22.08.2025
DORNINGER HYTRONICS

Wasserstoff: sechsstellige FFG-Förderung für Mühlviertler Unternehmen

Dorninger Hytronics aus Unterweitersdorf (OÖ) verspricht mit seinem neuen Prüfverfahren für Wasserstofftanks 80 Prozent Energieersparnis.
/artikel/wasserstoff-sechsstellige-ffg-foerderung-fuer-muehlviertler-unternehmen
Karl Fischereder, geschäftsführender Gesellschafter Dorninger Hytronics GmbH | © Dorninger Hytronics GmbH (Bearbeitung brutkasten)
Karl Fischereder, geschäftsführender Gesellschafter Dorninger Hytronics GmbH | © Dorninger Hytronics GmbH (Bearbeitung brutkasten)

„UN R134“ ist der unscheinbare Name einer EU-Regelung, die für das Mühlviertler (OÖ) Unternehmen Dorninger Hytronics zum Anlass für eine innovative Entwicklung wurde. Die Vorschrift regelt die Testung von Wasserstofftanks. Aufgrund der Bedingungen, unter denen Wasserstoff gelagert werden muss, handelt es sich dabei um Hochdrucktanks aus Kohlefaser. Die Regelung besagt: Jeder 200. produzierte Tank muss mit 22.000 Betankungszyklen geprüft werden. Das bedeutet, der Tank muss 22.000 Mal unter Hochdruck gesetzt und wieder entlastet werden.

Aktuell 1.780 Euro pro Prüfvorgang

Der Energieaufwand dafür ist wenig überraschend sehr hoch. „Für einen typischen Tank mit 350 Litern Fassungsvermögen sind bei 22.000 Zyklen rund 8.900 kWh Strom nötig. Dabei werden mehr als vier Tonnen CO2 ausgestoßen, die Kosten betragen, bei einem Strompreis von 20 Cent je kWh, 1.780 Euro“, rechnet man bei Dorninger Hytronics vor. „Setzt sich Wasserstoff als zusätzlicher alternativer Kraftstoff in der Mobilität durch, steigt auch der Bedarf an Wasserstofftanks. Man kann sich leicht vorstellen, wie Stromverbrauch und Energiekosten für das Testen der Tanks dann explodieren“, sagt Geschäftsführer Karl Fischereder.

Energie-und Kostenersparnis über drei Wege

Hier kommt eine mittlerweile patentierte Neuentwicklung des Unternehmens aus Unterweitersdorf in Spiel: Das Verfahren nutzt rückspeisefähige Servopumpen, die die Wasserstofftanks mit einem Gemisch aus Wasser und Festkörperkugeln befüllen und entleeren. Schon die Nutzung von Wasser als Füllmaterial spare 50 Prozent Energie, heißt es vom Unternehmen. Durch den hohen Anteil an Festkörperkugeln müsse dann noch deutlich weniger Wasser verdichtet werden, wodurch der Energiebedarf um weitere 63 Prozent sinke. So komme man gesamt auf rund 80 Prozent Energieersparnis.

So soll der Druckspulprüfstand für Wasserstofftanks aussehen | © Dorninger Hytronics GmbH

Und: „Wenn der Tank wieder entladen wird, kehrt sich die Drehrichtung des Antriebs um, er wird zum Generator. Dieser entnimmt die hydraulische Energie, wandelt sie in elektrische Energie um und führt sie ins Stromnetz zurück“, so Fischereder. Das Ergebnis: nur 0,8 Tonnen CO2-Ausstoß und 356 Euro Kosten für die 22.000 Prüfzyklen.

Potenziell 65,4 Millionen Euro Ersparnis allein dieses Jahr

Allein dieses Jahr mussten und müssen weltweit etwa 45.000 solche Tanks geprüft werden, was aktuell Test-Kosten von insgesamt rund 80 Millionen Euro entspreche, heißt es von Dorninger Hytronics. Der Geschäftsführer rechnet weiter vor: „Würden alle im Jahr 2025 weltweit produzierten Wasserstofftanks mit dem neu entwickelten Prüfstand geprüft werden, könnten verglichen mit einem Konstantdrucksystem 326 GWh Strom, 146.700 Tonnen CO2 und 65,4 Millionen Euro an Energiekosten eingespart werden.“ Und die Lösung sei serienreif.

FFG-Förderung für Dorninger Hytronics

Für die Entwicklung holte sich das Unternehmen auch eine sechsstellige Förderung aus dem FFG-Basisprogramm. Unterstützt wurde Dorninger Hytronics dabei auch von der oberösterreichischen Standortagentur Business Upper Austria, die auch den Kontakt zu Forschungspartner Linz Center of Mechatronics hergestellt hatte und beim Patentantrag half.

Deine ungelesenen Artikel:
30.07.2026

Exit: Von Linzer gegründetes Startup Kaikaku wird von US-Unternehmen übernommen

Das Gastro-Startup Kaikaku, das 2023 vom Linzer Josef Chen gemeinsam mit Ivan Tregear gegründet wurde, wird vom US-Unternehmen Reef übernommen. Das Kaikaku-Kernteam wird bei Reef weiter an Robotik und KI für Restaurants arbeiten. Über den Kaufpreis wurden keine Informationen bekannt gegeben.
/artikel/exit-von-linzer-gegruendetes-startup-kaikaku-wird-von-us-unternehmen-uebernommen
30.07.2026

Exit: Von Linzer gegründetes Startup Kaikaku wird von US-Unternehmen übernommen

Das Gastro-Startup Kaikaku, das 2023 vom Linzer Josef Chen gemeinsam mit Ivan Tregear gegründet wurde, wird vom US-Unternehmen Reef übernommen. Das Kaikaku-Kernteam wird bei Reef weiter an Robotik und KI für Restaurants arbeiten. Über den Kaufpreis wurden keine Informationen bekannt gegeben.
/artikel/exit-von-linzer-gegruendetes-startup-kaikaku-wird-von-us-unternehmen-uebernommen
Gründer-Duo Josef Chen (l.) und Ivan Tregear (r.) mit dem Roboter Fusion. (c) Kaikaku

Im China-Restaurant seiner Eltern in Linz schälte Josef Chen bereits in seiner Kindheit Kartoffeln und half im Betrieb. Die Idee für sein Startup kam dem Oberösterreicher genau hier: Wiederkehrende Restaurantarbeit mit Robotik zu automatisieren. Über Chens Werdegang hat brutkasten bereits berichtet.

Nach einigen Gründungen verzeichnete Chen durch Kaikaku seinen bislang größten Erfolg: Innerhalb von drei Monaten nach der Gründung im April 2023 konnten dafür bereits 750.000 US-Dollar an Investments eingesammelt werden. Nun gibt der Founder die Übernahme durch das US-Unternehmen Reef, und damit einen erfolgreichen Exit bekannt.

„Kaikaku haben wir in London aufgebaut. Die Idee entstand aber im Restaurant meiner Eltern in Linz. Dass wir jetzt bei Reef daran weiterarbeiten können, macht mich stolz“, sagt Chen.

360 Bowls pro Stunde

Das Herzstück von Kaikaku heißt Fusion, ein modularer Roboter. Im eigenen Bowl-Restaurant Common Room, das bis November 2024 in London geöffnet hatte, wurde der Roboter getestet. Mittlerweile hat Kaikaku fünf Generationen von Fusion entwickelt. Der Roboter portioniert die Zutaten nach Bestellung. Nach Unternehmensangaben schafft die fünfte Generation je nach Konfiguration bis zu 360 Bowls pro Stunde.

30 Mio.-Dollar Bewertung

„Wir haben eine (bisher) unangekündigte Seed-Runde über 4 Millionen Dollar in einer Branche eingesammelt, die die meisten Investoren – ehrlich gesagt – als total unsexy abgeschrieben hatten“, kommentiert der Founder auf LinkedIn. Das Unternehmen wurde nach Angaben von Chen Ende 2025 mit 30. Mio.-US-Dollar bewertet.

Über den jetzigen Verkaufspreis an Reef wird geschwiegen. Was bekannt ist: Kaikaku bringt seine Technologie und sein Kernteam zu Reef.

SoftBank Vision Fund 1 als Investor

Das US-Unternehmen Reef – spezialisiert auf digitale Infrastruktur für Gastronomie und lokale Services – hat seit der Gründung über 1,5 Milliarden US-Dollar Kapital eingeworben. Zu den Investoren zählt unter anderem der 98,6 Milliarden US-Dollar schwere SoftBank Vision Fund 1. Details zur aktuellen Finanzlage, der Eigentümerstruktur oder der genauen Höhe einzelner Beteiligungen lässt Reef in seiner aktuellen Ankündigung allerdings offen.

„Reef ist die Skalierung“

Mit den Worten: „Wir sind nicht hier, um einfach nur einen beeindruckenden Roboter zu bauen. Wir sind angetreten, um zu beweisen, dass die Technologie reif ist, die Unit Economics funktionieren und das Einzige, was jetzt noch fehlt, Skalierung ist. Reef ist diese Skalierung. Bald mehr dazu“, lässt Chen die Zukunft des Unternehmens offen. Was nach Chen jedenfalls feststeht: Im Markt für Gastronomie-Infrastruktur und Kitchen-Tech würde sich derzeit eine Phase hoher Kapitalzuflüsse abzeichnen.

Toll dass du so interessiert bist!
Hinterlasse uns bitte ein Feedback über den Button am linken Bildschirmrand.
Und klicke hier um die ganze Welt von der brutkasten zu entdecken.

brutkasten Newsletter

Aktuelle Nachrichten zu Startups, den neuesten Innovationen und politischen Entscheidungen zur Digitalisierung direkt in dein Postfach. Wähle aus unserer breiten Palette an Newslettern den passenden für dich.

Montag, Mittwoch und Freitag

AI Summaries

Wasserstoff: sechsstellige FFG-Förderung für Mühlviertler Unternehmen

AI Kontextualisierung

Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Wasserstoff: sechsstellige FFG-Förderung für Mühlviertler Unternehmen

AI Kontextualisierung

Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Wasserstoff: sechsstellige FFG-Förderung für Mühlviertler Unternehmen

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Wasserstoff: sechsstellige FFG-Förderung für Mühlviertler Unternehmen

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Investor:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Wasserstoff: sechsstellige FFG-Förderung für Mühlviertler Unternehmen

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Wasserstoff: sechsstellige FFG-Förderung für Mühlviertler Unternehmen

AI Kontextualisierung

Was könnte das Bigger Picture von den Inhalten dieses Artikels sein?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Wasserstoff: sechsstellige FFG-Förderung für Mühlviertler Unternehmen

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Personen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Wasserstoff: sechsstellige FFG-Förderung für Mühlviertler Unternehmen

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Organisationen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Wasserstoff: sechsstellige FFG-Förderung für Mühlviertler Unternehmen