Welser Robotik-Team Dynamics holt WM-Sieg in der Rescue Robot League
In der brasilianischen Millionenmetropole Salvador konnte das oberösterreichische Robotik-Team Dynamics den Weltmeistertitel holen. Dynamics ist am Campus Wels der FH Oberösterreich beheimatet.
Dynamics hat es wieder getan: Nach einem Sieg beim Eurobot-Wettbewerb im französischen La Roche-sur-Yon, über den der brutkasten ebenfalls berichtete, holt das junge Team vom FH OÖ Campus Wels nun auch den Weltmeistertitel nach Österreich.
Über 60.000 Zuseher:innen waren am vergangenen Wochenende bei der RoboCup-Weltmeisterschaft in der brasilianischen Metropole Salvador und verfolgten die verschiedenen Roboterwettbewerbe. Neben Fußballrobotern, Haushaltsrobotern und Drohnen gab es auch Rettungsrobotik. Die global führenden Expert:innen im Rettungsrobotik-Bereich sitzen seit diesem Wochenende ganz offiziell in Oberösterreich.
Nicht nur Gold in der Gesamtwertung
Neben dem Sieg in der Gesamtwertung konnte Dynamics auch noch in den Spezialkategorien Autonomy (Selbstständigkeit) und Dexterity (Geschicklichkeit) gewinnen. Die Rettungs- und Bergungsaufgaben waren realitätsnah und schwierig zu lösen, heißt es. Das Welser Team habe hier mit „Innovationsgeist, Präzision und einem optimal abgestimmten Robotersystem“ punkten können. Durch die „herausragende Geländegängigkeit“ des Roboters sei man in der Lage gewesen, selbst schwierige Manipulationsaufgaben in engsten Räumen zu lösen, schwärmt Teamleiter Raimund Edlinger. Zudem konnte der Roboter alle Emergency Stop Buttons erfolgreich aktivieren und Kugelhähne sicher zudrehen. Das sei ein strategisch wichtiger Punktelieferant gewesen.
2026 wartet Südkorea
Der Dreifachsieg sei der bisher größte Erfolg, den die Oberösterreicher:innen in ihrer Geschichte einfahren konnten. Zudem war es der erste österreichische WM-Titel in dieser RoboCup-Kategorie. Auf ihren Lorbeeren wollen sich die Oberösterreicher aber nicht ausruhen. 2026 steht mit dem nächsten RoboCup in Südkorea bereits die nächste Weltmeisterschaft an. Hier wolle man den Titel natürlich erfolgreich verteidigen.
Ohne KI: BESS Invest soll Planungssicherheit für Batteriespeicher-Investments schaffen
Das Grazer Beratungsunternehmen Impeto Impact rund um Jim Lefébre bietet ein Tool zur Erlösmodellierung von Batteriespeichern. "BESS Invest" soll Entwicklern und Banken granulare Modellrechnungen für Investments liefern.
Ohne KI: BESS Invest soll Planungssicherheit für Batteriespeicher-Investments schaffen
Das Grazer Beratungsunternehmen Impeto Impact rund um Jim Lefébre bietet ein Tool zur Erlösmodellierung von Batteriespeichern. "BESS Invest" soll Entwicklern und Banken granulare Modellrechnungen für Investments liefern.
Ein Fully-Merchant-BESS (Battery Energy Storage System) ist ein Batteriespeicher, der seine Erlöse vollständig am freien Strommarkt erwirtschaftet, ohne langfristige Verträge, feste Einspeisevergütungen oder staatliche Garantien. Durch den steigenden Anteil an z.B. Photovoltaik und Windkraft kommt es im Netz häufig zu Überschussenergie und starken Preisschwankungen – etwa Negativpreisen zur Mittagszeit im Sommer. Speicherbetreiber:innen nutzen das für Arbitrage: Sie kaufen Strom, wenn er günstig ist, und verkaufen ihn, sobald die Preise wieder steigen. Zusätzlich lässt sich mit einer Batterie auch Regelenergie zur Netzstabilisierung anbieten.
Dieses Geschäftsfeld zeichnet sich zum einen durch hohe Gewinnchancen bei stark schwankenden Strompreisen, aber auch volles Risiko bei fallenden Marktpreisen oder geringer Volatilität aus. Hinzu kommt, dass ein Speicher gleichzeitig auf fünf Erlösmärkten agiert – darunter Day-Ahead und Regelenergie –, die permanent miteinander konkurrieren und sich gegenseitig Kapazitäten streitig machen. Diese unsichere Dynamik führt für Betreiber:innen wiederum zu erschwerten Finanzierungsmöglichkeiten bei Banken. Hier setzt Impeto Impact mit seinem Tool BESS-Invest an.
Modellrechnungen statt Live-Einsatz
„Man kann eigentlich immer nur in einem Markt handeln. Also muss man in der Modellierung entscheiden, in welchem Markt der Strom gekauft und verkauft wird, um letztlich einen plausiblen Business Case zu erteilen“, erklärt Jim Lefébre, Gründer von Impeto Impact. Sein laut eigenen Angben komplett eigenfinanzierte Produkt soll jetzt mehr Transparenz für Investor:innen bringen und setzt bei der Modellierung auf sogenanntes Forwardtesting. „Backtesting beantwortet, was gewesen wäre“, erklärt der Gründer. „Für eine Investitionsentscheidung mit 15 Jahren Laufzeit braucht der Markt eine Antwort auf das, was kommt.“
BESS Invest soll eine fünfjährige Markthistorie mit eigenen Projektionsannahmen zu Preistrends, Reserve-Erlösen und Volatilität verknüpfen. Laut Unternehmensangaben entstünden aus diesem Zusammenspiel simulierte Marktpfade in 15-Minuten-Auflösung – bis hinunter zum eigentlichen Lastprofil der Batterie. Das Modell würde dabei eine Ergebnisbandbreite vom konservativen bis zum optimistischen Szenario abbilden. Verändere sich die Marktlage, ließe sich dies über erneute Simulationen jederzeit anpassen. Dabei handelt es sich laut Lefèbre ausdrücklich um Modellrechnungen und Schätzungen zur Plausibilisierung, nicht um eine Live-Optimierung.
Ursprünglich entstand die Idee aus Lefèbres eigenem Beratungsgeschäft: Der Markt für Großspeicher sei dynamisch, die Kapitalmobilisierung stocke jedoch mangels Transparenz, so Lefèbres Erkenntnis. Gemeinsam mit Jonas Puck von der WU Wien wurde daraus zunächst das Whitepaper „Charging Ahead“ aus dem schlussendlich das Tool mithilfe von Pilotkund:innen aus dem Kreis großer Energieversorger hervorging.
Auf Künstliche Intelligenz wird verzichtet: „Wir arbeiten bei unseren Simulationen strikt ohne KI, weil eine KI auch halluzinieren kann“, so Lefèbre. Ein geschlossener Algorithmus soll stattdessen nachvollziehbare Ergebnisse hervorbringen.
Vor der Gründung war Lefèbre unter anderem ÖVP-Pressesprecher ehe er 2017 bis 2019 die Position des Pressesprechers im Justiz- und später im Finanzministerium übernahm. Anschließend war er in diversen Positionen für Montana Tech Components des Investors Michael Tojner, sowie den Batteriehersteller Varta tätig. Bis heute vertritt er zudem die von Tojner mitgegründete eXplore!-Initiative. Außerdem fiel Lefébre in der Vergangenheit beim brutkasten mit seinem Corona-Test-Startup auf.
Co-Location und Expansionspläne
Vertrieben wird BESS Invest im Lizenzmodell mit drei Paketstufen, wahlweise als Monatslizenz oder als Berechnungskontingent im 50er-Block. Bislang modelliert die Software den reinen Speicherbetrieb. Als nächsten Schritt will das Team die Integration von Co-Location-Projekten und Industrieanwendungen angehen. Außerdem plant Lefèbre die Expansion nach Deutschland und perspektivisch in Richtung Südosteuropa.
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