17.01.2023

Waterdrop: Tennis-Superstar Novak Djokovic investiert mehrere Millionen Euro in Wiener Scaleup

Exklusiv: Der serbische Tennis-Superstar Novak Djokovic wird beim Wiener Microdrink-Scaleup Waterdrop nicht nur globaler Markenbotschafter, sondern beteiligt sich auch selbst am Unternehmen. Waterdrop-CEO Martin Murray erzählte brutkasten, wie der Deal zustande kam.
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Novak Djokovic wird Waterdrop-Ambassador und Investor
Novak Djokovic wird Waterdrop-Ambassador und Investor | Foto: Waterdrop

Das 2016 gegründete Wiener Scaleup Waterdrop ist mit seinen zuckerfreien Brausewürfeln seit Jahren erfolgreich – und hat auch bereits mehrere internationale Investoren ins Unternehmen geholt. Jetzt kommt ein besonders prominenter dazu: Tennis-Superstar Novak Djokovic. Er wird nicht nur Markenbotschafter von Waterdrop, sondern investiert auch selbst in das Scaleup – und zwar mehrere Millionen Euro, wie Waterdrop-CEO Martin Murray dem brutkasten bestätigte.

Mit Djokovic wolle man gemeinsam den Kampf gegen „ungesunde zuckerhaltige Getränke in Plastikflaschen“ aufnehmen, kündigte das Unternehmen nun an. „Ich habe mich entschieden, die Verantwortung für meine Entscheidungen als Sportler, als öffentliche Person, aber auch als Vater zu übernehmen und die Verwendung dieser abgefüllten Getränke nicht mehr zu fördern“, kommentierte der serbische Tennis-Superstar in einer Aussendung die Zusammenarbeit.

Waterdrop-CEO: Mit Djokovic „sofort auf einer Wellenlänge gewesen“

Waterdrop-CEO Martin Murray erzählte gegenüber dem brutkasten, wie der Deal zustande kam: „Wir sind mit unserem Sport-Partner WWP im Dezember nach Marbella gereist, weil Novak dort trainiert hat. Er hatte eigentlich nur eine Stunde Zeit, unser Termin hat aber über vier Stunden gedauert.“ Der Tennis-Super sei „extrem interessiert an Ernährung und Medizin“.

Er sei auch sofort auf einer Wellenlänge gewesen, was die Getränke der Zukunft angehe. „Nach dem Meeting war klar, er will sofort investieren und uns helfen, global richtig groß zu werden“, sagt Murray gegenüber dem brutkasten. „Mir war nach dem Treffen völlig klar, warum er seit Jahren dort steht, wo er steht. Er überlässt nichts dem Zufall und ist ein absoluter Winner-Typ“.

Djokovic wird Waterdrop-Logo tragen

Martin Murtay, CEO und Gründer, Christoph Hermann, CDO und Mitgründer, Henry Murray, CMO und Mitgründer | (c) Waterdrop
Martin Murray, CEO und Gründer, Christoph Hermann, CDO und Mitgründer, Henry Murray, CMO und Mitgründer | (c) Waterdrop

Djokovic wird künftig das Waterdrop-Logo auf seinem linken Arm tragen. „Außerdem wird er überall unsere Flaschen verwenden, auf Plastikflaschen verzichten und unsere Drops nutzen, wo er kann“, sagt Murray weiter. Doch auch abseits dessen wird sich Djokovic einbringen, wie der Waterdrop-CEO verrät: „Er wird sich, wenn möglich, in Calls einwählen und will auch bei unserer Sport-Marketing-Strategie sowie im Research & Development mitreden“. Geplant sei auch, mit Djokovic Produkte zu entwickeln – gemeinsame Sport-Editionen und möglicherweise auch eigene Designs.

Djokovic sei „generell extrem interessiert, passioniert und reflektiert“. Der Tennis-Superstar denke langfristig und wolle Waterdrop auch nach seiner aktiven Karriere weiter helfen, sagt Murray.

Djokovic ist nicht der erste Tennisspieler, mit dem Waterdrop zusammenarbeitet: Das Unternehmen unterhält auch Partnerschaften mit Danielle Collins und Taylor Fritz. „Viele Athleten und auch Turniere haben erkannt, dass wir eine Marke der Zukunft sind und vor allem, dass wir helfen können, diese ganzen Plastikflaschen loszuwerden“, sagt Murray.

Mehr als 2 Mio. Kund:innen

Waterdrop hat nach eigenen Angaben mehr als 2 Mio. Kund:innen, ist in 20.000 Geschäften verfügbar und unterhält in Europa, den USA und Singapur insgesamt 40 eigene Läden. Das Team des Scaleups umfasst über 300 Personen.

Zuletzt hatte das Unternehmen im Jänner 2022 eine 60 Mio. Euro schwere Series-B-Finanzierungsrunde kommuniziert. Den Lead in der Runde übernahm der VC Temasek Holdings aus Singapur, die Bestandsinvestoren Bitburger Ventures aus Deutschland und Founders Future aus Frankreich zogen ebenfalls mit.


Aus dem Archiv:

brutkasten-Herausgeber Dejan Jovicevic im Gespräch mit Jelena Djokovic, Mitgründerin der Novak Djokovic Foundation (2018)

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Das im August veröffentlichte Gesamtstaatliche Lagebild 2026 des Krisensicherheitsberaters im Bundeskanzleramt enthält einen Satz, der bislang wenig Beachtung fand: Angesichts der Cyberbedrohung rücke digitale Souveränität weiter in den Fokus der nationalen Sicherheit. Daraus leitet es eine unbequeme Handlungsoption ab, nämlich die Förderung von EU-Anbietern und den Verzicht auf externe Anbieter bei künftigen Beschaffungen. Im (ersten) Lagebild 2025 kam der Begriff nicht vor. Aus einem Standortthema wurde binnen eines Jahres eine Sicherheitsfrage.

Der Ist-Zustand ist bekannt. Verwaltung und Wirtschaft in Österreich laufen weitgehend auf Infrastruktur dreier US-Konzerne. Der CLOUD Act erlaubt US-Behörden den Zugriff auf Daten, die diese Unternehmen verarbeiten, unabhängig vom Standort des Rechenzentrums. Als Microsoft im Frühjahr 2025 plötzlich das Konto des Chefanklägers des Internationalen Strafgerichtshofs sperrte, wurde sichtbar, dass die Verfügbarkeit einer digitalen Grundleistung an einer Entscheidung außerhalb Europas hängen kann. Die Leistungsfähigkeit der Hyperscaler steht außer Streit. Zu klären ist, welche Funktionen ein Staat in fremder Hand belassen kann.

Vorbilder im öffentlichen Sektor

Das Österreichische Bundesheer hat mit der Umstellung auf LibreOffice die Kontrolle über einen zentralen Arbeitsplatzbaustein zurückgeholt, die Schweizer Armee migriert ihr Kommando Cyber auf openDesk.

Am weitesten gehen die Niederlande. Dort stellt die Regierung die gesamte Bundesverwaltung auf digitale Souveränität um. Seit Juli 2026 ist von US-Clouds für E-Mail und Dokumente abzuraten, Daten müssen in Europa bleiben und für jeden Dienst muss ein Ausstiegsplan vorliegen.

Sicherheit als Grundbedürfnis der Wirtschaft

Die Frage stellen sich zunehmend auch heimische Unternehmen. Sie wollen wissen, ob ihre Daten in Europa liegen, wer darauf zugreifen kann und ob der Dienst, auf dem ihr Tagesgeschäft läuft, morgen noch verfügbar ist. Souverän zu arbeiten heißt für sie vor allem, Sicherheit zu haben: dass Daten nicht von Drittstaaten abgegriffen werden können und dass sie sich auf die Infrastruktur, die ihr Geschäft trägt, tatsächlich verlassen können.

Anbieter, die diesen Wechsel möglich machen, gibt es in Österreich und Europa bereits. Sie stellen Rechenleistung, Plattformdienste und KI-Modelle bereit, die europäischem Recht unterliegen und deren Betrieb nachvollziehbar bleibt. Was ihnen fehlt, ist nicht die Kompetenz, sondern die Nachfrage, die sie in jene Größe trägt, in der sie für den Mittelstand zur echten Option werden.

Mehr als ein Hackathon

Im Mai 2026 haben das Bundeskanzleramt und die TU Austria dazu einen Public AI Hackathon veranstaltet. In 48 Stunden entwickelten 25 Talente Prototypen für die öffentliche Verwaltung, präsentiert vor Staatssekretär Alexander Pröll und einer Jury aus Verwaltung, Politik und Forschung. Das Format zeigt, dass der Wille zur Zusammenarbeit zwischen Staat und Nachwuchs vorhanden ist. Es zeigt auch, wo die Grenze liegt. Zwei Tage Hackathon ersetzen keine Strategie, mit der die Startup-Szene dauerhaft in den Aufbau souveräner Infrastruktur eingebunden wird. Auf einen Prototyp sollte eine Beschaffung folgen, auf eine Veranstaltung ein Förderprogramm, auf ein Teilnahmezertifikat ein zahlender Kunde.

Der Hebel heißt öffentliche Nachfrage

Genau hier liegt der Hebel für Österreich. Öffentliche Nachfrage entscheidet, ob heimische Anbieter jene Größe erreichen, die sie brauchen, um für die Wirtschaft eine echte Option zu sein. Wenn Bund, Länder und Förderstellen gezielt bei europäischen und österreichischen Anbietern beschaffen, stärkt das deren Marktposition und signalisiert der gesamten Startup-Branche, dass sich Investitionen in souveräne Technologie lohnen. Souveränität und Innovation stehen dabei nicht im Widerspruch, sie bedingen einander: Wer die Kontrolle über seine Infrastruktur behält, kann auf ihr aufbauen, statt sie nur zu mieten.

Für Österreich heißt das, die Empfehlung des Lagebilds über einzelne Prototypen hinaus zu denken. Jede Ausschreibung, jedes Förderprogramm und jede Anschlussfinanzierung entscheidet mit darüber, ob die österreichische Startup-Branche zu jenem Anbieter heranwächst, von dem Verwaltung, Sicherheitsbehörden und Mittelstand in zehn Jahren abhängen können. Wer Gründerinnen und Gründer heute mit mehr als einem Zertifikat ausstattet, entscheidet mit über die technologische Souveränität von morgen.


Über den Gastautor:

Mathias Lipp-Rosenthal ist Gründer der KI Schmiede, einer im Juni 2026 gestarteten Beratung, die Unternehmen im DACH-Raum bei der Einführung und Schulung von KI begleitet. Zuvor war er stellvertretender Klubdirektor der Neos und Mitgründer von Voter AI; die Gründung der KI Schmiede hat brutkasten hier bereits vorgestellt.

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