23.04.2018

Welche Skills braucht eine gute Führungskraft?

Was zeichnet einen guten Vorgesetzten aus? Warum können manche ein Team hervorragend führen und andere tun sich so schwer damit. Im Gastbeitrag geben Experten des Personalmanagement-Consulting-Unternehmens Iventa einen Einblick in die wichtigsten Skills von Führungskräften.
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Die wenigsten Menschen sind von Beginn an Führungskraft. Die meisten beginnen als Mitarbeiter, werden dann Manager, leiten ein Team – und manche steigen zur Führungskraft auf. Iventa berät als Personalmanagement-Consulting-Unternehmen in Österreich viele Manager und Führungskräfte. Im Folgenden geben Expertinnen und Experten des Unternehmens Einblick in die alltägliche Praxis und verraten was jemand können muss, um ein Team gut zu führen.

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Hard Skills: Von Datenanalyse bis Wissensmanagement

Häufig wird zwischen Hard und Soft Skills unterschieden. Viele Studien zeigen, dass die Soft Skills zunehmend mehr an Bedeutung gewinnen. Doch natürlich sind auch Hard Skills wie Datenanalyse, Projektmanagement, Interpretationsfähigkeit, Change-Management, Unternehmensführung, allgemeine Digitalkompetenz und Social Media-Kenntnisse für Führungspersönlichkeiten von heute entscheidend. Wesentlich ist auch das Wissensmanagement. Dafür zu sorgen, dass das Wissen – auch bei einem Weggang – im Unternehmen bleibt und es so aufzubereiten, dass dieses alle einfach und schnell abrufen können, zeichnet gute Führungskräfte aus.

Soft Skills: Inspirieren, Mobilisieren und vor allem Zuhören

Iventa: Martin Mayer - Welche Skills braucht eine gute Führungskraft?
(c) Iventa: Martin Mayer

Die Gabe, verschiedene Teams zusammenzuführen und an der Schnittstelle eines Unternehmens für eine erfolgreiche Zusammenarbeit zu sorgen, ist eine sehr gefragte soziale Kompetenz in Unternehmen. Die Führungskraft sollte in der Lage sein, zu inspirieren und zu mobilisieren. „Ganz entscheidend sind bei den Skills eines guten Teamleaders Basisfähigkeiten wie richtiges Zuhören“, erklärt Martin Mayer, Managing Director von Iventa. Eine gute Führungskraft sollte einfach immer ein offenes Ohr für alle Mitarbeiter haben und zuhören können, was die Menschen zu sagen haben. Denn das ist von zentraler Bedeutung, um die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Durch richtiges Zuhören erfährt man viel. Denn gute Führungskräfte sind auch offen und daher in der Lage, Ideen der Mitarbeiter zu akzeptieren, aufzugreifen und anzuwenden. So gibt es nicht nur immer wieder frische Ideen, sondern genau diese Offenheit bildet den gegenseitigen Respekt und das Vertrauen zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern.

„Spread the fame and take the blame“ statt Kommandoton

Auch auf die Rhetorik kommt es an. Präsentieren und öffentliches Sprechen sollten sitzen. Den Mitarbeitern gegenüber sollte auf eine faire Sprache geachtet werden. Den Kommandoton sollte man sich gänzlich sparen. Prägnant auf den Punkt kommen, eine gekonnte Gesprächs- und Verhandlungsführung, ehrliches Handeln, vorhersehbare Reaktionen, kontrollierte Emotionen und jegliches Fehlen von etwaigen Wutanfällen sollten für Entscheider selbstverständlich sein. Lob ist Pflicht – das sollte der Grundsatz eines jeden Teamleaders sein. Es gilt, dort Anerkennung zu zollen, wo sie nötig ist. Und dieses Lob für Erfolge sollte so weit wie möglich auf Mitarbeiter verteilt werden. Auf der anderen Seite übernimmt eine gute Führungskraft die professionelle Verantwortung für Fehler. Das gibt nicht nur Sicherheit, sondern schweißt auch das Team zusammen – ganz nach dem Motto „Spread the fame and take the blame“.

Alle Meinungen hören, bevor man ein Urteil fällt

Fairness bedeutet andere mit gleichem Maß zu messen. Ein Anführer muss alle Meinungen hören, bevor er ein Urteil fällt und sollte daher vermeiden, Entscheidungen ohne die nötigen Daten zu treffen. Das Zuhören, auf die Menschen eingehen und die richtige Rhetorik machen die emotionale Intelligenz und soziale Kompetenz aus. Und diese hilft dabei die Mitarbeiter auf emotionaler und sozialer Ebene zu erreichen.

Querdenken und Visionen, die bewegen

Wenn Lösungen für komplexe Probleme gefragt sind, kommt man oft mit Althergebrachtem nicht wirklich weiter. Dann sind Lösungen gefragt, die Querdenken erfordern – eben kreatives Denken. Das heißt mal andere Wege gehen, nicht immer in den gleichen Mustern verharren, nach neuen Sichtweisen streben. Das erlaubt Menschen Dinge zu sehen, die andere noch nicht sehen. Genau durch richtiges Zuhören erkennt eine hervorragende Führungskraft auch die Bedürfnisse und Dinge, die Menschen antreiben und in Kombination mit gekonnter Rhetorik erzeugt das Visionen, die bewegen. Und diese machen einen guten Motivator aus. Wer eine Vision hat, muss diese auch umsetzen können. „Eine gute Führungskraft muss in der Lage sein, ihre Vision so zu kommunizieren, dass Kunden und Mitarbeiter daran glauben. Und diese sollte sie mit voller Leidenschaft vermitteln, um so andere anzustecken“, sagt Mayer.

Durchsetzungsvermögen ohne Aggresivität

Eine Führungskraft muss Durchsetzungsvermögen an den Tag legen, um die gewünschten Ergebnisse zu erhalten. Damit ist nicht Aggressivität gemeint, sondern die Fähigkeit die Erwartungen klar auszudrücken, um Missverständnisse zu vermeiden. Genauso gilt es zu verstehen, was die Mitarbeiter von ihrem Chef erwarten. Dazu ist reflektiertes Selbstbewusstsein und Selbstbeherrschung enorm wichtig. Und jede gute Führungskraft weiß, dass man nicht alles selbst machen kann und sollte daher delegieren können. Das ist erlernbar, indem man den anderen auch einfach mehr zutraut.

Erfolgreiche Führungskraft – „Alle Skills sind erlernbar“

In jeder Position ist es wichtig und noch wichtiger, wenn man nach Höherem strebt, nicht stehen zu bleiben, sich weiterzubilden, offen zu sein und viel zu lesen. Denn dadurch ist man einerseits informierter, erweitert seinen Horizont und bekommt viele neue Impressionen. „In unserer täglichen Arbeit sehen wir immer wieder, was erfolgreiche Führungskräfte auszeichnet. Das sind aber Fähigkeiten, die alle erlernbar sind. Die beschriebenen Tipps bieten einen guten Leitfaden dafür“, sagt Mayer.


Über Iventa

Iventa wurde 1991 als Full-Service-Mediaagentur für Personalanzeigen von Christiana Mayer gegründet. Heute ist Media Service (Personalwerbung) neben der Personalberatung, der Personal- und Organisationsentwicklung und dem Employer Branding einer von vier Unternehmensbereichen. Dabei unterstützt Iventa erfolgreiches Personalmanagement und findet die passenden Kandidatinnen und Kandidaten für Führungs- bis hin zu Spezialistenpositionen. Das Unternehmen wird heute von Martin Mayer geführt und beschäftigt über 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Iventa verfügt neben dem Hauptsitz in Wien über Standorte in Graz, Innsbruck, Linz und Salzburg.

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Elisabeth Zehetner (Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus) | Foto: Martin Pacher
Elisabeth Zehetner (Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus) | Foto: Martin Pacher / brutkasten

Er ist seit vielen Jahren einer der obersten Punkte auf der politischen Wunschliste der heimischen Startup-Szene: der Beteiligungsfreibetrag. Das Prinzip ist schnell erklärt: Man kann mit ihm Startup-Investments bis zu einem gewissen jährlichen Betrag von der Steuer absetzen. Das soll einen starken Anreiz schaffen, Risikokapital anderen Veranlagungsformen vorzuziehen und somit mehr privates Kapital für Startups mobilisieren.

Die genaue Ausgestaltung wäre bei einer möglichen Umsetzung Gegenstand politischer Verhandlungen. Die Forderungen aus dem Ökosystem gehen bis zu einem Betrag von 500.000 Euro pro Jahr, wie etwa in der „Vision 2030“ von invest.austria, AustrianStartups, Junge Wirtschaft und StartupNOW aus dem Jahr 2024. Großes internationales Vorbild ist das Vereinigte Königreich, das unter anderem dank eines solchen Modells konstant die mit Abstand höchsten Startup-Investment-Volumina Europas vorweist.

Bei der SPÖ nicht durchzubringen

Doch im Gegensatz zur anderen großen Forderung des heimischen Startup-Ökosystems, dem Dachfonds, der mittlerweile im Entstehen ist, schaffte es der Beteiligungsfreibetrag 2025 nicht ins schwarz-rot-pinke Regierungsprogramm. Hinter vorgehaltener Hand wird der Grund dafür in ÖVP-Kreisen klar benannt: Der Vorschlag sei beim Koalitionspartner SPÖ nicht durchzubringen. Im Frühling 2024, also noch in der Opposition, äußerte sich SPÖ-Chef Andreas Babler, konkret auf das Thema angesprochen, gegenüber brutkasten knapp, aber deutlich: „Steuerbegünstigungen für private Investoren, die in der Regel zu den Top 1 Prozent der Einkommens- und Vermögensverteilung zählen, sind keine Priorität der SPÖ.“

Für Zehetner „nächster logischer Schritt“

On the record ging man dem Thema in der ÖVP seit der Regierungsbildung 2025 dagegen mit Verweis auf die Koalitionsvereinbarung lieber aus dem Weg. Bis jetzt. Denn Startup-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner forderte den Beteiligungsfreibetrag nun via LinkedIn-Posting offen ein. Nach dem Dachfonds wäre dieser, „der nächste logische Schritt“, schreibt sie und führt eine EcoAustria-Studie und internationale Vorbilder ins Treffen.

Unverhoffte Schützenhilfe in der Diskussion

Doch woher kommt der plötzliche Mut zur offenen Forderung entgegen dem koalitionären Konsens? Zehetner bekam Anfang dieser Woche eine Steilvorlage aus Deutschland, über die auch brutkasten berichtete. Dort war es nicht etwa CDU-Wirtschaftsministerin Katherina Reiche, sondern mit Lars Klingbeil der amtierende SPD-Chef, Vizekanzler und Finanzminister, der Steuererleichterungen für Startup-Beteiligungen aufs Tapet brachte.

„Deutschland will mehr privates Kapital für Startups mobilisieren. Österreich sollte das auch tun“, schreibt Zehetner und verweist direkt auf die Ankündigung des SPD-Chefs. Das argumentative Kalkül dahinter liegt auf der Hand: Gegen den Vorstoß des deutschen Parteigenossen, dessen Schützenhilfe für Zehetner wohl unverhofft kam, lässt sich in der österreichischen Sozialdemokratie deutlich schwerer argumentieren, als gegen die Dauerforderung aus der liberalen Ecke. Ob dadurch tatsächlich eine offene Diskussion innerhalb der Koalition angestoßen wird, ist freilich zu bezweifeln.

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