders hervorgehoben hat er dabei die Transformation Chinas von einer Service-Industrie zu einem Innovationsmotor sowie die Dynamik in den Golfstaaten. Europa widmete er keine eigene Folie in seiner Präsentation, was vom Publikum hinterfragt wurde. Es wirft die Frage auf, welchen Stellenwert Europa künftig im globalen Wettbewerb überhaupt noch spielen wird.

(c) Hofelich – Claudio Albrecht gab einen Ausblick in die Zukunft.

 Ein Champion, der nicht auswandern muss

Den Gegenentwurf lieferte Karl Nehammer, Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank (EIB) und ehemaliger Bundeskanzler. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir vor allem ein Satz: „The next champion should not need to leave Europe in order to become a global champion.“ 

(c) Hofelich – Karl Nehammer, Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank (EIB).

Das Ziel ist ambitioniert und gerade in der Biotechnologie bislang schwer erreichbar. Entwicklungszyklen dauern hier i. d. R. mehr als ein Jahrzehnt. 

Der Startup- & Scaleup-Dachfonds: eine gute Nachricht mit Fragezeichen

Für die Branche besonders interessant war die Diskussion über den geplanten österreichischen Dachfonds. Stefan Haubner, Founding Partner bei APEX Ventures, widmete sich der Frage, ob Europa ein eigenes Modell für Venture Capital braucht. Dabei ging es auch um den österreichischen Fund-of-Funds. 

Der Dachfonds soll Anfang 2027 starten. Der Staat steuert 100 Mio. Euro bei, institutionelle Investoren sollen weitere 400 Mio. Euro bringen. Das ist ein wichtiges Signal. Weil es ein Dachfonds ist, investiert er aber nicht direkt in Unternehmen, sondern in andere Fonds.

Wie viel von diesem Geld tatsächlich bei Biotech-Unternehmen ankommt, ist derzeit offen.

Life Sciences brauchen Investoren mit Fachwissen und langem Atem. Davon gibt es in Österreich nur wenige. Wenn der Dachfonds vor allem in Generalisten-Fonds fließt, könnte die Biotechnologie leer ausgehen.

Tirol zeigt, wie Standortarbeit aussieht

Auch organisatorisch war der Summit ein Vorzeigeprojekt. Veranstaltet wurde der Summit von BIOTECH AUSTRIA, Human.technology Styria und der Standortagentur Tirol. Vor Ort vertreten waren Peter Llewellyn-Davies, Präsident von BIOTECH AUSTRIA, Marcus Hofer, CEO der Standortagentur Tirol, und Lejla Pock, CEO von Human.technology Styria. Äußerst charmant moderiert hat Damita Pressl.

Die Villa Blanka hoch über Innsbruck bot eine außergewöhnliche Kulisse; ebenso das Gala-Dinner am Abend in der Rooftop-Bar des Hotels aDLERs. Begeistert zeigten sich auch die Teilnehmer:innen, die am Vortag im Rahmenprogramm die Skisprungschanze Bergisel besichtigt hatten. Ich selbst habe mir am Dienstagmorgen den Health Hub Tirol angesehen. Das Technologiezentrum ist seit knapp einem Jahr in Betrieb und bietet noch freie Flächen. Das ist die Art Standortpolitik, die wirkt: Infrastruktur, Netzwerk und ein Treffpunkt, an dem Forschung, Investor:innen und Politik tatsächlich ins Gespräch kommen.

Was es jetzt braucht

Der Summit hat gezeigt, dass die Branche sich der Herausforderungen bewusst ist und weiß, was zu tun ist.

Der nächste Champion muss nicht auswandern. Aber dafür muss das Kapital vor Ort stärker mobilisiert werden. 

Der fünfte Biotech Summit Austria findet am 21. und 22. Oktober 2027 in Graz statt. Bis dahin wissen wir mehr darüber, ob der Dachfonds auch der Biotechnologie hilft.


Disclaimer: Karin Hofelich ist Life Science Lead beim brutkasten-Schwestermagazin VentureCapital. Das VC Magazin war Medienpartner des Summits.

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