19.05.2015

Wenn das Navi im BMW sagt, dass du lieber öffentlich weiterfahren sollst…

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Routenplaner von BMW i gewinnt den 'GreenTec Award'

Man stelle sich folgendes Szenario vor: Es ist Montag früh und Rushhour. Es ist unmöglich, mehrere Meter am Stück weiterzukommen. Immer, wenn man sich freut, dass man losfahren kann und den Motor aufheulen lässt, muss man auch schon wieder abbremsen. Eine Katastrophe für die Nerven, die früh morgens sowieso bereits strapaziert sind – aber eine noch viel größere Katastrophe für die Umwelt. Wie wäre es aber, wenn sich das Navigationssystem zu Wort meldet – noch bevor man überhaupt im Stau gefangen ist – und das Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel vorschlägt, wenn das Fahrtziel dadurch schneller und effizienter erreicht wird? Der multimodale Routenplaner im Navi einiger BMW-Modelle, kann genau das. Darum wird er auch mit dem „GreenTec Award“ 2015 ausgezeichnet. Denn das System trägt zur Reduzierung von Staus und Emissionen in Ballungsgebieten in Städten bei. Laut BMW ist diese Funktion weltweit einzigartig. „Die GreenTec Awards wollen der Bevölkerung alltagstaugliche und fortschrittliche Umwelttechnologien auf verständliche Weise nahebringen, und genau das zeichnet das Gewinnerprojekt von BMW i aus“, so Marco Voigt, Initiator der GreenTec Awards.

Der Preisträger des „GreenTec Award“ wird von einer unabhängigen, mit rund 60 Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Verbänden und Medien besetzten Fachjury ausgewählt und damit wurde die Innovation aus dem Hause BMW i zur wichtigsten Umwelttechnologie des Jahres auf dem Gebiet der individuellen Mobilität ausgezeichnet.

Neben dem Straßennetz und den Echtzeit-Verkehrsinformationen der Real Time Traffic Information berücksichtigt das Navigationssystem bei der Zielführung die Verbindungen und Taktungen öffentlicher Verkehrsmittel. Dem Fahrer wird dann die am idealsten Erscheinende Verbindung vorgeschlagen sowie zusätzlich mehrere alternative Routen – jeweils mit exakten Angaben der Transportmittel und Wege, aber auch die Umsteigepunkte, die Länge der zu Fuß zurückzulegenden Strecke und die Gesamtdauer bis zum Erreichen des eingegebenen Ziels.

Entschließt sich der Fahrer dazu, das Auto stehen zu lassen, wird er zu einem Park-and-Ride-Platz geführt. Anschließend kann er den multimodalen Routenplan mit Hilfe der BMW i Remote App auf sein Smartphone übertragen. So wird er auch nach dem Umsteigen auf Bus oder Bahn präzise bis zu seinem Ziel und darüber hinaus auch auf dem Rückweg zurück zu seinem Fahrzeug geführt.

Die „GreenTec Awards“ 2015 werden am 29. Mai 2015 im Rahmen einer festlichen Gala im Berliner Tempodrom verliehen. Elmar Frickenstein, Leiter Elektrik, Elektronik und Fahrerlebnisplatz bei der BMW Group, nahm den Preis bei einer exklusiven Verleihung bereits im Vorfeld der Gala entgegen: „Der multimodale Routenplaner ist eines von vielen Beispielen für das ganzheitliche Mobilitätskonzept von BMW i. Bei BMW i wird tatsächlich über das Automobil hinaus gedacht. Und das kann auch bedeuten, das Fahrzeug abzustellen, um andere Verkehrsmittel zu nutzen, wenn diese Staus vermeiden und unter Umständen effizienter sind.“

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DiLT Analytics
© DiLT Analytics

DiLT Analytics hat eine siebenstellige Finanzierungsrunde abgeschlossen. Sie setzt sich aus einem Equity-Investment von Noctua Science Ventures und einer Förderung der Austria Wirtschaftsservice (aws) im Rahmen des Programms Seedfinancing – Deep Tech zusammen. Mit dem Geld möchte das 2021 gegründete Spinoff der TU Graz sein Team ausbauen und FaciliMind, seine Software zur automatisierten Fehlerdiagnose in Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen, zu weiteren Betreibern großer Gebäudeportfolios bringen

DiLT Analytics: „Substanziell wachsen“

Noctua Science Ventures ist ein Wiener Deep-Tech-Fonds und ein Joint Venture von Speedinvest und den Technischen Universitäten Österreichs. Der Fonds investiert gezielt in Ausgründungen, deren Produkt auf langjähriger Forschung beruht.

„Die aws-Förderung ergänzt das Investment und ist auf genau diese Phase zugeschnitten: den Schritt von einer erprobten Technologie zu einem Produkt, das sich über viele Standorte hinweg ausrollen lässt“, heißt es per Aussendung. Um im Sinne des Programms aws Seedfinancing – Deep Tech als Deep Tech zu gelten, muss das Vorhaben auf einer „anspruchsvollen technologischen und wissenschaftlichen Herausforderung“ basieren und einen klaren Technologiesprung gegenüber bestehenden Lösungen oder rein inkrementellen Weiterentwicklungen ermöglichen.

„Mit Noctua Science Ventures haben wir einen Partner gefunden, der beides kennt: die technischen Herausforderungen eines Deep-Tech-Produkts und den Weg in die Kommerzialisierung. Für ein junges Spinoff ist das der Best Case. Dass parallel auch die aws-Förderung zugesagt wurde, bestätigt uns, dass FaciliMind und unser Team auf dem richtigen Weg sind. Jetzt geht es darum, substanziell zu wachsen“, sagt Theresa Kohl, CEO von DiLT Analytics.

Philipp Stangl, Managing Director von Noctua Science Ventures, ergänzt: „Von unseren vielen Gesprächspartnern erhielten wir ein sehr einheitliches Bild zu DiLT: ein glaubwürdiger, technisch differenzierter Ansatz, umgesetzt von einem Team, mit dem Immobilienprofis gerne zusammenarbeiten. Genau diese Kombination aus Forschungsvorsprung und starker Kundenorientierung ist es, wonach wir in der Pre-Seed-Phase suchen.“

2021 gegründet

DiLT Analytics wurde Ende 2021 von Franz Wotawa und Gerald Schweiger als Spinoff des Instituts für Softwaretechnologie der TU Graz gegründet und ging aus der Forschungsgruppe „Intelligent Systems“ hervor. Erstes größeres Projekt war „Inframonitor“, eine herstellerunabhängige IoT-Datenplattform für den Campus Inffeldgasse der TU Graz.

Seither ist DiLT an mehr als 20 Forschungsprojekten mit über 15 Partnern beteiligt, einige davon FFG-gefördert und gemeinsam mit österreichischen und europäischen Universitäten. Die Ergebnisse fließen über den Forschungszweig DiLT Research direkt in die Produktentwicklung. Geführt wird das Unternehmen heute von Theresa Kohl (CEO), Christopher Gray (Business Development & Strategy), Thomas Hirsch (CTO), Reinhard Pertschy (CPO) und Thomas Schwengler (Head of Software).

Die entwickelte Software FaciliMind analysiert Betriebsdaten von Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen, erkennt dabei versteckte Fehler und Optimierungspotenziale und liefert Technikteams eine nach Dringlichkeit sortierte Maßnahmenliste, so der Claim. Die Software von DiLT Analytics arbeitet herstellerunabhängig und lässt sich über ein einzelnes Gerät an die bestehende Gebäudeleittechnik anbinden. Dank eines knowledgegraphbasierten Softwarestacks soll sie das digitale Abbild komplexer Anlagen weitgehend automatisiert innerhalb weniger Tage statt monatelanger Handarbeit erstellen können. Zielgruppe sind Betreiber großer Gebäudeportfolios, etwa in der öffentlichen Hand, an Flughäfen sowie in Industrie und Gesundheitswesen.

DiLT Analytics erhielt Preise

Zu den Kunden zählen u.a. die Technischen Universitäten Graz und Wien, Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), IG Immobilien Management GmbH und Industriekunden. 2025 wurde DiLT Analytics mit dem DREA Award und dem ÖGUT Umweltpreis ausgezeichnet. Und ist seit September 2026 nach ISO 27001 zertifiziert.

„Wissen über Anlagenbetrieb soll im Unternehmen bleiben“

Neben der Verstärkung des Teams und dem geplanten Rollout möchte DiLT Analytics künftig ein Übersetzungswerkzeug für den BACtwin-Standard als Open Source veröffentlichen und die Diagnose künftig auf weitere Technologien wie Wärmepumpen, Photovoltaik und Batteriespeicher ausweiten

„Ein Gebäudeportfolio überdauert seine Dienstleister und oft auch seine erfahrensten Mitarbeitenden“, sagt Kohl. „Unser Ziel ist, dass das Wissen über den Anlagenbetrieb im Unternehmen bleibt und dass Entscheidungen auf verifizierter Datengrundlage statt auf Bauchgefühl und Erinnerung beruhen.“

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