28.07.2025
ROBOTIK-WELTMEISTERSCHAFT

Welser Robotik-Team Dynamics holt WM-Sieg in der Rescue Robot League

In der brasilianischen Millionenmetropole Salvador konnte das oberösterreichische Robotik-Team Dynamics den Weltmeistertitel holen. Dynamics ist am Campus Wels der FH Oberösterreich beheimatet.
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Das Siegerteam Dynamics der FH Oberösterreich; v.l.n.r.: Raimund Edlinger, Benedikt Mayrhofer, Markus Ertl, David Oberngruber (c) FH OÖ

Dynamics hat es wieder getan: Nach einem Sieg beim Eurobot-Wettbewerb im französischen La Roche-sur-Yon, über den der brutkasten ebenfalls berichtete, holt das junge Team vom FH OÖ Campus Wels nun auch den Weltmeistertitel nach Österreich.

Über 60.000 Zuseher:innen waren am vergangenen Wochenende bei der RoboCup-Weltmeisterschaft in der brasilianischen Metropole Salvador und verfolgten die verschiedenen Roboterwettbewerbe. Neben Fußballrobotern, Haushaltsrobotern und Drohnen gab es auch Rettungsrobotik. Die global führenden Expert:innen im Rettungsrobotik-Bereich sitzen seit diesem Wochenende ganz offiziell in Oberösterreich.

Nicht nur Gold in der Gesamtwertung

Neben dem Sieg in der Gesamtwertung konnte Dynamics auch noch in den Spezialkategorien Autonomy (Selbstständigkeit) und Dexterity (Geschicklichkeit) gewinnen. Die Rettungs- und Bergungsaufgaben waren realitätsnah und schwierig zu lösen, heißt es. Das Welser Team habe hier mit „Innovationsgeist, Präzision und einem optimal abgestimmten Robotersystem“ punkten können. Durch die „herausragende Geländegängigkeit“ des Roboters sei man in der Lage gewesen, selbst schwierige Manipulationsaufgaben in engsten Räumen zu lösen, schwärmt Teamleiter Raimund Edlinger. Zudem konnte der Roboter alle Emergency Stop Buttons erfolgreich aktivieren und Kugelhähne sicher zudrehen. Das sei ein strategisch wichtiger Punktelieferant gewesen.

2026 wartet Südkorea

Der Dreifachsieg sei der bisher größte Erfolg, den die Oberösterreicher:innen in ihrer Geschichte einfahren konnten. Zudem war es der erste österreichische WM-Titel in dieser RoboCup-Kategorie. Auf ihren Lorbeeren wollen sich die Oberösterreicher aber nicht ausruhen. 2026 steht mit dem nächsten RoboCup in Südkorea bereits die nächste Weltmeisterschaft an. Hier wolle man den Titel natürlich erfolgreich verteidigen.

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Healthblokk
© Peter Crane - Shideh Heravi von HealthBlokk.

Für die Gründerin des Vorarlberger Startups HealthBlokk, Shideh Heravi, waren die vergangenen Monate von Unsicherheit geprägt. Der Krieg im Iran führte dazu, dass der Kontakt zu Familienmitgliedern und Teilen ihres Teams von einem Tag auf den anderen abriss. Gleichzeitig stand das Startup mitten in einer Finanzierungsrunde.

HealthBlokk-Founderin: „Ankerpunkte weg“

„Von einem Tag auf den anderen hatten wir keinen Kontakt mehr zu meiner Familie und auch nicht zu Teilen unseres Teams. Plötzlich waren zwei wichtige Ankerpunkte gleichzeitig weg“, erzählt Heravi im Gespräch mit brutkasten. „Ich habe mich gefragt: Warten wir ab? Machen wir weiter? Schließen wir vielleicht sogar?“

Trotz der schwierigen Situation entschied sich das Startup weiterzumachen. Die geopolitische Situation wirkte sich jedoch direkt auf das Unternehmen aus.

„Wir haben die Produktentwicklung für etwa zwei Monate gestoppt. In dieser Zeit lag unser Fokus auf Strategie, Partnerschaften und darauf, die Situation überhaupt zu bewältigen“, sagt Heravi.

Finanzierungsrunde im Gespräch

Mittlerweile sei der Kontakt zum Entwicklerteam (und zur Familie) wieder hergestellt. Ein Entwickler, der sich derzeit noch im Iran befindet, soll nach erfolgreichem Abschluss einer Finanzierungsrunde (zeitnah geplant) nach Österreich geholt werden.

Das Startup arbeitet an einer App, die Nutzer:innen dabei unterstützt, passende Lebensmittel und Gerichte entsprechend ihrer individuellen Unverträglichkeiten und Ernährungsbedürfnisse zu finden – brutkasten berichtete.

„Wir wollen eine intelligentere Discovery-App schaffen, die viel genauer beantworten kann, was jemand essen kann und was nicht“, erklärt Heravi. „Künftig soll ein KI-Agent jede Nutzerin und jeden Nutzer besser kennenlernen und Empfehlungen immer stärker personalisieren.“

In mehreren Sprachen

Besonders auf Reisen soll die Anwendung künftig mehr Unterstützung bieten. Geplant sind unter anderem lokale Sprachfunktionen, die es User:innen ermöglichen sollen, auch im Ausland einfacher passende Speisen zu finden.

„Wenn ich beispielsweise in Portugal bin, möchte ich in der jeweiligen Landessprache sofort verstehen können, was ich essen kann und worauf ich achten muss“, so Heravi.

Team wächst

Aktuell besteht das Team aus sechs Personen. Vier arbeiten Vollzeit für das Startup, zwei weitere unterstützen neben ihren Hauptberufen. Besonders stolz ist Heravi auf die Zusammenarbeit mit jungen Talenten.

© zVg – Shideh Heravi mit Teodora Markovic.

„Ich kann anderen Gründerinnen und Gründern nur empfehlen, schon sehr früh mit Studierenden und jungen Talenten zusammenzuarbeiten“, sagt sie. „Sie bringen neue Perspektiven mit und können langfristig zu den loyalsten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern werden.“

Für HealthBlokk steht nun zunächst der erwähnte Abschluss der Finanzierungsrunde im Fokus. Weitere Closings sind geplant, wobei sich die Gründerin mehr Frauen als Partnerinnen wünscht, wie sie sagt. Parallel dazu soll die Produktentwicklung wieder beschleunigt werden. Das langfristige Ziel bleibt unverändert: Menschen mit Unverträglichkeiten und speziellen Ernährungsbedürfnissen mithilfe von KI einfacher durch ihren Alltag zu begleiten.

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