01.02.2023

Waterdrop gewinnt Ex-Western Union CEO Hikmet Ersek als „Special Advisor“

Das Wiener Microdrink-Scaleup Waterdrop gewinnt mit Ex-Western Union CEO Hikmet Ersek einen international profilierten Manager für das Advisory Board.
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Waterdrop - Hikmet Ersek wird Advisor
Hikmet Ersek wird "Special Advisor" bei Waterdrop | Foto beigestellt

Von 2010 bis 2021 war der türkisch-österreichische Manager Hikmet Ersek CEO von Western Union und prägte damit stark die weitere globale Expansion und die Digitalisierung des Milliardenkonzerns. Wohnhaft in Colorado in den USA ist er aktuell nicht nur österreichischer Honorarkonsul für die Bundesstaaten Colorado, New Mexico und Wyoming, sondern auch Board-Mitglied und Berater mehrerer privater und börsennotierter Unternehmen. Nun kommt eine weitere Tätigkeit dazu: Ersek wird „Special Advisor to the CEO“ und Advisory Board-Mitglied beim Wiener Microdrink-Scaleup Waterdrop. Erst kürzlich hatte das Unternehmen Tennis-Superstar Novak Djokovic als Investor und Brand Ambassador präsentiert.

„Erfahrung und Wissen werden von unschätzbarem Wert sein“

„Ich freue mich darauf, das Waterdrop-Team dabei zu beraten, seine internationale Entwicklung zu beschleunigen und seine Position als führende globale Trinkwassermarke zu etablieren, die von Kunden weltweit geschätzt wird“, kommentiert Hikmet Ersek in einer Aussendung. Waterdrop-Gründer und CEO Martin Murray meint: „Wir haben nicht nur die österreichischen Wurzeln gemeinsam, sondern auch ein Ziel: eine gesündere und nachhaltigere Umwelt auf globaler Ebene zu schaffen. Hikmets Erfahrung und sein Wissen werden von unschätzbarem Wert sein, wenn wir uns weiterhin durch die sich ständig verändernde Landschaft der Getränkeindustrie bewegen“.

Waterdrop: Gut finanziertes Scaleup mit offensiver Strategie

Waterdrop ist nach einer 60 Millionen Euro-Finanzierungsrunde Anfang 2022 eines der am höchsten finanzierten Scaleups Österreichs. Die Microdrinks des Unternehmens sind mittlerweile neben vielen europäischen Staaten auch in Singapur und den USA erhältlich, wo der Marktstart vor kurzem erfolgte. In den kommenden Monaten sollen mehrere weitere Märkte dazukommen, heißt es vom Unternehmen. Dabei fährt das Unternehmen auch in Sachen Marketing einen offensiven Kurs und trat zuletzt etwa als Sponsor beim Hahnenkamm-Rennen auf.

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Bild: KI-generiert / Google Gemini

Die europäischen NATO-Länder werden ihre Verteidigungsausgaben in den kommenden zehn Jahren massiv erhöhen. Neben den direkten Verteidigungsausgaben, die auf 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen sollen, sind weitere 1,5 Prozent des BIP für sicherheitsrelevante Investitionen vorgesehen: etwa für die Anpassung der Verkehrsinfrastruktur, für den Bevölkerungsschutz oder für Cyber- und Netzwerksicherheit. Europaweit entspricht das jährlich rund 320 Mrd. Euro.

Auch für Österreich als Nicht-NATO-Staat hat das Folgen. Legt man das 1,5-Prozent-Ziel als Referenzmaßstab zugrunde, ergibt sich ein potenzieller jährlicher Investitionsbedarf von rund 7,5 Mrd. Euro. Das geht aus der Studie „Verteidigungsrelevante Infrastruktur als Rückgrat souveräner Sicherheitsvorsorge“ von EY und der deutschen DekaBank hervor.

Jeder Euro löst 2,45 Euro aus

Die Investitionen stoßen laut Studie in den europäischen NATO-Ländern eine Produktion von insgesamt 822 Mrd. Euro pro Jahr an, 17 Mrd. Euro davon entfallen auf Österreich. Jeder investierte Euro führt demnach zu einem gesamtwirtschaftlichen Impuls von etwa 2,45 Euro. Profitieren dürften vor allem Bauunternehmen, Informations- und Kommunikationsunternehmen, Logistikfirmen sowie die Elektronik- und Elektrotechnikbranche.

Dazu kommen die Beschäftigungseffekte: Sofern die Infrastrukturinvestitionen wie vorgesehen zu ohnehin geplanten Projekten erfolgen, entstehen europaweit 4,4 Millionen Arbeitsplätze. Knapp 1,8 Millionen davon direkt in der Infrastrukturindustrie, ähnlich viele bei Zulieferern. In Österreich wären es rund 75.000 Jobs.

„Investitionen in Infrastruktur, von Mobilität über Energie bis zu Häfen, Flughäfen, Schutzräumen und Cyber-Sicherheit, bilden das Rückgrat militärischer Fähigkeiten“, sagt Axel Preiss, Partner bei EY Österreich und Defence Leader Europe. Die Effekte gingen über den Rüstungssektor hinaus: Solche Investitionen könnten die Konjunktur stärker ankurbeln als Rüstungsinvestitionen im engeren Sinn und bieten zugleich die Chance auf eine Modernisierung von Logistik, Verkehr und Energie.

Investitionsstau und knappe Kassen

Der Bedarf trifft allerdings auf strukturelle Engpässe. In Österreich wie in ganz Europa besteht bereits heute ein hoher Investitionsstau, die zugesagten Mittel müssten zusätzlich und möglichst kurzfristig aufgebracht werden.

Für Matthias Danne, stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der DekaBank, führt daran kein Weg vorbei: „Der Staat wird die hohen Kosten der militärischen Infrastrukturinvestitionen nicht allein schultern können, ohne privates Kapital ist eine ausreichende Resilienz nicht erreichbar.“ Er verweist auf ÖPP-Modelle, die bei deutschen Behörden unbeliebt, international aber etabliert seien. Besonders bei Dual-Use-fähiger Infrastruktur in den Bereichen Energie, Netze, Logistik und Kommunikation ermögliche privates Kapital eine zügigere Skalierung. Auch in Österreich werde verstärkt diskutiert, wie sich privates Kapital für öffentliche Zukunftsprojekte mobilisieren lässt, ergänzt Preiss.

Als weitere Hürden nennt der EY-Partner lange Vorlaufzeiten, komplexe Genehmigungsverfahren und begrenzte kurzfristige Skalierbarkeit. Nötig seien daher beschleunigte Genehmigungen, eine koordinierte zivil-militärische Planung und eine stärkere europäische Abstimmung bei grenzüberschreitender Infrastruktur.

Was das für die heimische Szene bedeutet

Für Österreichs Technologieunternehmen trifft der erwartete Investitionsschub auf ein Feld, das sich gerade erst öffnet. Reine DefenseTech-Startups gibt es hierzulande kaum, die meisten agieren im Dual-Use-Bereich, also mit Produkten, die sich zivil wie militärisch einsetzen lassen. Genau dort setzt auch die Studie an, wenn sie Dual-Use-fähige Infrastruktur in Energie, Netzen, Logistik und Kommunikation als bevorzugtes Feld für privates Kapital nennt. Bewegung kommt zusätzlich von politischer Seite: Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer hat angekündigt, gesetzliche Hürden für die heimische Rüstungs- und DefenseTech-Branche abzubauen, unter der Bedingung, dass die Neutralität gewahrt bleibt.

Erste Finanzierungsrunden zeigen, dass das Thema auch bei Investor:innen ankommt. Das 2025 gegründete Grazer Startup GuardAero, dessen Systeme Drohnenbedrohungen an Militärfahrzeugen autonom erkennen und neutralisieren, holte sich zuletzt ein Seed-Investment im niedrigen Millionenbereich von Angels United und der Beteiligungsgesellschaft von Bernhard Klemen. Zuvor hatte das Team die „Austrian Defence Innovation Garage 2025“ gewonnen und kooperiert bei Entwicklungstests mit dem Bundesheer. Ob die von EY skizzierten Milliarden tatsächlich auch bei heimischen Startups landen, wird weniger von den Zusagen abhängen als von Genehmigungsverfahren, Vergabepraxis und der Frage, wie schnell Österreich seinen eigenen regulatorischen Rahmen nachschärft.

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