16.07.2025
SELBSTREFLEXION

Was Journaling im Business bringt

Journaling ist mehr als ein kurzlebiger Trend: Es gilt als wirksames Tool, um Fragen zu klären, deren Antworten auf den ersten Blick nicht sichtbar sind. Das kann auch Unternehmen helfen. Wir haben bei Business Coach Christina Jung nachgefragt, wie der Einstieg gelingt.
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Business Coach Christina Jung von Kolibri Coaching nutzt Journaling als Werkzeug zur Reflexion. | © Marian Inhouse-Agentur

Dieser Text ist zuerst im brutkasten-Printmagazin von Juni 2025 “Neue Welten” erschienen. Eine Download-Möglichkeit des gesamten Magazins findet sich am Ende dieses Artikels.


brutkasten: Was genau ist Journaling überhaupt?

Christina Jung: Journaling klingt zunächst wie klassisches Tagebuchschreiben, aber darum geht es nicht. Es ist kein reines Festhalten des Tagesablaufs, sondern vielmehr eine gezielte Reflexion. Man definiert ein Thema und fragt sich: Worauf will ich meinen Fokus legen? Und wie kann ich mich dadurch besser kennenlernen oder sogar einen persönlichen Prozess verbessern?

Wie genau lässt sich Journaling als Strategietool in Unternehmen nutzen?

Gerade für Startups oder Führungskräfte ist Journaling eine Möglichkeit, Trigger, Stressoren oder Führungsmuster zu erkennen. Auch Themen wie Fokus, Prioritätensetzung oder Innovation profitieren stark vom Journaling. Man reflektiert, welche Ideen am meisten gebracht haben und was hinderlich war. Es entsteht ein klareres Bild davon, welche Entwicklungen produktiv waren und welche „Showstopper“ es gab – also Hindernisse, aus denen man lernen kann.

Wie fängt man am besten mit dem Journaling an?

Wichtig ist, sich bewusst zu machen, was man mit dem Journaling erreichen möchte – das Ziel sollte klar und relevant sein. Außerdem muss das Format zu einem selbst passen: Manche Menschen arbeiten lieber frei mit Papier und Stift, andere brauchen eine klare Struktur. Und Journaling ist auch nicht für jeden das Richtige.

Empfehlenswert ist, mit einer wöchentlichen Routine zu beginnen. Wirklich hilfreich wird es dann, wenn man es mit einem Austausch kombiniert, etwa mit einem Sparringspartner oder Coach – denn alleine zu schreiben, ohne die Inhalte gelegentlich zu analysieren oder zu reflektieren, kann das Potenzial ungenutzt lassen.

Wie lange dauert es, bis man erste Resultate sieht?

Zwei Tage reichen in der Regel nicht – aber erste Effekte können durchaus schnell spürbar sein. Wie schnell sich sichtbare Resultate zeigen, hängt stark vom Thema ab, das man sich vornimmt, und davon, wie konsequent und bewusst man das Journaling betreibt. Oft empfiehlt es sich, über mehrere Wochen dranzubleiben – zum Beispiel drei Wochen lang regelmäßig zu journalen – und dabei bewusst zu beobachten: Wiederholen sich bestimmte Muster? Tauchen neue Erkenntnisse auf? Mit dieser Herangehensweise entsteht ein Bild, das sich Stück für Stück schärft und dann fundierte Rückschlüsse ermöglicht.

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(c) Karin Hackl Wirtschaftsagentur Wien

Die Stadt Wien und die Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien haben die Einreichphase für ihr gemeinsames Finanzierungsinstrument Wiener Wachstum gestartet. Insgesamt stehen dafür sieben Millionen Euro Startkapital zur Verfügung. Ziel ist es, die Eigenkapitalbasis wachstumsorientierter Unternehmen zu stärken und ihnen die nächsten Entwicklungsschritte zu ermöglichen.

Bereits im April dieses Jahres wurde das Finanzierungsmodell angekündigt. Hinter der Initiative steht eine gemeinsame Gesellschaft der Wirtschaftsagentur Wien und der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien. Beide Partner stellen jeweils 3,5 Millionen Euro zur Verfügung.

„Mit Wiener Wachstum wollen wir KMU in kritischen Wachstumsphasen gezielt begleiten und Investitionen in Innovation, Internationalisierung sowie Technologie ermöglichen“, erklärt Martin Hauer, Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien.

Wer kann sich bewerben?

Das Angebot richtet sich an Wiener Startups, Scaleups sowie KMU aus der Gesundheits- und Digitalwirtschaft. Dazu zählen beispielsweise Unternehmen aus den Bereichen Life Sciences, Medizintechnik, Pharma und Diagnostik sowie Software, Künstliche Intelligenz, Quantentechnologien und Cybersecurity.

Voraussetzung ist unter anderem, dass die Unternehmen als Kapitalgesellschaft eingetragen sind, über ein tragfähiges Geschäftsmodell verfügen und seit „mindestens zwei bis drei Jahren“ eine Betriebsstätte in Wien haben. Unterstützt werden sollen insbesondere Vorhaben zur Skalierung, Internationalisierung, technologischen Weiterentwicklung oder Erweiterung von Produktionskapazitäten.

Keine klassische Förderung, sondern eine Beteiligung

Bei Wiener Wachstum handelt es sich nicht um eine klassische Förderung, sondern um eine Finanzierung. Die vereinbarte Summe wird vollständig an die Unternehmen ausbezahlt. Im Gegenzug führen erfolgreiche Unternehmen später einen vertraglich vereinbarten Anteil ihrer Gewinne an Wiener Wachstum zurück. Diese sollen künftig für weitere Unternehmensfinanzierungen eingesetzt werden und damit einen langfristigen Finanzierungskreislauf schaffen.

„Wir beschreiten mit Wiener Wachstum einen ganz neuen Weg abseits unserer bestehenden Fördermöglichkeiten“, erklärt Vizebürgermeisterin und Wirtschaftsstadträtin Barbara Novak. Die Finanzierung stärke die Eigenkapitalbasis der Unternehmen und werde flexibel an deren Anforderungen angepasst.

Pro Unternehmen sind Finanzierungen zwischen 100.000 und 500.000 Euro möglich. Dabei kommen beispielsweise direkte Unternehmensbeteiligungen oder eigenkapitalähnliche Finanzierungen, etwa in Form qualifizierter Nachrangdarlehen, infrage. Bei direkten Beteiligungen liegt die Beteiligungsquote bei maximal 25 Prozent. Der vorgesehene Beteiligungszeit beträgt sieben bis zehn Jahre mit einer klaren Exitstrategie. Die konkreten Konditionen werden individuell vereinbart.

Einreichungen ab sofort möglich

Interessierte Unternehmen können sich ab sofort über die Website der Wirtschaftsagentur Wien für eine Finanzierung bewerben. Eine fixe Einreichfrist gibt es nicht. Nach einer ersten Prüfung der eingereichten Unterlagen folgen Gespräche über ein mögliches Investment sowie eine vertiefte Unternehmensprüfung. Der gesamte Prozess kann laut Wirtschaftsagentur Wien vier bis sechs Monate dauern.

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