24.09.2025
PERSONALIE

WeAreDevelopers: Naida Vikalo wird COO

Das Wiener Unternehmen mit seiner Plattform für IT-Talente und KI-Spezialist:innen verstärkt sein Führungsteam: Naida Vikalo wird neue Chief Operating Officer (COO) von WeAreDevelopers.
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Naida Vikalo (COO, WeAreDevelopers) Foto: WeAreDevelopers

Im Juli dieses Jahres kündigte WeAreDevelopers an, seinen World Congress ab 2026 zusätzlich zu Berlin auch in Nordamerika auszurichten (brutkasten berichtete). Mit der Ernennung von Naida Vikalo zur COO unterstreicht das Unternehmen nun seine Ambitionen, die internationale Expansion weiter voranzutreiben.

Vikalo ist seit 2017 Teil des Unternehmens, das 2015 mit der ersten Developer Conference in Wien an den Start ging. In ihrer neuen Funktion wird sie eine Rolle bei der globalen Wachstumsstrategie spielen, insbesondere bei der Weiterentwicklung der Leitveranstaltungen in Europa, Nordamerika und Asien. Dabei arbeitet sie eng mit dem Executive Chairman Benjamin Ruschin, CEO Sead Ahmetovic, CCO Rudi Bauer und CPO Thomas Pamminger zusammen.

Erfolgreiche Stationen im Unternehmen

Zuvor war Vikalo bei WeAreDevelopers im Bereich Business Development und Marketing tätig, ehe sie als Chief of Staff ins CEO-Office wechselte. In dieser Rolle prägte sie die strategische Ausrichtung und operative Entwicklung des Unternehmens.

„Wir freuen uns sehr, Naida als COO in unserem Führungsteam zu begrüßen. Sie hat in den vergangenen Jahren entscheidend zu unserem Erfolg beigetragen. Mit ihrem strategischen Denken und ihrer Führungskompetenz ist sie genau die Richtige, um unsere Position als zentrale Plattform für Tech-Talente weltweit weiter auszubauen.“ sagt Sead Ahmetovic, CEO von WeAreDevelopers.

Internationaler Hintergrund

Naida Vikalo wurde in Norwegen geboren, wuchs in Bosnien und Herzegowina auf und studierte mit einem Vollstipendium in den USA. Heute pendelt sie zwischen Wien und San Francisco. Ihre Karriere entwickelte sie an der Schnittstelle von Startups und internationalen Tech-Unternehmen mit Fokus auf globales Business Development. Sie ist Alumna der University of Florida, Teil des Shelby Davis United World College Scholars Programms sowie Absolventin mehrerer Programme der US-amerikanischen und britischen Botschaften, darunter dem Global Entrepreneurship Summit India.

„Die Zahl der Softwareentwickler:innen und KI-Spezialist:innen wird sich durch den rasanten technologischen Fortschritt in den kommenden Jahren vervielfachen. Unsere Mission ist es, allen Tech-Talenten das Wissen, die Werkzeuge und das Netzwerk bereitzustellen, um ihre berufliche und persönliche Entwicklung zu fördern. Diese Aufgabe ist nicht nur für unsere Branche, sondern für die gesamte Gesellschaft von zentraler Bedeutung. Ich freue mich sehr, diese Mission in meiner neuen Rolle als COO gemeinsam mit unserem Team voranzutreiben.“ sagt Naida Vikalo.

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Teamfoto Klartext AI | (c) Leandra Schurz Photography

Elektronikprodukte enthalten wertvolle Rohstoffe, werden aber häufig so entwickelt, dass sie sich nicht einfach reparieren, wiederverwenden oder recyceln lassen. Das Wiener Startup Klartext AI will mit Künstlicher Intelligenz dazu beitragen, das zu ändern. Das 2025 gegründete Unternehmen entwickelt KI-Lösungen für unterschiedliche Anwendungsbereiche, darunter doclarity, ein Tool zur Erstellung barrierefreier PDF-Dokumente. Im Rahmen des Eureka-Forschungsprojekts „ManageR“ entwickelt es einen KI-Assistenten, der Elektronikhersteller bei Entscheidungen zur Kreislaufwirtschaft unterstützen soll. Dafür erhält Klartext AI eine Förderung von rund 250.000 Euro von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG).

Das Projekt startete am 1. Oktober 2026 und läuft über drei Jahre. Klartext AI ist dabei für die KI-Technologie zuständig und entwickelt den sogenannten ‚ManageR Copilot‘. Dieser soll Informationen über Produkte, Materialien und gesetzliche Vorgaben zusammenführen und daraus Handlungsempfehlungen ableiten.

KI soll Reparatur und Wiederverwendung bewerten

Im Mittelpunkt von ManageR steht ein digitales Bewertungs- und Optimierungstool. Dieses soll Unternehmen dabei helfen, für einzelne Produkte und Komponenten geeignete Kreislaufstrategien zu finden. Dabei geht es beispielsweise um die Frage, ob Bauteile repariert, wiederverwendet, aufbereitet oder recycelt werden sollten. Die Software soll in unterschiedlichen Phasen des Produktlebenszyklus zum Einsatz kommen – etwa bei der Entwicklung oder im Einkauf. Je nach Lebenszyklusphase soll das System unterschiedliche Handlungsmöglichkeiten aufzeigen. Neben ökologischen Faktoren soll dabei auch die Wirtschaftlichkeit berücksichtigt werden.

Eine Herausforderung ist dabei die Vielzahl an benötigten Informationen. Dazu zählen etwa Produktstücklisten, Materialdaten, regulatorische Anforderungen und branchenspezifisches Fachwissen. Diese Informationen sind häufig auf unterschiedliche Systeme und Abteilungen verteilt oder liegen bei einzelnen Experten. Das Wiener Startup entwickelt deshalb ein KI-Agentensystem samt Benutzeroberfläche, das die Daten verknüpfen soll. Ein besonderer Schwerpunkt liegt laut Anna Poledna, Business Development bei Klartext AI, auf der Nachvollziehbarkeit: Nutzer sollen erkennen können, auf welchen Informationen und Quellen die Vorschläge beruhen. Technologisch setzt das Startup dafür unter anderem auf Wissensgraphen und Multi-Agenten-Systeme.

Eine Rolle bei der Entstehung des Projekts spielten laut Poledna auch neue EU-Vorgaben. Die Ökodesign-Verordnung (ESPR) soll unter anderem die Langlebigkeit und Reparierbarkeit von Produkten verbessern. Der Digitale Produktpass soll künftig Informationen zu Materialien, Reparaturmöglichkeiten und Umweltauswirkungen verfügbar machen.

Zusammenarbeit mit Fraunhofer und Industrieunternehmen

An ManageR sind neben Klartext AI das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA), die Universität Stuttgart sowie die deutschen Unternehmen ifm und Ansmann beteiligt. Fraunhofer koordiniert das Projekt und entwickelt unter anderem ein Bewertungsmodell, während die Universität Stuttgart ihre Expertise in der Ökobilanzierung einbringt. Die beiden Industrieunternehmen stellen ein 3D-Kamerasystem und ein Ladegerät zur Verfügung, an denen die Technologie getestet werden soll.

„Für uns ist es großartig, dass wir unsere KI-Forschung direkt in die Anwendung bringen können. In ManageR entwickeln wir gemeinsam mit führenden Forschungseinrichtungen neue Methoden und testen sie gleichzeitig an echten Industrieprodukten“, sagt Poledna.

Nach Abschluss des Forschungsprojekts im September 2029 soll die Technologie laut Poledna kommerziell angeboten werden. Geplant ist, sie künftig auch für weitere Elektronikprodukte einzusetzen. Wie breit das System anwendbar sein wird, hängt insbesondere von der Verfügbarkeit entsprechender Daten ab.

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