21.07.2025
EDUCATION

Wenn ein Löffelchen (eigentlich ein magischer Teppich) bittre Wartezeit versüßt

MagicARpet ist ein Wiener Startup, das Kinderteppiche mit Augmented Reality verknüpft, um neue Räume für Lerninhalte zu schaffen. Damit sollen u.a. Wartezeiten an Bahnhöfen oder in Praxen sinnvoll und für Kinder unterhaltsam ausgestaltet werden, wie die beiden Founderinnen Hanna Gegenhuber und Sonja Macher erzählen. Unterstützt werden sie dabei von Arkadi Jeghiazaryan, Gründer von Amlogy und Areeka.
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MagicARpet, Kinderteppich
© MagicARpet - Sonja Macher (l.) und Hanna Gegenhuber von MagicARpet.

Bei Mary Poppins war es ein süßer Löffel, der unwohlschmeckende Medizin versüßt hat. In dem Fall von MagicARpet ist es ein mit AR-verknüpfter Kinderteppich, der eine „multi-sensorische Lernumgebung“ für Kindergarten- und Volksschulkinder erschafft und daneben auch langweilige Wartezeiten sinnvoll in spielerische Aktivitäten verwandelt, wie Co-Founderin Hanna Gegenhuber erzählt.

MagicARpet als neuer Lehrraum

Sie und Sonja Macher sind seit über zehn Jahren im Lehrbereich tätig und haben ihren Fokus auf „digital literacy“ gelegt bzw. sich der Frage gewidmet, wie man Digitalisierung in Schulen und Kindergärten implementieren kann.

„Im Kindergarten und in Kinderzimmern liegen diese Spielteppiche einfach herum“, erklärt Gegenhuber. „Wir wollten ausloten, was man daraus noch zusätzlich machen kann.“

Heraus kam die Idee, einen neuen Lehrraum zu schaffen. So trat man mit dem Areeka-Founder und Gründer von Amlogy, Arkadi Jeghiazaryan, in Kontakt, warf sich auf das Thema AR (Augmented Reality) und entwickelte MagicARpet.

Sechs „Trigger-Points“

Der Kinderteppich verfügt über sechs verschiedene „Trigger-Points“, die man per Smartphone einscannen kann und die dann über eine App zum Leben erwachen.

© MagicARpet – Sonja Macher (l.) und Hanna Gegenhuber mit dem MagicARpet.

„Ein Fuchs, Hirsch oder ein Pilz, wie bei unserem Prototyp, wo man jeweils mit dieser Figur interagieren kann“, erklärt Macher. „Sie stellt Aufgaben über den eigenen Lebensraum und regt zur Bewegung an. Uns war es wichtig, dass MagicARpet nicht nur statisch genutzt werden kann.“

MagicARpet mit mehreren Zielgruppen

Neben den Zielgruppen Schulen und Kindergärten, adressieren die beiden Gründerinnen auch Orte, die mit Wartezeiten verknüpft sind. So etwa Flughäfen, Bahnhöfe, in Zügen (wo ein Schaffner etwa über seinen Beruf spricht) oder Arztpraxen. „So sollen aus ungenutzten Wartezeiten Lern-Möglichkeiten entstehen“, erläutert Gegenhuber. „Beim Zahnarzt könnte zum Beispiel ein riesiger Zahn erklären, wie er aufgebaut ist.“

Launch Ende des Jahres

Das bislang eigenfinanzierte Startup arbeitet aktuell noch am ersten Teppich mit dem Thema „Wald und seine Bewohner“, lotet Finanzierungs- sowie Fördermöglichkeiten aus und führt Gespräche mit Kooperationspartnern. Mit Ende des Jahres soll die Wald-App gelauncht werden.

„Unsere Vision ist es, den Bildungsbereich durch innovative EdTech-Lösungen zu bereichern“, umreißt Macher die künftigen Ziele von MagicARpet, „die Spiel, Lernen, Bewegung und Staunen miteinander vereinen.“

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Rund 50 Digital-Unternehmen mit etwa 600 Mitarbeiter:innen und mehr als 400 Millionen weltweiten Nutzer:innen – das ist das Portfolio der Liechtensteiner Private-Equity-Gesellschaft RM Equity Partners. Insgesamt hält diese eine halbe Milliarde Euro Assets under Management (AuM). Bekannte Portfolio-Unternehmen sind etwa die Outdoor-Plattform Bergfex aus Graz oder die deutsche Motorrad-Tour-App Calimoto.

Neue Bedeutung für zwei Buchstaben

Bis vor kurzem war die Gesellschaft Teil der Vorarlberger Russmedia-Gruppe, wie auch die zwei Buchstaben im Namen verraten. Nun befindet sich das PE-Unternehmen komplett im Besitz der drei Partner Eugen Benedikt Russ, Chris Wittlinger und Nicola Szekely. Somit bleibt es freilich zu einem Teil in der Vorarlberger Unternehmerfamilie Russ, die hinter Russmedia steht. Das RM bleibt als etablierter Name erhalten. Mit dem Slogan „Results matter“ bekommt es eine neue Bedeutung.

„Was das Team im vergangenen Jahrzehnt aufgebaut hat, macht uns stolz – und das ist erst das Fundament. Als völlig unabhängiges Unternehmen liegt unser Fokus nun ganz auf der Zukunft: der partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit Unternehmern und dem Aufbau beständiger, digitaler Unternehmen“, kommentiert Russ in einer Aussendung.

Bis zu 250 Millionen Euro pro Beteiligung

Die drei Partner investieren über die Gesellschaft ausschließlich eigenes Kapital und fokussieren klar auf Mehrheitsübernahmen und langfristige Beteiligungen. Bei einem Einzeldeal können nach Unternehmensangaben bis zu 150 Millionen Euro fließen, für eine Beteiligung insgesamt bis zu 250 Millionen. Dabei definiert RM Equity Partners klare Anforderungen, die auch auf der Website abzulesen sind: Das übernommene Unternehmen muss Marktführer oder starker Zweiter in seinem Segment sein und ein EBITDA über fünf Millionen Euro bzw. einen Nettoumsatz über 20 Millionen Euro vorweisen.

Gleichzeitig geben die Partner ihrerseits drei Versprechen: Kommt ein Unternehmen für einen Deal in Frage, bekomme es einen ersten Call innerhalb von 48 Stunden, eine konkrete Antwort innerhalb von sieben Tagen und, wenn ein Deal zustande kommt, dessen Abschluss innerhalb von acht Wochen. „Wenn es uns gefällt, sagen wir ja. Wenn nicht, sagen wir schnell nein. Hinter uns steht kein Investmentkomitee, und zwischen uns stehen keine Berater“, so die Partner auf der Homepage.

Zuletzt Verkauf von Alpy.com

Nach der Übernahme restrukturiere man dann nicht, aber unterstütze in jenen Bereichen, in denen man Expertise habe. Wiewohl RM Equity Partners als PE-Gesellschaft im Gegensatz zu einer VC-Gesellschaft nicht Exit-getrieben ist, sind auch Verkäufe übrigens keineswegs ausgeschlossen. Brutkasten berichtete erst im August vom Verkauf der Beteiligung Alpy.com. Es war der zweite Exit für die Gesellschaft in diesem Jahr.

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