29.01.2026
JAHRESBILANZ

waterdrop erreicht Profitabilität

Das Wiener Scaleup waterdrop verkündet das Erreichen der Profitabilität nach "starkem Wachstum" im Vorjahr.
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Die waterdrop-Gründer v.l.n.r: Christoph Hermann, Martin Murray, Henry Murray | (c) waterdrop
Die waterdrop-Gründer v.l.n.r: Christoph Hermann, Martin Murray, Henry Murray | (c) waterdrop

Anmerkung der Redaktion: Dieser Artikel wurde nachträglich (30.01.2026) geändert, nachdem waterdrop auf Anfrage weitere Informationen zu Verfügung gestellt hat.

Mit 150 Millionen Euro gab das Wiener „Microdrink“-Scaleup waterdrop im März vergangenen Jahres ein sehr konkretes Umsatzziel für 2025 aus, wie brutkasten berichtete. Ob das gelungen ist, verrät das Unternehmen in einer aktuellen Aussendung mit einer Bilanz zum Vorjahr allerdings nicht. Wohl aber so viel: Man arbeite nun profitabel. Und: Im Vorjahr habe man ein „starkes Wachstum“ erzielt.

„In die Größenordnung des Umsatzziels von rund 150 Mio. Euro geführt“

Auf brutkasten-Anfrage wird man jedoch etwas konkreter. „Die ausgerufenen Ziele für Wachstum und Profitabilität wurden über alle Regionen und Kanäle hinweg weitgehend erfüllt bzw. teilweise übertroffen und haben uns in die Größenordnung des zuletzt kommunizierten Umsatzziels von rund 150 Mio. Euro geführt“, heißt es vom Scaleup.

Rund 20 Prozent Wachstum und gruppenweit EBITDA-profitabel

Man sei 2025 rund 20 Prozent gewachsen und habe erstmals gruppenweit EBITDA-profitabel wirtschaften können. „2025 war über alle Vertriebskanäle und Märkte hinweg ein absolutes Rekordjahr, sowohl in Bezug auf Wachstum als auch auf Profitabilität“, so das Unternehmen. Konkrete konsolidierte Gruppenergebnisse gebe man aber derzeit noch nicht bekannt. Der österreichische Firmenabschluss beinhalte zudem nicht alle internationalen Tochtergesellschaften und spiegle daher nicht die gesamte Gruppe wider.

waterdrop sieht Erfolg bei Omni-Channel-Strategie

„Dieses Ergebnis ist die Konsequenz eines strategisch starken Jahres 2025, in dem internationales Markenwachstum, gezielte Partnerschaften, relevante Produktinnovationen und der konsequente Ausbau des Omni-Channel-Geschäfts erfolgreich ineinander griffen“, heißt es vom Scaleup. Beim Verkauf seiner Brausewürfel setzt waterdrop auf ein Zusammenspiel aus Online-Shop, eigenen Stores, stationärem Handel, Marketplaces wie Amazon und B2B-Geschäft.

Heimatmarkt Österreich trotz internationalen Erfolgs von Bedeutung

Bei all dem sei aber auch der Heimatmarkt Österreich weiterhin wichtig, betont man beim Scaleup. Hierzulande habe man 2025 „in allen Vertriebskanälen Wachstum, in mehreren Bereichen sogar im zweistelligen Prozentbereich“ verzeichnet. Besonders hervorgehoben wird dabei auch der physische Store im burgenländischen Parndorf, der bereits im vergangenen Jahr als „erster Millionen-Store weltweit“ (bezogen auf den Jahresumsatz) genannt wurde.

„Österreich ist für waterdrop ein zentraler Markt, in dem sich unsere Omni-Channel-Strategie besonders klar widerspiegelt. 2025 haben wir gesehen, dass alle Kanäle stark gewachsen sind und sich Stores, Handelspartnerschaften und digitale Touchpoints gegenseitig verstärken“, kommentiert Thomas Heimer, Country Director Österreich und Schweiz.

Wieder neue Kooperationen im Vorjahr

In seiner Vorjahresbilanz verweist waterdrop auch abermals auf bedeutende Partnerschaften und Sponsorings. So war man etwa Partner bei den Australian Open und startete Kooperationen mit Austrian Airlines in der Bordverpflegung sowie mit Ricola bei neuen Geschmacksrichtungen (brutkasten berichtete).

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cheerin'
(c) Lumia - Manuel Gahn.

„Goodbye. I am selling my startup – cheerin‘ is for sale. Most people know me nowadays as the Startup House by Lumia guy. But before, I was building a Social Fitness & Health App – cheerin‘ (formerly known as Sparcs)“.

cheerin‘ – ein sozialer Kleber

So vermeldet Startup-House-Gründer Manuel Gahn den Verkauf seines „alten“ Projekts auf LinkedIn und beschreibt seine Gefühlslage gegenüber brutkasten als eine mit „schwerem Herzen“: „Ich suche eine:n sportbegeisterte(n) Käufer:in mit Startup-Erfahrung, die das fertige Produkt übernehmen und die User-Base skalieren will.“

Gahn bezeichnet cheerin‘ als sozialen Kleber zwischen allen bestehenden Fitness- und Gesundheit-Apps. Konkret vereinfacht es die App, die Fitness-Fortschritte von Freund:innen bejubeln zu können – gedacht für jene, die sich mit anderen verbinden und gemeinsame Aktivitäten ausführen wollen.

„Auch um neue Leute kennenzulernen, die ähnliche Interessen haben. In meiner übergewichtigen Vergangenheit war ich natürlich auch selbst User solcher Apps, fand aber in Runtastic und Co. keine Lösung meines Problems“, sagt Gahn.

40.000 Erspartes investiert

Angefangen hat alles 2019 im SIMC-Masterprogramm der WU, als Gahn Robin Görlich kennenlernte. Mit ihm schrieb er eine Masterarbeit zu digitalem Nudging und beschloss dies auszugründen. Der erste Prototyp hieß Joy: „Mit diesem konnten wir den Community-Award der Entrepreneurship Avenue gewinnen. Von meinem 40.000 Euro Erspartem konnte ich die ersten Entwickler zahlen – natürlich ohne genau zu wissen was eigentlich das Produkt werden sollte. Nach über 20 Absagen diverser Förderagenturen, vielen weiteren Rückschlägen und Pivots kristallisierte sich langsam heraus, dass nicht weitere To-Do Listen oder Gamifications nötig sind, sondern es einfach einen sozialen Kleber zwischen all den Fitness-Apps mit einander kannibalisierenden Netzwerkeffekten braucht. An das Potenzial dieser Idee glaube ich auch heute noch“, sagt er.

100.000 Euro Schulden

Die Idee eines sozialen Netzwerks für die Startup-Szene stieß bei österreichischen Business Angels und VCs zunächst auf wenig Begeisterung. Nach zwei Jahren stand Gahn mit rund 100.000 Euro Privatschulden da. International sah das Bild jedoch ganz anders aus: Auf Konferenzen wie Web Summit, Slush und SXSW weckte das Konzept das Interesse einiger der renommiertesten Venture-Capital-Fonds der Welt, darunter Accel und Index Ventures. Zwar entstand daraus indirekt eine kleine Angel-Runde, gleichzeitig kam es jedoch zum Bruch mit dem Co-Founder.

Wenig später folgte die Einladung der WKO zum Programm „Go Silicon Valley“. Rückblickend war diese Reise ein Wendepunkt für den Founder: „Das war einerseits der Push und das persönliche Mindset-Wachstum, das ich ich brauchte, um ganz groß zu Denken; andererseits war es auch der Anfang vom Ende“, sagt Gahn. Im Silicon Valley konnte er hochkarätige Advisor gewinnen, darunter Satadip Dutta, COO von Pinterest, und Chris Wilk, Fitness Lead bei Google. Trotz mittlerweile rund 200.000 Euro Privatschulden zu dem Zeitpunkt rückte damals eine Seed-Finanzierung in greifbare Nähe.

Silicon Valley als Inspiration

Mindestens genauso prägend war jedoch die Atmosphäre in den Coworking Spaces des Silicon Valley und wohl auch der Grund für das Nichtzustandekommen einer Finanzierung. Die Offenheit, Dynamik und Community, die Gahn dort erlebte, vermisste er in den österreichischen Vertretungen. „Nach zwei Monaten kehrte ich mit einer neuen Idee zurück: dem Startup House.“

Obwohl cheerin‘ erste Downloads verzeichnete und das Feedback der Nutzerinnen und Nutzer äußerst positiv war, rückte das Projekt zunehmend in den Hintergrund. Mit dem rasanten Erfolg der anschließend gegründeten Lumia Group endete schließlich die operative Arbeit an cheerin‘.

Von cheerin‘ zu Lumia

„Heute bin ich stolz, in sieben Jahren Startup-Spirit extrem viel gelernt zu haben und persönlich gewachsen zu sein“, sagt Gahn. „Ich habe über eine Million Euro verbrannt und bin viele Jahre ‚all in‘ gegangen, ohne einen Cent herauszubekommen. Gleichzeitig hat mich genau dieser Weg dank cheerin‘ zu Startup House und schließlich zur Lumia Group geführt. Heute bin ich aber ebenso froh, die Entscheidung treffen zu können, mich von cheerin‘ zu trennen. Ich hoffe, eine(n) motivierten Gründer oder Gründerin zu finden, die oder der als Eigentümer(in) und CEO in meine Fußstapfen treten möchte.“

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