31.07.2025
PERSONALIE

wefox Austria holt Stephan Ehrenfeldner von Allianz ins Management-Team

Der Österreicher war seit 2013 für den Versicherungskonzern Allianz tätig und wird nun COO der neu gegründeten wefox Austria Holding GmbH.
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Stephan Ehrenfeldner | (c) wefox Austria
Stephan Ehrenfeldner | (c) wefox Austria

Das Berliner InsurTech-Unicorn Wefox verstärkt das Führungsteam seiner Österreich-Tochter. Der Österreicher Stephan Ehrenfeldner wird Chief Operating Officer (COO) der neu gegründeten wefox Austria Holding GmbH und soll zudem Rene Besenbäck und Lukas Lindenhofer operativ im Geschäftsführungsteam der wefox Austria GmbH unterstützen.

Stephan Eherenfeldner zuletzt seit 2013 bei Allianz

Ehrenfeldner hat Betriebswirtschaft an der WU Wien studiert und war sei 2013 in verschiedenen Positionen sowohl in Deutschland als auch in Österreich für den deutschen Versicherungskonzern Allianz tätig. Zuletzt war er ab August 2022 Bereichsleiter des Market Managements und Mitglied des Extended Management Teams der Allianz Elementar Versicherungs AG in Wien. Daneben bekleidete er ein Aufsichtsratsmandat bei der Allianz Vorsorgekasse AG und ist Mitglied des Vorstands im Finanz Marketing Verband Österreich.

Fokus auf Prozessmanagement, Betriebsorganisation und Digitalisierung

Bei wefox Austria liegt Ehrenfeldners Fokus nun in den Bereichen Prozessmanagement, systemische Betriebsorganisation und Weiterentwicklung der Digitalisierungsstrategie. „Ich bin davon überzeugt, dass er die über Jahre bei der Allianz gewonnen Kompetenzen in den Bereichen Betriebsorganisation und Prozessmanagement bestmöglich einbringen und unseren Wachstumspfad dadurch auch nachhaltig sowie maßgeblich mit beeinflussen wird“, kommentiert Rene Besenbäck, wefox Austria Country Head und zudem Chief Commercial Officer (CCO) in der neu gegründeten wefox Austria Holding.

wefox Austria mit derzeit 283 Makler-Partnerunternehmen in Österreich

Wefox Austria arbeitet mit seinem Versicherungsportal in Österreich mit 283 regionalen Makler-Partnerunternehmen und 708 aktiven Versicherungsexpert:innen zusammen. Man befinde sich auf einem „sukzessiven Wachstumskurs“, heißt es vom Unternehmen. „Ich freue mich wirklich sehr, die Zukunft und den erfolgreichen Wachstumskurs von wefox in Österreich künftig mitzugestalten und meine Erfahrung in ein innovatives InsurTech einbringen zu dürfen“, sagt Stephan Ehrenfeldner über seine neue Rolle.

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Noxtua-Gründer Leif-Nissen Lundbæk und Manz-Geschäftsführerin Susanne Stein-Pressl | © Kidizin Sane
Noxtua-Gründer Leif-Nissen Lundbæk und Manz-Geschäftsführerin Susanne Stein-Pressl | © Kidizin Sane

Das Berliner Legal-Tech-Scaleup Noxtua hat seine Series-C-Finanzierungsrunde mit einem Volumen von mehr als 100 Millionen Euro abgeschlossen. Es ist die bislang größte Geldspritze für ein Rechts-KI-Unternehmen in Deutschland. Im Zuge der Kapitalerhöhung übernimmt der deutsche Fachverlag C.H.Beck die Mehrheit an dem Unternehmen, während die Wiener Manz’sche Verlags- und Universitätsbuchhandlung als neuer Investor einsteigt.

Susanne Stein-Pressl, geschäftsführende Gesellschafterin bei Manz, ordnet den Schritt in die Unternehmensgeschichte ein: „Seit mehr als 40 Jahren nimmt Manz eine Pionierrolle in der Digitalisierung des Rechtswesens ein“. Das Investment sei vor diesem Hintergrund eine konsequente Fortführung der eigenen Digitalisierungsstrategie. „Deshalb ist für uns die Investitionsrunde der nächste logische Schritt“, so Stein-Pressl.

Manz mit langer Digitalisierungs-Geschichte

Für den 1849 in Wien gegründeten Fachverlag fügt sich die Beteiligung in eine Reihe bestehender Innovationen ein. Manz führte bereits 1986 die Rechtsdatenbank (RDB) in Österreich ein und stellte Anfang 2025 mit „Genjus KI“ einen eigenen Rechercheassistenten vor. Seit 2025 kooperiert der Verlag zudem operativ mit Noxtua an der Lösung „Manz-Noxtua“, um Fachinformationen auf einer gemeinsamen Plattform zu bündeln.

Mit dem Einstieg will das Wiener Verlagshaus die Qualitätsstandards juristischer Inhalte auch im KI-Zeitalter sichern. „Vertrauenswürdige Inhalte der Rechtsverlage bilden dabei schon immer das Fundament, auf dem Rechtsexpertinnen und -experten in ganz Europa arbeiten und das es zu schützen gilt“, betont Stein-Pressl. Als Verlag sehe sich Manz als Garant für die Wahrung dieser Qualität.

Gesellschafterkreis von Noxtua formiert sich um

Die Mehrheit der Anteile liegt nach dem Abschluss der Runde bei C.H.Beck. Der Münchner Traditionsverlag war bereits im April 2025 bei der Series B als Hauptinvestor eingestiegen. Klaus Weber aus der Gesamtgeschäftsführung von C.H.Beck begründet die Aufstockung mit den Veränderungen im Markt: „Die Verbindung qualitativ hochwertiger Daten mit innovativer KI-Technologie ist das Erfolgsrezept in einem sich rasch wandelnden Markt“. Zudem betont er die strategische Ausrichtung der Partner: „Für uns als Traditionsverlag ist dieses Engagement gemeinsam mit Manz auch eine Investition in die Zukunft des Rechts“.

Parallel zum Wechsel der Mehrheitsbeteiligung wird die Gesellschafterstruktur neu geordnet. Bisherige Wagniskapitalgeber wie die Global Brain Corporation, der KDDI Open Innovation Fund sowie Einzelinvestor Dominik Schiener scheiden als Eigner aus. Auch die Wirtschaftskanzleien CMS und Dentons geben ihre Anteile ab, verbleiben aber laut Unternehmensangaben als Ankerkunden. CMS hatte die Entwicklung der Software 2024 mitinitiiert.

Internationale Expansion

Noxtua wurde 2017 auf Basis von Forschung an der Universität Oxford und dem Imperial College London von Leif-Nissen Lundbæk und Michael Huth gegründet. Nach Unternehmensangaben beschäftigt das Scaleup derzeit rund 100 Mitarbeiter:innen an sechs europäischen Standorten – darunter Berlin, Paris, Stockholm, Zagreb, München und Fribourg – und kommt auf mehr als 30.000 Nutzerinnen und Nutzer.

Das frische Kapital soll laut Aussendung vor allem in die Weiterentwicklung der spezialisierten Arbeitsbereiche sowie in die Expansion in weitere europäische Märkte fließen. Die Software deckt typische juristische Arbeitsabläufe wie Recherche, Analyse und Dokumentenerstellung ab und greift dabei auf Daten lizenzierter Fachverlage zurück.

Leif-Nissen Lundbæk, CEO und Gründer von Noxtua, kommentiert den Abschluss der Runde: „Wir entwickeln Noxtua basierend auf den exklusiven Inhalten führender Fachverlage vom ganzen Kontinent und haben so u.a. bereits Europas größte Rechtsdatenbank und Europas größtes Netzwerk unabhängiger Rechtsverlage aufgebaut“. Die Vertiefung der Partnerschaft ordnet er als Signal ein: „Die gemeinsame Investition von C.H. Beck und Manz in Noxtua ist deshalb auch ein starkes Zeichen an den Markt“.

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