14.02.2023

Wasserstoff wird entscheidend – das Wasserstoffauto hat dennoch keine Chance

Eine Fraunhofer-Studie bescheinigt Wasserstoff als Energieträger eine große Zukunft - allerdings nicht im Landverkehr.
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Das Wasserstoffauto hat in der Wasserstoffstrategie der Regierung keinen Platz
(c) Adobe Stock - bluedesign

Die Diskussion Elektroauto vs. Wasserstoffauto ist zumindest wirtschaftlich längst zugunsten des erstgenannten ausgegangen. Dennoch wird sie da und dort mit einem gewissen Dogmatismus und oftmals etwas zu viel Emotion weitergeführt. Eine aktuelle wissenschaftliche Studie des deutschen Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung zur Zukunft des Wasserstoffs lieferte nun weitere recht eindeutige Ergebnisse. Dabei wurde die Nachfrageentwicklung des Treibstoffs in verschiedenen Sektoren bis 2045 prognostiziert.

Allein Deutschland braucht 2045 das Vierzigfache der aktuellen globalen Elektrolyseleistung

Demnach wird die Industrie in Zukunft enorme Mengen an Wasserstoff benötigen. Die Berechnungen in der Studie ergeben, dass die Nachfrage in Bereichen wie Stahl und Grundstoffchemie im Jahr 2045 ca. 250 Terrawattstunden betragen werden, was rund zehn Prozent des heutigen Endenergiebedarfes Deutschlands entspricht. Dafür müssten allein in Deutschland Elektrolyse-Kapazitäten von rund 20 Gigawatt aufgebaut werden – das ist etwa das Vierzigfache der aktuell global installierten Elektrolyseleistung.

Wasserstoff-Preis zu hoch, Förderung von Wasserstoffauto und Co „wenig sinnvoll“

Diese enorme prognostizierte Nachfrage sei nicht nur zeit- und kapitalintensiv, sondern erfordere auch ein hohes Ausbautempo. Und sie werde den Wasserstoff-Preis in die Höhe treiben. Im Flug- und Schiffsverkehr werde der Kraftstoff mangels Alternativen zwar trotzdem eingesetzt werden. Über den Landverkehr heißt es vom Fraunhofer-Institut jedoch, „dass Wasserstoff bei PKW, LKW, Bussen oder Schienenfahrzeugen wahrscheinlich eher nicht eingesetzt wird, weil es hier mit der direkten Elektrifizierung eine Alternative gibt“. Und weiter unten, bezogen auf zu erwartende hohe Marktpreise: „Eine großangelegte Förderung des Wasserstoffeinsatzes in Bereichen wie der Gebäudewärme, des landgebundenen Verkehrs oder der energetischen Nutzung in der Industrie erscheint aus diesem Grund wenig sinnvoll“. Das Wasserstoffauto dürfte also bis auf weiteres wenig Chance auf Umsetzung haben.

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© fonio/canva - Alexander Brix.

Das Scaleup fonio.ai von Daniel Keinrath und Matthias Gruber ist eines der aufstrebendsten Startups Österreichs. Im Juni sicherte man sich ein 14,6 Millionen Euro Seed-Investment und knackte rund zwei Monate später die 10-Mio.-ARR-Marke. Am AustrianStartups Summit verkündete CCO Alexander Brix gegenüber brutkasten die nächsten Ziele. Und die sind ambitioniert.

fonio: Globaler Rollout

Fonio.ai möchte im kommenden Jahr seine Präsenz global ausbauen. „Wir wollen 20 neue Märkte in Nord Amerika und Europa aufgreifen“, sagt Brix. „Wir streben aber auch Asien an, um auf der globalen Landkarte präsent zu bleiben und eine global führende Marke aus Wien heraus aufzubauen. Auch ein Büro in New York ist geplant. Das größte Risiko für uns ist momentan, langsamer zu werden und unsere schnelle Arbeitskultur zu verlieren.“

Mehr Arbeitskraft geplant

In diesem Sinne möchte das Wiener KI-Startup 2027 auch 300 neue Mitarbeiter:innen einstellen und schielt schon, zumindest peripher, auf einen Decacorn-Status hin. Eine genaue Timeline dafür hat das Team nicht, aber das Mindset dafür wohl bereits inhaliert, wenn Brix sagt: „Es ist kein Status, auf den man hinarbeitet, sondern man möchte einen guten Job machen und das Produkt in möglichst viele Unternehmen bringen. Dass man dann vielleicht Decacorn wird, ist ein Nebeneffekt. Einen Zeitrahmen, bis wir das schaffen, haben wir uns nicht gesetzt, aber es ist unsere Ambition einen Global Player zu bauen und sicherzustellen, dass der ‚AI Communication Layer‘ aus Europa kommt und nicht von amerikanischen oder vielleicht chinesischen Unternehmen besetzt wird. Wer die Kommunikation beherrscht, der hat sehr viel Macht. Und wir wollen diese Macht auf jeden Fall in Europa halten. Das heißt, um das zu schaffen, ist es der natürliche Weg, dass wir ein Decacorn werden.“

Series-A steht an

Auf diesem Weg habe man aktuell ein Angebot entwickelt, das mittlerweile sämtliche textbasierten Kommunikationskanäle sowie Telefonsysteme in Form von PBX umfasse. Damit könne man die gesamte „Communication Suite“ mittelständischer Unternehmen bereits vollständig abdecken, erzählt Brix von einer weiteren Neuerung. Eine andere Neuigkeit betrifft die Finanzierung. Zwar gibt sich Brix dazu etwas bedeckt, lässt aber fallen, dass man kurz vor einer Series-A-Finanzierung stehe. Details sollen im kommenden Jahr folgen.

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