01.07.2015

Website per Baukasten-System: Jimdo räumt deutschen Gründerpreis ab

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© Jimdo: Die drei Jimdo Gründer. V.l.n.r.: Christian Springub, Fridtjof Detzner, Matthias Henze.

Bereits in der Schule programmierten die beiden Jimdo-Gründer Fridtjof Detzner und Christian Springub Websites und betrieben eine kleine Internetagentur. Da sie allerdings noch zu jung waren, um den Beruf ausüben zu dürfen, mussten die Eltern helfen: „Sie mussten das Gewerbe anmelden weil wir noch minderjährig waren.“ Bereits damals nervte die Kinder das mühsame Programmieren und die ewig langen Codes. „Wir wollten beim Editieren sofort sehen, wie es hinterher aussieht“, meinen sie heute.

Der Rest ist Geschichte. Am Bauernhof der Eltern von Detzner wurde schließlich nach dem Abi das erste Büro „bezogen“ und dort begannen sie an der ersten Version von Jimdo zu arbeiten – Jimdo, das ist eine Plattform, auf der man per Baukastensystem Webseiten erstellen kann. In wenigen Schritten und ohne Vorkenntnisse kann auf der Online Plattform jeder kostenlose Webseiten erstellen.

Damals wurden die Nächte durchgearbeitet, um am nächsten Tag mit der Mutter zu frühstücken, bevor es für ein paar Stunden ins Bett ging. Inzwischen war auch der Dritte im Bunde, Matthias Henze dazu gekommen. Jener Gründer, den der Brutkasten bereits auf der NOAH-Konferenz in Berlin kennengelernt hat. Auf der NOAH fragte er in den vollen Zuhörersaal im Berliner Tempodrom: „Wer von Euch hat schon einmal Jimdo verwendet?“- und nur wenige Hände blieben unten. Der Erfolg gibt den Junggründern recht: Über 15 Millionen Webseiten wurden weltweit bereits mit Jimdo erstellt. Wenige Stunden vor der NOAH gaben die drei auch ein Investment von US-Venture Capital Spectrum in der Höhe von 25 Millionen Euro bekannt.

Ihr Angebot ist inzwischen in neun Sprachen nutzbar. Heute befinden sich Büros in in Hamburg, San Francisco und Tokio. Jimdo zählt zu den Marktführern der Branche.

„Wer eine Homepage braucht, kommt an Jimdo nicht vorbei“, meinen die Experten des Deutschen Gründerpreises, die auch die „Kreativität, Innovationsbereitschaft und Professionalität der Gründer“ lobten. Die drei erhalten daher den Deutschen Gründerpreis 2015 in der Kategorie „Aufsteiger“.

Die Junggründer haben Jimdo bis jetzt mit wenig externem Kapital aufgebaut: „Wir sind sehr stolz darauf, dass wir Jimdo mit lediglich 500.000 Euro Fremdkapital so weit aufgebaut zu haben”, so Matthias Henze in einem früheren Interview.

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fonio
© fonio/canva - Alexander Brix.

Das Scaleup fonio.ai von Daniel Keinrath und Matthias Gruber ist eines der aufstrebendsten Startups Österreichs. Im Juni sicherte man sich ein 14,6 Millionen Euro Seed-Investment und knackte rund zwei Monate später die 10-Mio.-ARR-Marke. Am AustrianStartups Summit verkündete CCO Alexander Brix gegenüber brutkasten die nächsten Ziele. Und die sind ambitioniert.

fonio: Globaler Rollout

Fonio.ai möchte im kommenden Jahr seine Präsenz global ausbauen. „Wir wollen 20 neue Märkte in Nord Amerika und Europa aufgreifen“, sagt Brix. „Wir streben aber auch Asien an, um auf der globalen Landkarte präsent zu bleiben und eine global führende Marke aus Wien heraus aufzubauen. Auch ein Büro in New York ist geplant. Das größte Risiko für uns ist momentan, langsamer zu werden und unsere schnelle Arbeitskultur zu verlieren.“

Mehr Arbeitskraft geplant

In diesem Sinne möchte das Wiener KI-Startup 2027 auch 300 neue Mitarbeiter:innen einstellen und schielt schon, zumindest peripher, auf einen Decacorn-Status hin. Eine genaue Timeline dafür hat das Team nicht, aber das Mindset dafür wohl bereits inhaliert, wenn Brix sagt: „Es ist kein Status, auf den man hinarbeitet, sondern man möchte einen guten Job machen und das Produkt in möglichst viele Unternehmen bringen. Dass man dann vielleicht Decacorn wird, ist ein Nebeneffekt. Einen Zeitrahmen, bis wir das schaffen, haben wir uns nicht gesetzt, aber es ist unsere Ambition einen Global Player zu bauen und sicherzustellen, dass der ‚AI Communication Layer‘ aus Europa kommt und nicht von amerikanischen oder vielleicht chinesischen Unternehmen besetzt wird. Wer die Kommunikation beherrscht, der hat sehr viel Macht. Und wir wollen diese Macht auf jeden Fall in Europa halten. Das heißt, um das zu schaffen, ist es der natürliche Weg, dass wir ein Decacorn werden.“

Series-A steht an

Auf diesem Weg habe man aktuell ein Angebot entwickelt, das mittlerweile sämtliche textbasierten Kommunikationskanäle sowie Telefonsysteme in Form von PBX umfasse. Damit könne man die gesamte „Communication Suite“ mittelständischer Unternehmen bereits vollständig abdecken, erzählt Brix von einer weiteren Neuerung. Eine andere Neuigkeit betrifft die Finanzierung. Zwar gibt sich Brix dazu etwas bedeckt, lässt aber fallen, dass man kurz vor einer Series-A-Finanzierung stehe. Details sollen im kommenden Jahr folgen.

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