02.03.2021

Weintanten: Wiener Startup liefert Wein noch am selben Abend

Das Wein-Lieferservice entstand im ersten Lockdown. Inzwischen gibt es Expansionspläne.
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Weinflaschen
Symbolfoto | Foto: Adobe Stock

Frühjahr 2020, erster Lockdown: Viele Winzer erleiden einen plötzlichen Umsatzeinbruch. Und das, obwohl die Nachfrage nach Wein eigentlich sogar steigt. Für Julia Panholzer war das der Anlass, ein weiteres Geschäftsfeld zu eröffnen. Bis dahin hatte sie sich mit ihrer GoodWine Agency auf die Gestaltung von Weinetiketten spezialisiert. Gemeinsam mit ihrem Geschäftspartner Balázs Vernes und holte sie Marketing-Expertin Sophia Szabo an Bord und startete das Wein-Lieferservice-Startup Weintanten.

Angeboten werden vorwiegend heimische Weine, die nicht im Lebensmittel-Einzelhandel zu finden sind, sondern üblicherweise vorwiegend über die Gastronomie vertrieben werden. Dazu kommen Alkohol-Spezialitäten von Drink-Startups. Kunden sollen zudem das Sortiment über Umfragen auf den Social-Media-Kanälen und durch die Mitteilung persönlicher Wünsche an die Weintanten Panholzer und Szabo auch bis zu einem gewissen Grad mitbestimmen können . So seien derzeit Bio- und histaminfreie Weine besonders beliebt. Das Versprechen der Weintanten – vorerst nur in Wien und von Dienstag bis Samstag: Wer bis 18 Uhr bestellt bekommt die Weine noch am selben Abend bis spätestens 21 Uhr geliefert. Und zwar derzeit noch persönlich von den beiden Gründerinnen.

Weintanten wollen nach Westösterreich expandieren

Nun habe man Expansionspläne über die Hauptstadt hinaus, heißt es vom Startup in einer Aussendung: „Wir dienen, unter anderem, als Plattform für kleine Weingüter. Der Fokus auf heimische Betriebe ist wichtiger denn je und das hat in ganz Österreich Vorrang, damit hört es nicht bei Wien auf“. Der Ausbau in weitere Bundesländer sei in Planung, konkret stehe Salzburg im Raum. Dort sei der Zusammenschluss mit einem Lebensmittel-Liefer-Startup in der Region Mondsee geplant. Und man suche – derzeit mit Fokus auf Westösterreich – weitere Partner. „Jedes Bundesland, welches nicht selbst Wein anbaut, ist für uns natürlich besonders interessant“, meint Julia Panholzer.

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(c) x-tention / syndena

In den Kliniken liegt medizinisches Wissen aus Jahrzehnten überwiegend als Freitext vor. Für systematische Auswertungen und Forschung ist es damit nur mit erheblichem manuellem Aufwand nutzbar. Genau hier setzt syndena an: Das Unternehmen wandelt gewachsene klinische Dokumentation über einen KI- und NLP-gestützten Prozess mit menschlicher Qualitätssicherung in eine konsistente, interoperable Datenbasis um. Die so entstehenden Real World Data sollen laut Aussendung klinische Forschung und Versorgungsanalysen unterstützen, ohne die klinische Beurteilung zu ersetzen. Möglich werden sollen dadurch ein besseres Verständnis der Wirksamkeit von Therapien in der Versorgung sowie eine breitere Patientenrepräsentation.

Health-IT-Gruppe mit rund 850 Beschäftigten

Mit der nun verkündeten Mehrheitsübernahme erweitert x-tention sein Lösungsportfolio im Umfeld klinischer Daten. Die 2001 von Herbert Stöger gegründete Gruppe ist tief im Bereich Gesundheits-IT verankert: Sie deckt unter anderem Datenmanagement, ELGA, Konnektivität und Managed Services ab und betreut nach eigenen Angaben mehr als 1.000 Kunden im Gesundheitswesen. Heute beschäftigt x-tention rund 850 Mitarbeiter:innen in Österreich, der Schweiz, Deutschland und England sowie in einem Office im Silicon Valley. Erst im Mai berichtete brutkasten über das von x-tention mitgegründete Cybersecurity-Startup SecurITe, das eine Seed-Runde im niedrigen zweistelligen Millionenbereich abschloss (brutkasten berichtete).

syndena bleibt in Innsbruck verankert

Der Hauptsitz von syndena bleibt laut Aussendung in Innsbruck, auch Forschung und Entwicklung sollen weiterhin von Tirol aus vorangetrieben werden. Zugleich soll die Partnerschaft dem Unternehmen die überregionale und internationale Skalierung der Technologie ermöglichen. Zu Kaufpreis und genauer Beteiligungshöhe machen die Unternehmen keine Angaben.

Vorbereitung auf den European Health Data Space

Hintergrund der Beteiligung ist der European Health Data Space (EHDS): Ab 2029 gelten erste zentrale Bestimmungen, darunter Regeln für die Sekundärnutzung der meisten Kategorien elektronischer Gesundheitsdaten. x-tention will österreichische Gesundheitseinrichtungen nach eigenen Angaben frühzeitig anschlussfähig an den Europäischen Gesundheitsdatenraum machen.

„Gesundheitsdaten sind das wertvollste und sensibelste Gut im System. Mit dem European Health Data Space rückt der verantwortungsvolle Umgang damit jetzt europaweit in den Fokus, und genau dafür holen wir syndena an Bord“, sagt Herbert Stöger, Geschäftsführer von x-tention.

Datenhoheit bleibt bei den Einrichtungen

Die Datenverarbeitung erfolgt laut den Unternehmen pseudonymisiert, die Datenhoheit verbleibt demnach bei der jeweiligen Einrichtung: Für Forschung und multizentrische Auswertungen werden Daten nur nach deren Freigabe bereitgestellt. Auf dieser Grundlage sollen auch Kooperationen mit Forschungs- und Life-Science-Partnern stattfinden. x-tention positioniert die Beteiligung zudem ausdrücklich als Gegenmodell zur Abhängigkeit von außereuropäischen Datenplattformen: europäisch, DSGVO-nativ und auf souveräner IT-Infrastruktur basierend.

„In den Krankenhäusern liegt ein jahrzehntelanger Wissensschatz, der bisher nur mit erheblichem Aufwand nutzbar ist. Wir machen ihn für Versorgung und Forschung systematisch nutzbar, ohne dass die Einrichtungen die Kontrolle über ihre Daten verlieren“, sagt Roman Weger, CEO von syndena.

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